Kollege Manfred Dornberg weist im Text auf die fehlende Hirntoddebatte hin. Seinem Anliegen stimme ich voll zu. Im Text wird mehrmals von einer „postmortalen Spende“ gesprochen. Diese „Spende“ ist noch „prämortal“! Die Transplantationsorgane müssen noch vom Kreislauf versorgt werden, um sie funktionsfähig transplantieren zu können, das heißt, Herz-Kreislauf müssen noch intakt sein. Richtig ausgedrückt: Bei den Spendern handelt es sich um „Sterbende“, die bei der Organentnahme „getötet“ werden!

Es wurde von keiner nationalen/internationalen wissenschaftlichen Fachgesellschaft der Nachweis erbracht, dass der sogenannte Hirntod der Tod des Menschen sei!

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Beckmann weist darauf hin, dass die Vertreter der Hirntod-These oft ein biologisches-materialistisches Menschenbild bevorzugen: Der Mensch wird ausschließlich auf seine naturwissenschaftlich nachweisbaren Phänomene reduziert, das heißt, der alleinige Hirntod wird von ihnen als „Tod des Menschen“ beurteilt. Nach christlicher Auffassung ist der Mensch nicht nur Materie: Die Geistseele bewirkt, dass der materielle Leib ein lebendiger menschlicher Leib ist. Die Seele benennt das geistige Lebensprinzip des Menschen. Diese Auffassung wird in unserem Kulturkreis allgemein anerkannt. Wenn der Mensch nur „Biomasse“ wäre (materielles Menschenbild), wäre die Grundannahme, auf der unsere Gesellschafts- und Rechtsordnung aufgebaut ist, hinfällig. Die Trennung von Leib und Seele kann durch keine wissenschaftlichen Techniken unmittelbar exakt festgestellt werden. Die „sichere“ Todesfeststellung ist nur indirekt möglich.

Das Gehirn erhält den Menschen nicht allein lebendig, sondern erst durch Vernetzung lebenswichtiger Organe. Dem Herz-Kreislauf-System kommt eine wichtige Integrationsaufgabe zu. Aus theologischer Sicht gibt es keine ausreichenden Beweise, dass die Seele räumlich im Gehirn anzusiedeln ist. In der christlich-abendländischen Philosophie versteht man die Seele als das belebende Prinzip des Leibes . . .

An der Hirntoddebatte müssen sich auch Philosophen und Theologen beteiligen, zumal der Arztberuf weder rein naturwissenschaftlich noch geisteswissenschaftlich ist . . .

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Peter Halama,
23669 Timmendorfer Strand

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