MEDIZIN: Originalarbeit

Interessenkonflikte bei Autoren medizinischer Leitlinien

Eine Analyse der Leitlinien deutscher Fachgesellschaften 2009-2011

Conflicts of interest among authors of medical guidelines—an analysis of guidelines produced by German specialist societies

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(48): 836-42; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0836

Langer, Thomas; Conrad, Susann; Fishman, Liat; Gerken, Martin; Schwarz, Sabine; Weikert, Beate; Ollenschläger, Günter; Weinbrenner, Susanne

Hintergrund: Im Kontext der Leitlinienerstellung können Interessenkonflikte zu verzerrten Leitlinienempfehlungen führen. Im Jahr 2010 wurden die Regeln der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zum Umgang mit Interessenkonflikten in Leitlinien revidiert.

Methoden: Jeweils zwei Personen (TL, MG, SC, BW, LF, SS) untersuchten unabhängig voneinander die gültigen S2- und S3-Leitlinien der AWMF-Datenbank aus den Jahren 2009–2011. Angaben zu Interessenkonflikten wurden extrahiert und deskriptiv analysiert. Die Auswirkungen der neuen AWMF-Regeln wurden durch einen Vorher-Nachher-Vergleich untersucht.

Ergebnisse: Von insgesamt 297 untersuchten Leitlinien wurden in 60 Leitlinien (20 %) die Interessenkonflikterklärungen von den Autoren offengelegt. 680 Autoren (49 %) gaben finanzielle Beziehungen an, die einen Interessenkonflikt anzeigten. Neben finanziellen Interessenkonflikten wurden auch Interessenkonflikte aufgrund der Zugehörigkeit zu Fachgesellschaften oder Berufsverbänden in 86 % deklariert. Nach Einführung der neuen AWMF-Regeln wurden Interessenkonflikterklärungen deutlich häufiger abgegeben (8 % von 256 Leitlinien vor Einführung versus 95 % von 41 Leitlinien danach). Der Anteil von Personen mit finanziellen Interessenkonflikten stieg nach Einführung der neuen Regeln, während sich die Dokumentationspraxis der Interessenkonfliktbewertung sowie gegebenenfalls getroffene Gegenmaßnahmen nicht veränderten.

Schlussfolgerung: Seit 2011 werden in den neuen Leitlinien der AWMF-Datenbank die Interessenkonflikterklärungen der Autoren offengelegt. Standards für die Bewertung und das Management von Interessenkonflikten in Leitlinien fehlen und sollten dringend entwickelt werden.

Das zunehmende Bedürfnis der Gesellschaft nach Transparenz in der Medizin und Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen Dritter (zum Beispiel der Medizinindustrie) hat in den letzten Jahren im In- und Ausland die Diskussion um Interessenkonflikte im Gesundheitswesen und den Umgang mit ihnen vorangetrieben. Interessenkonflikte sind definiert als Situationen, die ein Risiko dafür schaffen, dass professionelles Urteilsvermögen oder Handeln, welches sich auf ein primäres Interesse bezieht, durch sekundäre Interessen unangemessen beeinflusst wird (1). Bei Medizinern besteht das primäre Interesse darin, das Wohlergehen der Patienten durch eine optimale Versorgung und wissenschaftlichen Fortschritt zu gewährleisten. Sekundäre Interessen, die mit dem primären Interesse in Konflikt geraten können, sind zum Beispiel materielle Interessen, wie das Interesse an der Aufrechterhaltung einer lukrativen Beziehung zu einem pharmazeutischen Unternehmen. Ebenso können soziale oder intellektuelle Interessen als sekundäre Interessen zu einem Interessenkonflikt führen.

Nach diesem Verständnis existiert ein Interessenkonflikt dann, wenn von einem bedeutsamen Risiko für eine unangemessene Beeinflussung ausgegangen wird, und nicht, wenn – wie häufig mit dem Begriff assoziiert wird –, der Verdacht besteht, dass die professionelle Entscheidung einer Person durch andere Interessen tatsächlich beeinflusst wurde (2).

