BRIEFE
Allgemeinmedizin: Einschränkungen
Dtsch Arztebl 2012; 109(26): A-1380 / B-1195 / C-1175

Ergänzend zu dieser Evaluation erscheint es wichtig zu schauen, wie sich diese Frage aus der Sicht der Weiterbildungsassistenten für Allgemeinmedizin darstellt, und hier gibt es aus meiner Sicht ein klares „Ja, aber . . .“ Positiv ist, dass die Finanzierung durch das Förderprogramm die Stellensuche erheblich vereinfacht.
Einschränkend wirken mehrere Faktoren: Außerhalb des Förderprogramms, das heißt, wenn der Weiterbildende alles selbst finanzieren müsste, ist keine Stelle zu bekommen – dies begrenzt Auswahl und Flexibilität. Gefördert wird, zumindest in Berlin, ausschließlich Tätigkeit in Vollzeit oder halbtags, andere Teilzeitmodelle werden zurzeit von der KV abgelehnt. Auch das schränkt ein.
In meiner Situation sieht das dann so aus: Ich bin 43 Jahre alt, Mutter von fünf Kindern und seit zwölf Jahren Ärztin. Durch Familienzeiten hat sich die Weiterbildung verzögert, auch in den kommenden Jahren soll es in Teilzeit sein. Ich würde gern 25 bis 30 Stunden/Woche arbeiten, darf aber im Rahmen des Programms nur 20 Stunden, wodurch sich meine Weiterbildungszeit noch mehr verlängert und ich, ungewollt, erst später als Hausärztin zur Verfügung stehen kann . . . Hier sehe ich als Betroffene ganz dringenden Verbesserungsbe-
darf!
Kristin Schäfer, Ärztin in Weiterbildung,
14195 Berlin
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