78 Artikel im Heft, Seite 11 von 78

AKTUELL: Akut

Everolimus verzögert den Knochenabbau bei Brustkrebs

Dtsch Arztebl 2012; 109(24): A-1210 / B-1040 / C-1032

Siegmund-Schultze, Nicola

Das metastasierte Mammakarzinom gilt als nicht heilbar. Verzögerung der Progression, Lebensverlängerung und Palliation sind die Therapieziele. Von Frauen mit fortgeschrittenem, östrogenrezeptorpositivem (ER+) Karzinom spricht circa die Hälfte auf eine initiale endokrine Behandlung an, aber auch Responderinnen entwickeln im Verlauf der Antiöstrogentherapie eine Resistenz. Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology sind neue Daten der randomisierten, doppelblinden BOLERO-21-Studie vorgestellt worden. Sie belegen, dass der mTOR2-Inhibitor Everolimus in Kombination mit einem Antiöstrogen (Exemestan) das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant verlängert im Vergleich zum Antiöstrogen allein, ohne therapeutisch nicht kontrollierbare Grad 3/4-Toxizität. Auch wirkt Everolimus dem Knochenabbau entgegen.

An der Studie haben 724 postmenopausale Frauen (Durchschnittsalter 62 Jahre) mit ER+/Her2- fortgeschrittenem Mammakarzinom teilgenommen, die auf nicht steroidale Antiöstrogene nicht oder nicht mehr ansprachen. 77 Prozent der Teilnehmerinnen hatten Knochenmetastasen, 56 Prozent viszerale Metastasen. Es wurde 2 : 1 randomisiert: Eine Gruppe (n = 485) erhielt Everolimus (10 mg/Tag) plus Exemestan (25 mg/Tag), die zweite (n = 239) nahm statt Everolimus Placebo.

Anzeige

In Chicago wurden die 18-Monats-Daten zum PFS vorgestellt. Die radiologische Befundung in den Behandlungszentren ergab ein durchschnittliches PFS im Kombinationsarm von 7,8 und unter Placebo von 3,2 Monaten (Hazard Ratio 0,45; p < 0,0001). Bei zentraler Befundung lag das PFS-Risiko der Kombination um 62 Prozent unter Placebo (PFS 11,0 versus 4,1 Monate). Zu den sekundären Endpunkten gehörten Untersuchungen des Knochenstoffwechsels an Blutproben (0, 6, zwölf Wochen). Nur 54 beziehungsweise 65 Prozent der Frauen mit Knochenmetastasen zu Studienbeginn (Verum vs. Placebo) erhielten Bisphosphonate. Everolimus senkte das Risiko für den Progress der Knochenerkrankung statistisch signifikant (p = 0,0165). Drei Monate nach Therapiebeginn hatten die Marker für Osteoklastenmetabolismus, Knochenresorption und -aufbau sich unter Verum zugunsten einer Verminderung des Knochenabbaus verändert. Es wird vermutet, dass die Inhibition des mTOR-Signalwegs das Verhältnis von Osteoblasten zu Osteoklasten in Richtung der Osteoblasten verschiebt. Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

1BOLERO-2: Breast Cancer Trials of Oral Everolimus-2
2mTOR: mammalian target of rapamycin


Drucken Versenden Teilen Leserbrief
78 Artikel im Heft, Seite 11 von 78

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

 Zeitraum HTML PDF 
5 / 2013 30 0
4 / 2013 34 1
3 / 2013 38 1
2 / 2013 26 1
1 / 2013 35 0
12 / 2012 63 1
2013 163 3
2012 640 52
Total 803 55

Leserbriefe

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in