Interessenkonflikte und deren mögliche negative Folgen werden im Kontext von medizinischer Versorgung, Forschung, Aus- und Weiterbildung, und auch im Zusammenhang mit der Erstellung von Leitlinien diskutiert (3, 4).

Analysen zeigen, dass Leitlinien aus dem angelsächsischen Raum oft keine Angaben zu Interessenkonflikten machen. Lagen entsprechende Angaben vor, gab ein großer Teil der Autorinnen und Autoren Sachverhalte an, die auf finanzielle Interessenkonflikte hinweisen (Tabelle 1). Entsprechende Untersuchungen für Deutschland existierten bisher nur für dermatologische Leitlinien (5). Die vorliegende Arbeit beschreibt den Umgang mit Interessenkonflikten in deutschen Leitlinien aus den Jahren 2009 bis 2011.

Studien zur Offenlegung und Häufigkeit von Interessenkonflikten in Leitlinien
Tabelle 1
Studien zur Offenlegung und Häufigkeit von Interessenkonflikten in Leitlinien

Die für den Umgang mit Interessenkonflikten maßgeblichen Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wurden während des Untersuchungszeitraums (April 2010) einer Revision unterzogen (6). Das Formblatt der AWMF zur Erklärung von Interessenkonflikten wurde im Rahmen dieser Revision um nichtfinanzielle Sachverhalte und Beziehungen erweitert, und alle Leitliniengruppen wurden zur Offenlegung der Interessenkonflikterklärungen sowie des Verfahrens zur Bewertung der Interessenkonflikte verpflichtet. Darüber hinaus wurden Vorgaben für die Bewertung der Interessenkonflikte ergänzt. Die folgenden Fragestellungen sind Gegenstand dieser Untersuchung:

  • Wie häufig werden Interessenkonflikte von deutschen Leitliniengruppen offengelegt und welche Angaben werden hierzu gemacht?
  • Wie wird mit den offengelegten Interessenkonflikten in den Leitlinien umgegangen?
  • Welchen Einfluss hatte die Revision der AWMF-Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten auf deren Offenlegung, Häufigkeit und Management?

Methode

Alle gültigen S2- und S3-Leitlinien aus dem Zeitraum zwischen August 2009 und Dezember 2011 wurden über die Leitlinien-Datenbank der AWMF (www.awmf.org) ermittelt. Auf die Auswertung von S1-Leitlinien wurde verzichtet, da in diesen das methodische Vorgehen nicht beschrieben werden muss. Zur Erläuterung der Klassifikation der AWMF siehe www.awmf.org.

Jeweils zwei Personen (TL, MG, SC, BW, LF, SS) beurteilten die Leitlinien unabhängig voneinander hinsichtlich der Offenlegung von Interessenkonflikten anhand des Kriteriums 23 des Deutschen Leitlinien-Bewertungsinstruments (DELBI) (12) (Tabelle 2). Mit Kriterium 23 von DELBI wird der Umgang mit Interessenkonflikten bewertet. Die Höchstzahl von 4 Punkten wird in diesem Kriterium vergeben, wenn die Ergebnisse der Interessenkonflikterklärungen in der Leitlinie dokumentiert sind.

Anforderungen des Kriterium 23 des Deutschen Leitlinien-Bewertungsinstruments (DELBI)
Tabelle 2
Anforderungen des Kriterium 23 des Deutschen Leitlinien-Bewertungsinstruments (DELBI)

Für alle Leitlinien mit dokumentierten Interessenkonflikten (4 Punkte) extrahierten wiederum jeweils zwei Personen (TL, MG, SC, BW, LF, SS) unabhängig voneinander die Angaben zum Verfahren und zu den Ergebnissen der Interessenkonflikterklärungen.

