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Sterben und Tod: Deutsche wünschen sich Debatte

Dtsch Arztebl 2012; 109(35-36): A-1736 / B-1406 / C-1386

Richter-Kuhlmann, Eva

Sterben und Tod sind keine Tabuthemen mehr. Im Gegenteil: Die Bevölkerung möchte sich intensiver mit ihnen auseinandersetzen als bisher. Dies zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Bevölkerungsbefragung „Sterben in Deutschland – Wissen und Einstellungen zum Sterben“ des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV). Mehr als 1 000 Deutsche ab 18 Jahren äußerten sich.

66 Prozent der Befragten möchten zu Hause sterben. Foto: dapd

Beim Wunsch nach dem Sterbeort gebe es mittlerweile eine differenzierte Sichtweise, erläuterte Dr. med. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des DHPV. Gefragt danach, wo sie sterben wollten, hätten 66 Prozent angegeben: zu Hause. „Dies ist überraschend“, sagte die Ärztin. Noch vor einigen Jahren hätten sich 90 Prozent der Menschen gewünscht, zu Hause zu sterben. „Jetzt sagen 18 Prozent der Teilnehmer, dass sie in einer Einrichtung zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen sterben wollen.“ Dies sei ein Hinweis darauf, dass Hospize inzwischen bekannter seien. Dennoch sei mehr Aufklärung erforderlich. Nur elf Prozent der Befragten sei bekannt, dass die Versorgung in einem Hospiz oder eine Hospizbegleitung zu Hause kostenfrei sind.

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Informiert werden müssten vor allem auch die Hausärzte. „Ihnen kommt nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten in dieser letzten Lebensphase zu“, betonte Weihrauch. Sie forderte, Leistungen der Hospiz- und Palliativpflege besser in den Leistungskatalog der Krankenkassen einzubinden. ER

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