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Online-Arztpraxis: DrEd birgt Risiken für Patienten
Dtsch Arztebl 2012; 109(31-32): A-1528 / B-1314 / C-1294

Die von deutschen Ärzten seit Ende 2011 von London aus betriebene virtuelle Arztpraxis „DrEd“ hat bei der Stiftung Warentest schlecht abgeschnitten. Das Risiko einer Falschbehandlung sei „immens“, daher sei dringend davon abzuraten, lautet das Urteil. Die Tester hatten sich mit zwei vermeintlichen Krankheiten an DrEd gewandt: Blasenentzündung und Chlamydieninfektion. In beiden Fällen erhielten sie ein Antibiotikum verordnet, obwohl die angegebenen Symptome zu vage waren beziehungsweise nur teilweise zum Krankheitsbild passten und die Diagnose einen Urin- beziehungsweise einen Chlamydientest erfordert hätte.
DrEd zweifelt an der Sorgfalt der Tester. Die beschriebenen Behandlungsrisiken entstünden im Wesentlichen dadurch, dass die Ärzte gezielt getäuscht würden. Das Unternehmen weist auch den Vorwurf zurück, es agiere in einer rechtlichen Grauzone, und beruft sich auf eine EU-Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.
DrEd zufolge haben bereits gut 15 000 Patienten die virtuelle Sprechstunde besucht, am häufigsten wegen Erkrankungen mit hohem Schamfaktor wie Geschlechtskrankheiten. KBr
@Testbericht und Brief von DrEd:
www.aerzteblatt.de/121528a
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