MEDIEN

Broschüre: Gewalt gegen ältere Pflegebedürftige

Dtsch Arztebl 2012; 109(27-28): A-1440 / B-1244 / C-1222

EB

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat Rahmenempfehlungen zur Prävention von Gewalt gegen alte und pflegebedürftige Menschen veröffentlicht (Broschüren-Download unter www.mds-ev.de). Diese sind Ergebnis des Projekts „Monitoring in Long-Term-Care – Pilot Project on Elder Abuse“ (MILCEA, www.milcea.eu), das der MDS mit Partnern aus Luxemburg, Österreich, den Niederlanden und Spanien durchgeführt hat. Das Projekt wurde mit Mitteln der Europäischen Kommission gefördert. Ziel war es, die Prävention von Gewalt gegen pflegebedürftige ältere Menschen voranzutreiben und zu einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag zu machen.

Die Misshandlung alter Menschen ist ein Problem von erheblichem Ausmaß. Auf eine registrierte Misshandlung kommen zudem in der Regel fünf Gewalttaten, die im Dunkeln bleiben. Dazu zählen vor allem körperliche und psychische Misshandlungen, Vernachlässigung und finanzielle Schädigung.

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 Wer aufgrund von Krankheit oder Hinfälligkeit pflegebedürftig wird, verliert häufig seine Eigenständigkeit und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung. Viele dieser Menschen können ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr äußern. Sie sind plötzlich abhängig vom guten Willen und den Fähigkeiten der Pflegeperson. Ist diese ungeeignet oder überfordert, kann das eine Gefahr für den Patienten bedeuten.

Die Rahmenempfehlungen formulieren Anforderungen an ein Monitoringsystem zur Gewaltprävention. Dazu zählen vom Gesetzgeber zu schaffende klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Zudem müssen Handlungsabläufe auf allen Ebenen verbindlich festgelegt werden, so dass Ratsuchende wissen, an wen sie sich im Verdachtsfall wenden können. Eine Telefonhotline, bei der (Verdachts-)Fälle gemeldet werden können, soll die Zugangsschwelle für externe Hilfe senken. Personen und Organisationen, die beruflich oder ehrenamtlich mit möglichen Opfern von Gewalt in der Pflege in Kontakt kommen, gilt es, für das Thema zu sensibilisieren. Dies sollte daher in den Aus- und Fortbildungen in den Gesundheits- und Sozialberufen sowie im Qualitätsmanagement der Pflegeorganisationen und bei den Prüfungen von Heimaufsicht und MDK berücksichtigt werden. Auch müssen die alten und pflegebedürftigen Menschen selbst einbezogen werden, wenn es um die Ausgestaltung ihres Schutzes und Wohles geht. EB

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