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Krebsmedikamente: Fachgesellschaften warnen vor Engpässen
Dtsch Arztebl 2012; 109(44): A-2157 / B-1761 / C-1729

Die deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie sind besorgt, weil zunehmend Versorgungsengpässe mit essenziellen Medikamenten vor allem bei seltenen Krebserkrankungen auftreten. In Deutschland gab es in diesem Jahr schon bei sechs Zytostatika Lieferschwierigkeiten, wie Prof. Dr. med. Gerhard Ehninger, Geschaftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, bei der Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Fachgesellschaften in Stuttgart berichtete. Auch die Schweiz sei immer wieder von Engpässen betroffen.
„Die Sicherstellung der Versorgung mit lebensnotwendigen Medikamenten muss dringend gewährleistet werden“, forderte Dr. med. Jürg Nadig, Vorstand der Schweizer Fachgesellschaft SGMO. Nadig schlug vor, den Preis für Generika anzuheben, verbunden mit der Auflage für pharmazeutische Hersteller, die Arzneimittelversorgung aufrechtzuhalten, zum Beispiel durch die Finanzierung von Zwischenlagern.
Außerdem verurteilen die drei Fachgesellschaften die Marktrücknahmen wirksamer Krebsmedikamente aus kommerziellen Gründen. Sie sehen die Hersteller in der ethischen Pflicht gegenüber Patienten und fordern sie auf, ihre Versorgungsverantwortung ernst zu nehmen. Zur Vermeidung von Lieferengpässen könne nach dem Vorbild der USA eine Behörde beauftragt werden, die regulative und sanktionierende Kompetenzen habe. nsi
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