Neben den Leitlinien wurden weitere verfügbare Dokumente berücksichtigt wie etwa Leitlinienreports oder Methodenberichte. Die Extraktion der Angaben zu Interessenkonflikten erfolgte anhand des im April 2010 eingeführten AWMF-Formblattes, das folgende acht Sachverhalte erfasst (www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Werkzeuge/Interessenkonflikterklaerung_Leitlinien.pdf, eingesehen am 27. 09. 2011):

  • Vortrags- und Schulungstätigkeiten
  • Tätigkeiten als Berater oder Gutachter
  • Drittmittel
  • Eigentumsverhältnisse
  • Besitz von Geschäftsanteilen
  • persönliche Beziehungen zu Vertretungsberechtigten eines Unternehmens der Gesundheitswirtschaft
  • Mitgliedschaft in Berufsverbänden und Fachgesellschaften
  • sonstige politische, akademische, wissenschaftliche oder persönliche Interessen.

Voneinander abweichende Bewertungs- und Extraktionsergebnisse zwischen den Reviewern wurden nach nochmaliger Sichtung der jeweiligen Dokumente im Konsens gelöst.

Der Vergleich der offengelegten Interessenkonflikte vor und nach der AWMF-Neuregelung wurde mit dem Chi-Quadrat-Test durchgeführt. Bei zu geringen Fallzahlen wurde Fishers exakter Test verwendet. Das Signifikanzniveau beträgt jeweils α = 0,05. Für die Klassifizierung der Leitlinien beim Vorher-Nachher-Vergleich wurde der 01. 01. 2011 als Stichtag festgelegt, um eine gewisse Übergangsfrist für die Umsetzung der neuen Regeln zu berücksichtigen.

Ergebnisse

Häufigkeit der Offenlegung von Interessenkonflikten und Art der Angaben in den Erklärungen

Im Untersuchungszeitraum (August 2009 bis Dezember 2011) wurden insgesamt 297 gültige S2- und S3-Leitlinien identifiziert und ausgewertet.

Angaben zu Interessenkonflikterklärungen (4 Punkte nach der DELBI-Kategorisierung) fanden sich insgesamt bei 60 (20 %) S2- und S3-Leitlinien. Bei 53 (18 %) der Leitlinien wurde eine Abfrage der Interessenkonflikte berichtet, jedoch ohne deren Ergebnisse im Detail zu veröffentlichen (3 Punkte nach DELBI) und bei 184 (62 %) Leitlinien gab es keinerlei Angaben zu Interessenkonflikten (1 oder 2 Punkte nach DELBI). An den 60 Leitlinien, die zu Interessenkonflikten Angaben machten, waren insgesamt 1 606 Autorinnen und Autoren beteiligt. Bei zehn Leitlinien waren die Darlegungen unvollständig, das heißt zu insgesamt 227 Personen konnten keine Angaben identifiziert werden.

680 (49 %) der insgesamt 1 379 Personen mit Angaben zu Interessenkonflikten deklarierten Sachverhalte, die auf einen finanziellen Interessenkonflikt (Fragen 1–5 des AWMF-Formblatts) hinwiesen. Von 522 Personen (38 %) wurden finanzielle Zuwendungen seitens der Medizinindustrie für Vortrags- und Schulungstätigkeiten dargelegt (Grafik). 403 Personen (29 %) gaben eine Gutachter- oder Beratertätigkeit an. 316 (23 %) erhielten Zuwendungen für Forschungsvorhaben. Eigentümerinteressen in Form von Patenten wurden von 18 Autoren (1,8 %), der Besitz von Geschäftsanteilen in 32 Fällen (2,3 %) angezeigt. 181 (13 %) Personen deklarierten mindestens drei verschiedene Arten von finanziellen Beziehungen, die auf einen Interessenkonflikt hinwiesen.

Anteil der Autorinnen und Autoren mit Angaben zu Sachverhalten, die auf Interessenkonflikte
hinweisen
Grafik
Anteil der Autorinnen und Autoren mit Angaben zu Sachverhalten, die auf Interessenkonflikte hinweisen

In 36 Leitlinien aus 2011 wurden auch nichtfinanzielle Interessenkonflikte erfasst. Sonstige politische, akademische, wissenschaftliche oder persönliche Interessen gaben in diesen Leitlinien 3 % und persönliche Beziehungen zu Vertretungsberechtigten von Unternehmen der Gesundheitsindustrie deklarierten 1 % der Autorinnen und Autoren. 86 % gaben an, Mitglied in einem Berufsverband oder einer Fachgesellschaft zu sein.

