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Rolf D. Hirsch: Gewalt gegen alte Menschen verhindern

Dtsch Arztebl 2012; 109(47): A-2369 / B-1931 / C-1893

Hibbeler, Birgit

Rolf D. Hirsch, Foto: privat

Wenn Prof. Dr. med. Dr. phil. Rolf D. Hirsch (66) über Gewalt gegen alte Menschen spricht, dann nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er benutzt keine technischen Begriffe, wie „Fixierungen“, sondern spricht ganz offen von „Fesselungen“. Diese lassen sich aus seiner Sicht in so gut wie allen Fällen vermeiden. „Dahinter steckt keine medizinische Notwendigkeit, sondern ein Menschenbild“, sagt Hirsch.

Als er und seine Mitstreiter vor 15 Jahren die Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter „Handeln statt Misshandeln“ (www.hsm-bonn.de) gründeten, war das Thema noch ein viel größeres Tabu als heute. „Wir haben zu einer Sensibilisierung beigetragen“, meint Hirsch. Aber auch ganz praktische Hilfe bietet der Verein an. So sind seit der Gründung allein 35 000 Anrufe beim Notruf- und Krisentelefon eingegangen und bearbeitet worden. Mitarbeiter der Initiative suchen dann, wenn nötig, auch Heime auf. Gewalt zu Hause spielt aber Hirsch zufolge ebenfalls eine große Rolle. Regelmäßig veranstaltet die Bonner Initiative auch für niedergelassene Ärzte Fortbildungen zu dem Thema.

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Hirsch war bis 2011 20 Jahre lang Chefarzt der Abteilung Gerontopsychiatrie und -psychotherapie sowie des Gerontopsychiatrischen Zentrums der Rheinischen Kliniken Bonn. Nun ist der Psychiater und Psychologe in eigener Praxis tätig. Seine Motivation, sich für alte Menschen einzusetzen, ist ungebrochen. Dabei hat ihm sicherlich seine positive Grundhaltung geholfen. Hirsch sagt es so: „Wer sich das Thema Gewalt auf die Fahnen schreibt, der braucht Humor. Sonst verzweifelt er.“ Birgit Hibbeler

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