MEDIEN

App: Dolmetscher für Gebärdensprache

Dtsch Arztebl 2012; 109(50): A-2530 / B-2072 / C-2028

EB

Mehr als 800 medizinische Phrasen, in Gebärdensprache übersetzt, unterstützen die Basiskommunikation zwischen gehörlosen Patienten und Ärzten. Foto: ServiceCenter ÖGS.barrierefrei

Im Krankenhaus ist eine eindeutige Kommunikation unerlässlich. Doch was ist, wenn die Patientin oder der Patient gehörlos und eine „normale“ Kommunikation nicht möglich ist? Das Peter- L.-Reichertz-Institut für Medizinische Informatik (PLRI) hat eine Applikation für mobile Endgeräte entwickelt, die medizinische Dialoge in Gebärdensprache übersetzt. An der Entwicklung waren darüber hinaus das ServiceCenter ÖGS.barrierefrei und die Entwicklerfirma Blue Owl Software beteiligt. Zurzeit ist die App in englischer, deutscher und österreichischer Gebärdensprache im App Store von Apple verfügbar (Informationen: www.isignit-app.de).

Die „iSignIT“-App ermöglicht mit mehr als 800 medizinischen Phrasen eine Basiskommunikation zwischen gehörlosen Patienten und dem medizinischen Personal. Anhand von einfachen Fragen und Antworten kann sich ein schwerhöriger oder gehörloser Patient mit einem Arzt oder einer Pflegekraft verständigen. Die ausgewählten Aussagen werden mittels eines Videos in Gebärdensprache übersetzt.

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„Patienten können mit der App rasch ihre Probleme beschreiben. Medizinisches Personal wiederum kann gezielt nachfragen und über Behandlungsschritte informieren“, erläutert Tino Schaft vom MedAppLab des PLRI. „Es ist aber klar, dass iSignIT-App Gebärdensprachdolmetscher nicht ersetzen kann“, sagt Schaft. Doch sei die mobile Übersetzungshilfe ein hilfreiches Mittel, um erste Barrieren abzubauen.

Gebärdensprache ist die Muttersprache der Gehörlosen. Wie bei Lautsprachen haben sich regional sehr unterschiedliche Gebärdensprachen und Dialekte herausgebildet. Es gibt beispielsweise die deutsche, die österreichische oder die amerikanische Gebärdensprache, die wie die Lautsprachen stark voneinander abweichen. Die genaue Zahl der Menschen, die in Gebärdensprache kommunizieren, ist unbekannt. Schätzungen gehen von etwa 200 000 Menschen in Deutschland aus. EB

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