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Randnotiz: Am Pranger

Dtsch Arztebl 2013; 110(3): A-53 / B-49 / C-49

Schmedt, Michael

Korruption bei Ärzten ist nicht tragbar, keine Frage – denn gerade das Vertrauen der Patienten ist ein hohes Gut, das Ärzte nicht verspielen sollten. Würde sich der Eindruck verselbstständigen, Ärzte behandelten nur noch nach monetären Gesichtspunkten, gäbe es nur Verlierer: Ärzte auf der einen, Patienten und deren Gesundheit auf der anderen Seite.

Die aktuelle Diskussion um die Bestechlichkeit von Ärzten zeigt aber wieder einmal, dass es nicht die schwarzen Schafe unter den Medizinern allein sind, die dafür sorgen, dass der große Respekt, der besonders den Ärzten in der Bevölkerung entgegengebracht wird, sinkt.

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Nein, es sind auch die Politiker und die Medien. Da ist in vielen Zeitungen von „Ärztekorruption“ die Rede, als ob es eine spezielle Korruption sei, wenn Mediziner unerlaubt Geld nehmen. Korruption bei Ärzten ist genauso wenig zu akzeptieren wie bei Bankern, Sportlern oder Politikern. Vor allem Letztere legen im Wahljahr bei diesem Thema richtig los – kommt ja beim Wähler gut an.

Zunächst stoßen Politiker und Kassen das Thema ohne konkreten Anlass in einer nachrichtenarmen Zeit an. Und dann ist sich ein hochrangiger Gesundheitspolitiker auch nicht zu schade, einen öffentlichen Pranger für korrupte Ärzte zu fordern. Wie denn? Als elektronischer Pranger im Internet? Und ab welcher Summe? Vernünftige Vorschläge sehen anders aus.

Jeder Arzt muss sich aber bewusst sein, dass er das Vertrauen seiner Patienten und das Ansehen einer ganzen (seiner eigenen) Berufsgruppe verspielt, lässt er sich auf sogenannte Geschenke ein.

Den Begriff „Politikerkorruption“ hört man im Übrigen selten, da spricht man lieber von „Lobbyismus“. . .

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