In 55 % der insgesamt 60 ausgewerteten Leitlinien gaben mehr als die Hälfte der Autorinnen und Autoren Sachverhalte an, die auf finanzielle Interessenkonflikte hinwiesen. Bei 20 % der Leitlinien galt dies für alle Autorinnen und Autoren. In 18 % der Leitlinien nannten bis zu 25 % der Autoren und Autorinnen finanzielle Interessenkonflikte, lediglich bei 5 % der Leitlinien verneinten alle Autorinnen und Autoren die Fragen zu Sachverhalten, die auf finanzielle Interessenkonflikte hinwiesen (Tabelle 3).

Häufigkeit von finanziellen Interessenkonflikten in deutschen Leitlinien
Tabelle 3
Häufigkeit von finanziellen Interessenkonflikten in deutschen Leitlinien

Konsequenzen der Darlegung der Interessenkonflikte

In 27 der 60 ausgewerteten Leitlinien wurde angegeben, wer die Relevanz der offengelegten Interessenkonflikte beurteilt hat. In vier Leitlinien war ohne Angabe weitergehender Informationen dargelegt, dass die Bewertung durch den Leitlinien-Koordinator erfolgte. In 22 Leitlinien war eine Selbstbewertung der Bedeutsamkeit der Interessenkonflikte durch die Autorinnen und Autoren beschrieben. In einer Leitlinie haben neben den Autorinnen und Autoren auch die Präsidien der entsendenden Fachgesellschaften die Interessenkonflikte bewertet. In keiner der ausgewerteten Leitlinien wurde ein relevanter Interessenkonflikt aufgrund der offengelegten Beziehungen und Sachverhalten explizit dokumentiert. Angaben zum Umgang mit den Interessenkonflikten der beteiligten Personen fanden sich in zwei Leitlinien. In einer Leitlinie wurde ohne weiterführende Angaben berichtet, dass Leitlinienmitglieder, die einen Interessenkonflikt bekundet haben, von der Abstimmung einzelner Empfehlungen ausgeschlossen wurden. In einer anderen Leitlinie wurden die Themen benannt, die von den Interessenkonflikten der Leitlinienmitglieder betroffen sind.

Auswirkungen der neuen AWMF-Regeln auf die Offenlegung, Häufigkeit und das Management von Interessenkonflikten

Für den Vorher-Nachher-Vergleich wurden 256 Leitlinien, die in 2009 und 2010 gültig waren mit 41 Leitlinien verglichen, die 2011 publiziert wurden. Hinsichtlich der Deklarationsquoten zeigte sich, dass die neuen Regeln der AWMF die Deklarationspraxis signifikant verbessert haben. In Leitlinien aus 2011 wurden mit einer Deklarationsquote von 95 % die Interessenkonflikterklärungen nahezu vollständig offengelegt. Vor der Einführung der verpflichtenden Offenlegung durch die AWMF lag die Deklarationsquote lediglich bei 8 %.

Der Anteil von Autoren und Autorinnen mit finanziellen Interessenkonflikten (Fragen 1–5 des AWMF-Formblatts) war in Leitlinien, die vor Einführung der neuen AWMF-Regeln erstellt wurden statistisch signifikant geringer als in Leitlinien, die danach erstellt wurden (44,8 % versus 51,5 %, p = 0,019). In 2011 stieg insbesondere der Anteil von Personen, die Vortrags- und Schulungstätigkeiten sowie den Besitz von Geschäftsanteilen wie Aktien oder Fonds deklarierten, signifikant gegenüber früheren Leitlinien (32,7 % versus 40,3 %, beziehungsweise 0,4 % versus 3,2 %) (Tabelle 4).

