POLITIK

Palliativversorgung von Kindern: Erreichbarkeit rund um die Uhr

Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): A-1411 / B-1239 / C-1223

Klinkhammer, Gisela

Die Begleitung schwerstkranker und sterbender Kinder soll weiter verbessert werden.

Foto: epd

Kinder mit lebenslimitierenden Erkrankungen können an komplexen Symptomen wie Unruhe- und Angstzuständen, Schmerzen, Schlafstörungen, aber auch an Krampfanfällen und Beatmungsproblemen leiden. Durch in spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV) qualifizierte Teams können Kinder und Jugendliche im Umkreis von bis zu 120 Kilometern zu Hause versorgt werden. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, die Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) haben sich jetzt auf gemeinsame Empfehlungen verständigt.

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Diese Empfehlungen zur Ausgestaltung der Versorgungskonzeption der SAPV sehen unter anderem vor, dass in enger Kooperation mit den Betroffenen ein Versorgungsplan aufgestellt werden soll. Dieser sei „ressourcenorientiert und berücksichtigt die Angebote der allgemeinen Versorgung. Die frühzeitige Inanspruchnahme ehrenamtlicher Unterstützungsmaßnahmen (ambulanter Kinderhospizdienst, Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Krankenhausbesuchsdienste) wird aktiv gefördert.“ Nach dem Erstellen des Versorgungsplans schließe sich die weitere Koordination an. Zusätzlich müssten Hausbesuche von einem Arzt und/oder einer Pflegekraft eingeplant werden. Leistungen, die im Rahmen der Teil- oder Vollversorgung beziehungsweise bei einem erneuten Hausbesuch durchgeführt würden, seien je nach Bedarf unter anderem die Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln im Rahmen der SAPV sowie die Symptomlinderung durch sofortige Anwendung von Medikamenten oder anderer Maßnahmen. Ein SAPV-Team könne den Empfehlungen zufolge 40 bis 50 Kinder und Jugendliche im Jahr versorgen, so dass bundesweit circa 30 Teams benötigt würden. Das Team müsse eine Ruf-, Notfall- und Kriseninterventionsbereitschaft rund um die Uhr sicherstellen.

„Die jetzt verabschiedeten Empfehlungen sind ein immens wichtiger Fortschritt für die bundesweite Umsetzung der SAPV für schwerstkranke Kinder und Jugendliche“, stellte die DHPV-Vorsitzende Marlene Rupprecht fest. „Dem Ziel einer Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit sind wir mit den aktuell verabschiedeten Empfehlungen einen großen Schritt nähergekommen“, freut sich auch Prof. Dr. med. Friedemann Nauck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Er hofft auf eine zügige Umsetzung der Empfehlungen in den Bundesländern.

Gisela Klinkhammer

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