MEDIEN

Handreichung: Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Dtsch Arztebl 2013; 110(12): A-564 / B-502 / C-502

EB

Der demografische Wandel bedeutet auch für Krankenhäuser eine große Herausforderung. Im Jahr 2030 werden bereits zwei von drei Patienten über 60 Jahre alt sein. Ebenso wird sich die Zahl der an Demenz erkrankten Patienten weiter erhöhen. Vor diesem Hintergrund hat die Diözesan-Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Krankenhäuser in der Erzdiözese Köln unter der wissenschaftlichen Begleitung des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) eine praxisnahe Handreichung für Krankenhäuser entwickelt.

Hierfür fand unter anderem eine Basisbefragung statt, an der mehr als 130 Chefärzte und 140 leitende Pflegende teilnahmen. Die Studie ergab, dass im Durchschnitt auf jeder Station stets zwei Patienten mit einer Nebendiagnose Demenz betreut werden und dass die Bedeutsamkeit des Themas als hoch eingestuft wurde. Als größte Problematik wurde von Ärzten und Pflegenden übereinstimmend beschrieben, dass eine notwendige Bettruhe von den betroffenen Menschen nicht eingehalten wird oder werden kann. Die Ergebnisse zeigen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der Berufsgruppen in der Bewertung einzelner Ansätze und notwendiger Anpassungen sowie unterschiedlicher Fortbildungsthemen auf.

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Anhand der Ergebnisse wurden sieben Handlungsfelder herausgearbeitet: Zusätzlich zu einer notwendigen Sensibilisierung für das Thema sollen die Einbindung der Angehörigen und das Ehrenamt weiter ausgebaut werden. Die bestehende Netzwerkarbeit soll intensiviert und Demenzbeauftragte in die Koordination eingebunden werden. Ferner soll der Umgang mit Psychopharmaka kritisch hinterfragt und möglichst standardisiert werden. Darüber hinaus werden konkrete Bildungsmaßnahmen für verschiedene Zielgruppen empfohlen.

Die Handreichung kann unter www.dip.de kostenfrei heruntergeladen werden. EB

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