Vergleich vor und nach Einführung der neuen AWMF-Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten
Tabelle 4
Vergleich vor und nach Einführung der neuen AWMF-Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten

Unterschiede bei der Bewertung der Interessenkonflikte konnten zwischen Leitlinien, die vor und nach Einführung der neuen AWMF-Empfehlungen publiziert wurden, nicht festgestellt werden. Auch nach Einführung der neuen AWMF-Regeln fehlten in etwa der Hälfte der Leitlinien Angaben zur Bewertung der offengelegten Interessenkonflikte (47,6 % versus 43,6 %, p = 0,765). Maßnahmen, die das Verzerrungsrisikos aufgrund eines Interessenkonfliktes reduzieren sollen, sind nach wie vor sehr selten dokumentiert (0 % versus 2,6 %, p = 1).

Diskussion

Limitationen

Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurde erstmals der Umgang mit Interessenkonflikten in deutschen medizinischen Leitlinien umfassend untersucht. Da nur wenige deutsche Leitlinien (AkdÄ, Leitliniengruppe Hessen) nicht in der AWMF-Datenbank erfasst sind, konnte die überwiegende Mehrzahl (circa 90 %) der methodisch hochwertigsten Leitlinien von den Autoren beurteilt werden. Eine Limitation der Untersuchung ist, dass die Validität der Interessenkonflikterklärungen nicht überprüft wurde. Eine multimodale Recherche nach Beziehungen, die auf einen Interessenkonflikt hinweisen, wurde von Cosgrove et al. (13) vorgeschlagen. Entsprechende Nachforschungen in Publikationen, dem Internet und anderen Quellen wie Patentdatenbanken zu einer repräsentativen Stichprobe von Autorinnen und Autoren sind sehr aufwendig und konnten im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden.

Die neuen Empfehlungen der AWMF

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass nach Einführung der neuen Empfehlungen der AWMF die Offenlegung der Interessenkonflikterklärungen in deutschen S2- und S3-Leitlinien mittlerweile etabliert ist. Die offengelegten Interessenkonflikterklärungen dokumentieren, dass in den Leitliniengruppen finanzielle und organisatorische Interessenkonflikte häufig sind, dies jedoch keine erkennbaren Konsequenzen bei der Erstellung der Leitlinie zur Folge hat. Die neuen Empfehlungen der AWMF haben darüber hinaus im Beobachtungszeitraum weder dazu beigetragen, die Beteiligung von Personen mit finanziellen Interessenkonflikten zu reduzieren, noch die Darlegung des Bewertungsverfahrens in den Leitlinien zu etablieren. Die neuen Empfehlungen der AWMF müssen nicht ursächlich für den beobachteten Anstieg von finanziellen Interessen sein. Dafür könnten auch die Themen der Leitlinien aus 2011 verantwortlich sein, wenn dadurch Fachgruppen mit größerer Nähe zur Industrie häufiger beteiligt waren. Die Beteiligungspraxis von Personen mit finanziellen Interessenkonflikten ist auch nicht explizites Ziel der neuen AWMF-Empfehlungen (sondern die Beteiligungspraxis von als „befangen“ eingestuften Personen), insofern konnte nicht mit einer Reduktion in diesem Bereich gerechnet werden. Demgegenüber wird von der AWMF in den neuen Empfehlungen explizit eine Darlegung des Bewertungsverfahrens gefordert, was allerdings 2011 nur unzureichend umgesetzt wurde.

Reicht die Offenlegung der Interessenkonflikte aus?

Ob die alleinige Offenlegung der Interessenkonflikte die Validität und Glaubwürdigkeit von Leitlinien verbessert oder verschlechtert, wurde nach Wissen der Autoren bisher nicht untersucht. Einige Studien deuten jedoch darauf hin, dass die bloße Offenlegung der Interessenkonflikte ohne weitergehende Regulierungsmaßnahmen die Validität und Glaubwürdigkeit von Leitlinien beeinträchtigen kann. So wurde in einem psychologischen Experiment gezeigt, dass die Offenlegung eines Interessenkonfliktes das Risiko einer beeinflussten Entscheidung nicht reduziert, sondern erhöhen kann (14). In mehreren randomisierten, kontrollierten Studien zeigte sich außerdem, dass wissenschaftliche Artikel mit offengelegten bedeutsamen Interessenkonflikten gegenüber Artikeln ohne offengelegte Interessenkonflikte als weniger glaubwürdig, relevant und valide eingeschätzt werden (1517)

Zu einer überzeugenden Regulierung von Interessenkonflikten gehört deshalb zusätzlich zur öffentlichen Deklaration eine glaubwürdige Bewertung der deklarierten Interessenkonflikte und ein als angemessen empfundenes Management bei Feststellung problematischer Interessenkonflikte.

