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Forum

Wahlfreiheit im PJ: „Die größte politische Aktion“

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2012: 20

Hillienhof, Arne

Foto: privat

Die bvmd ist mit der neuen Approbationsordnung zufrieden. Sogar sehr zufrieden. Das heißt aber nicht, dass es nichts mehr zu tun gebe, sagt die bvmd-Präsidentin Melissa Camara Romero aus Aachen.

In der neuen Approbationsordnung befinden sich viele Wünsche und Anregungen der Studierenden. Was sind aus bvmd-Sicht die wichtigsten Veränderungen für das Studium?

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Camara Romero: Ganz wichtig ist, dass das Hammerexamen endlich wegfällt. Darauf haben wir sehr gewartet. Aber auch die Mobilität im praktischen Jahr (PJ) nimmt zu – aber nicht ganz so sehr, wie wir wollten . . .

Was schränkt die Mobilität ein?

Camara Romero: PJler können jetzt zwischen den Lehrkrankenhäusern aller Fakultäten in Deutschland wählen. Das ist zugegebenermaßen ein großer Fortschritt. Aber wir hatten uns gewünscht, dass noch mehr Kliniken für das PJ geöffnet werden. Natürlich nur anhand von objektiven und transparenten Qualitätsmaßstäben. Das ist jetzt nicht der Fall.

Apropos PJ . . .

Camara Romero: Ja – die größten Anstrengungen haben wir natürlich investiert, um die Wahlfreiheit im PJ zu erhalten und einen Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin abzuwehren.

Wie liefen die Proteste ab?

Camara Romero: Am Ende ging es ja darum, ob das PJ viergeteilt wird mit drei Pflichtabschnitten – neu wäre der in der Allgemeinmedizin gewesen – und einem Wahlabschnitt. Der wäre dann aber als Quartal natürlich kürzer gewesen als das Wahltertial, wie es vorher galt. Dagegen haben wir Kundgebungen in 13 Städten organisiert und viele Unterschriften zusammengetragen. Während der Bundesratssitzung haben etwa 100 Studierende vor dem Gebäude gegen den Pflichtabschnitt protestiert. Das war unsere größte politische Aktion der vergangenen Jahre. Zusammen mit anderen Partnern konnten wir deutlich machen: Die Studierenden wollen keinen Pflichtabschnitt in der Allgemeinmedizin.

Für eine Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium hat sich die bvmd aber schon ausgesprochen . . .

Camara Romero: Aber nicht durch Zwang! Wir wollen jetzt sehen, wie sich die Allgemeinmedizin im Studium stärken lässt. Konzepte dafür würde die bvmd gern zusammen mit den Allgemeinmedizinern erarbeiten.

Was sind die bvmd-Vorschläge dazu?

Camara Romero: Das müssen wir jetzt ausarbeiten. Aber wir können schon sagen, dass es nur über eine bessere Lehre geht. Zum Beispiel gibt es viel zu wenig Lehrstühle für Allgemeinmedizin in Deutschland. Darunter leidet das Fach im Studium.

Die neue Approbationsordnung ist nicht der einzige Arbeitsbereich der bvmd. Was steht noch auf dem Programm?

Camara Romero: An Aufgaben herrscht kein Mangel. Ganz wichtig ist, eine begründete Position zu dem EU-Vorstoß zu finden, der das Studium von sechs auf fünf Jahre verkürzen will. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in unserer „Aktion Freundilie“ steht auch ganz oben auf der Agenda. Die bvmd hat außerdem eine große Austauschsparte, mit der im Jahr etwa 350 Studierende ins Ausland gehen.

Die Fragen stellte Dr. med. Arne Hillienhof.


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