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Richtlinien zur Organtransplantation: Das „Mehraugenprinzip“ wird eingeführt

Dtsch Arztebl 2012; 109(45): A-2218 / B-1810 / C-1774

Siegmund-Schultze, Nicola

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Allgemeinen Grundsätze für die Aufnahme in die Warteliste zur Organtransplantation in ihren Richtlinien verändert (siehe Bekanntmachungen in diesem Heft). Danach soll eine interdisziplinäre, organspezifische Transplantationskonferenz am jeweiligen Zentrum darüber entscheiden, ob ein Patient auf die Warteliste aufgenommen oder von ihr abgemeldet wird. In den interdisziplinären Teams soll außer den direkt beteiligten chirurgischen und konservativen Disziplinen mindestens eine weitere medizinische Disziplin vertreten sein, die nicht unmittelbar in das Transplantationsgeschehen eingebunden ist. Die Mitglieder der Transplantationskonferenz sind für alle vermittlungsrelevanten Meldungen und Entscheidungen verantwortlich und werden der Vermittlungsstelle Eurotransplant namentlich genannt.

Geht es bei Verteilung von Organen korrekt zu? Die neuen Richtlinien zur Aufnahme auf die Warteliste sollen Vertrauen schaffen. Foto: Fotolia/horizont21

Damit wird das „Mehraugenprinzip“ umgesetzt. Es war bei einem Spitzengespräch zwischen Vertretern von Bund, Ländern und den maßgeblichen Akteuren der Transplantationsmedizin im Bundesgesundheitsministerium Ende August vereinbart worden, nachdem gravierende, zum Teil offenbar absichtliche Verstöße gegen Richtlinien zur Organtransplantation festgestellt worden waren. Als Folge der Verstöße rückten Patienten auf der Warteliste nach vorn.

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Außerdem müssen Ärzte, die für die Entscheidung verantwortlich sind, ob ein eingeschränkt vermittelbares Organ akzeptiert wird und für welchen Patienten, ihre Entscheidung der Transplantationskonferenz mitteilen. Bei solchen Organen haben Zentren einen größeren Einfluss auf die Zuteilung. Die Richtlinienänderungen treten im Dezember in Kraft. nsi

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