Bewertung der Interessenkonflikte

Angaben zum Verfahren der Bewertung wurden in der vorliegenden Untersuchung nur bei circa der Hälfte der Leitlinien gemacht. Überwiegend bewerteten die Autorinnen und Autoren selbst die Relevanz ihrer Interessenkonflikte. Einige Studien zeigen allerdings, dass die Selbsteinschätzung des Verzerrungsrisikos nicht der Einschätzung Dritter entspricht und damit für eine glaubwürdige Bewertung ungenügend ist (7, 18). Eine Prozedur zur Bewertung der Bedeutung eines Interessenkonflikts hat sich national wie international noch nicht etabliert (1, 4). Zur Frage, wer die Bedeutung der Interessenkonflikte beurteilen soll, werden von der AWMF derzeit mehrere Vorgaben gemacht. Neben der Selbsteinschätzung enthält das Formblatt der AWMF die Aufforderung, die Interessenkonflikte und möglichen Konsequenzen im Rahmen der Leitliniengruppe zu diskutieren. Im Regelwerk der AWMF findet sich darüber hinaus die Auflage, dass die Interessenkonflikte des Lenkungsgremiums durch die Präsidien der sie entsendenden Fachgesellschaften bewertet werden sollen. Die Mitglieder des Lenkungsgremiums wiederum sollen die Interessenkonflikte der anderen Mitwirkenden bewerten (7).

Bei der Bewertung eines Interessenkonflikts müssen unter anderem die Art des offengelegten Sachverhalts und der jeweilige Entscheidungsspielraum berücksichtigt werden (1, 19). Letzterer wiederum ist abhängig von der jeweiligen methodischen Vorgehensweise oder von der Eindeutigkeit der vorhandenen Daten (zum Beispiel Konsistenz und Qualität der Nutzenbelege zu einer Intervention).

Bisher noch wenig diskutiert ist außerdem die Frage, inwiefern sekundäre Interessen von Organisationen bei der Bewertung von individuellen Interessenkonflikten zu berücksichtigen sind. In Leitlinien aus 2011 waren 86 % der beteiligten Experten Mitglied in einer Fachgesellschaft oder einem Berufsverband. Bei der Diskussion von Interessenkonflikten in Leitlinien geraten daher zwangsläufig die sekundären Interessen der medizinischen Fachgesellschaften aber auch von Patientenorganisationen, die zunehmend an der Erstellung von Leitlinien beteiligt werden, in den Blickpunkt (20, 21).

Maßnahmen bei Feststellung relevanter Interessenkonflikte

Im Untersuchungszeitraum der vorliegenden Auswertung war lediglich in einer Leitlinie dokumentiert, dass Maßnahmen ergriffen wurden, um das Verzerrungsrisiko aufgrund eines Interessenkonfliktes zu minimieren. International werden verschiedene Strategien diskutiert und angewendet, wobei der Ausschluss oder die Begrenzung der Befugnisse von Personen mit Interessenkonflikten hierbei die wesentlichen Elemente darstellen (4, 22). Das Institute of Medicine (IOM) hat 2009 empfohlen, Personen mit Interessenkonflikten aus Leitliniengruppen auszuschließen. Finden sich zu bestimmten Sachgebieten keine Experten ohne Interessenkonflikte, sollten die betroffenen Personen zwar beteiligt, von der Beratung, dem Entwurf und der Abstimmung konkreter Empfehlungen aber ausgeschlossen werden (4). In ähnlicher Weise empfiehlt die AWMF als „befangen“ eingestufte Experten von der Bewertung der Literatur und der Konsensfindung auszuschließen (6). Neben diesen Ansätzen ist die Anwendung einer auf Transparenz, Systematik und Evidenzbasierung ausgerichteten Methodik, die den subjektiven Entscheidungsspielraum einzelner Experten begrenzt, eine nützliche Maßnahme, das Risiko von Verzerrungen durch Interessenkonflikte zu minimieren (4). Entsprechend können zusätzliche Reviewverfahren und transparente, nachvollziehbare Begründungen einzelner Entscheidungen ein Mittel sein, das wahrgenommene Verzerrungsrisiko bei spezifischen Themen zu reduzieren.

