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Partikeltherapie: Aus für Anlagen in Kiel und Marburg
Dtsch Arztebl 2012; 109(43): A-2106 / B-1718 / C-1686

Die Therapie mit Protonen und Kohlenstoffionen ist ein Hoffnungsträger der Radioonkologie: Aufgrund ihrer besonderen Charakteristika sind mit diesen Strahlen auch Tumoren in schwierigen Lokalisationen wirksam und nebenwirkungsarm behandelbar. Wegen des gewaltigen technischen Aufwands ist die Technologie nur an wenigen Standorten verfügbar. Zwei neue Anlagen in Kiel und Marburg, auf die die deutschen Strahlentherapeuten gehofft hatten, werden nicht wie ursprünglich geplant in Betrieb gehen: Der Hersteller Siemens hat die Verträge mit den Universitätsklinika Schleswig-Holstein und Marburg-Gießen gekündigt. Die Anlage in Kiel wird demontiert, die Anlage in Marburg hat Siemens zurückgekauft und verwendet sie nur noch zu Forschungszwecken, um eine ebenfalls geplante Anlage in China fertigzustellen.

Aus Kostengründen gehen die Partikeltherapiezentren nicht an den Start. Hier die Anlage in Marburg. Foto: Philipps-Universität Marburg, Dr. Andrea Wittig
Der Hauptgrund für den Ausstieg: Weil die deutschen Kostenträger für eine Partikeltherapie-Behandlung deutlich niedrigere Vergütungen gewähren als in anderen Ländern, waren beide Anlagen mit einer mindestens doppelt so hohen Kapazität geplant worden. Die Erkenntnis, dass diese Leistungsfähigkeit aus technischen Gründen nicht erreicht werden kann, bewog Siemens zum Rückzug aus der weiteren Entwicklung des Geschäftsfelds Partikeltherapie. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie beklagt, damit würden Nachteile für den Forschungsstandort Deutschland und künftige Einschränkungen in der Behandlung von Krebspatienten in Kauf genommen. Gu
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