Fazit

Interessenkonflikte in Leitlinien sind häufig und nicht per se problematisch. Problematisch sind sie dann, wenn aufgrund der jeweiligen Situation, von einer unangemessenen Beeinflussung der Leitlinienempfehlungen ausgegangen werden kann oder auch nur der Anschein einer unangemessenen Beeinflussung entsteht. Will man die Gefährdung der Validität und Glaubwürdigkeit von Leitlinien durch Interessenkonflikte reduzieren, müssen Interessenkonflikte nicht nur offengelegt, sondern auch nachvollziehbar und glaubwürdig hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet werden. Darauf aufbauend sind bei einem problematischen Interessenkonflikt methodische Gegenmaßnahmen, wie zum Beispiel ein unabhängiges Review oder eine Begrenzungder Beteiligung, notwendig.

Nutzer von Leitlinien sollten kritisch prüfen, welche Informationen zum Umgang mit Interessenkonflikten eine Leitlinie enthält und für welche Empfehlungen die Interessenkonflikte der beteiligten Personen von Bedeutung sein könnten. Die Methodik zur Erstellung der einzelnen Leitlinienempfehlungen und die Transparenz der wesentlichen Entscheidungsprozesse sind weitere wichtige Kriterien für die Glaubwürdigkeit einer Leitlinie.

Autorinnen und Autoren von Leitlinien sollten im eigenen Interesse ihre Interessenkonflikte nicht nur offenlegen, sondern auch überzeugende Angaben zur Bewertung und zum Management der Interessenkonflikte machen.

Ausgewählte Ergebnisse dieser Arbeit wurden auf dem Jahreskongress 2011 des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin vorgetragen (www.ebmnetzwerk.de/netzwerkarbeit/jahrestagungen/pdf/praesentationen-2011/ii-1d-langer.pdf)

Interessenkonflikt
Dipl.-Soz.-Wiss. Langer war an der Erstellung mehrerer Leitlinien beteiligt, die in diesem Artikel untersucht wurden.

Dr. Gerken ist gegenwärtig Betriebsarzt bei ArcelorMittal Bremen GmbH.

Prof. Ollenschläger ist Vorstand des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) und des Guidelines International Network (G-I-N).

Dr. Weinbrenner war an der Koordination von Leitlinienprojekten beteiligt.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 27. 12. 2011, revidierte Fassung angenommen: 2. 11. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dipl.-Soz.-Wiss.Thomas Langer
Jessnerstraße 49, 10247 Berlin
langer_thomas@ymail.com

Zitierweise
Langer Th, Conrad S, Fishman L, Gerken M, Schwarz S, Weikert B , Ollenschläger G, Weinbrenner S: Conflicts of interest among authors of medical guidelines—an analysis of guidelines produced by German specialist societies. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(48): 836–42.DOI: 10.3238/arztebl.2012.0836

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Gemeinschaftspraxis Egidi und Schelp, Bremen: Dr. med. Gerken
Anteil der Autorinnen und Autoren mit Angaben zu Sachverhalten, die auf Interessenkonflikte
hinweisen
Grafik
Anteil der Autorinnen und Autoren mit Angaben zu Sachverhalten, die auf Interessenkonflikte hinweisen
Studien zur Offenlegung und Häufigkeit von Interessenkonflikten in Leitlinien
Tabelle 1
Studien zur Offenlegung und Häufigkeit von Interessenkonflikten in Leitlinien
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Tabelle 2
Anforderungen des Kriterium 23 des Deutschen Leitlinien-Bewertungsinstruments (DELBI)
Häufigkeit von finanziellen Interessenkonflikten in deutschen Leitlinien
Tabelle 3
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