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VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Hypothyreose: Jodmangel auch bei Neugeborenen

Dtsch Arztebl 1998; 95(49): A-3152 / B-2672 / C-2480

Herberhold, Cornelia

Obwohl die Jodversorgung in Deutschland insgesamt besser geworden sei, so Prof. Wieland Meng (Greifswald), bestehe weiter Jodmangel. Aufgabe der Ärzte, insbesondere der Gynäkologen, Pädiater und Gerontologen, wird es sein, auch in Zukunft auf Symptome einer Über- und Unterfunktion der Schilddrüse zu achten. Auf einer Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des "Forum Schilddrüse e.V.", das finanziell von der Firma Henning Berlin unterstützt wird, wurde darauf hingewiesen, daß etwa zehn Millionen Bundesbürger einen Kropf haben und etwa zwei bis drei Prozent an einer manifesten Funktionsstörung der Schilddrüse leiden. In Zeiten eines erhöhten Bedarfs wie in der Schwangerschaft sei eine optimale Jodzufuhr durch die Nahrung kaum möglich, betonte Prof. Heinz Bohnet (Hamburg). Mindestens ein Viertel aller Frauen gehe mit einer Struma, jede sechste mit einer unerkannten Hypothyreose in die Schwangerschaft. Dabei bestehe besonders die Gefahr eines Aborts, und die Frühgeburtlichkeit sei erhöht. Bohnet gab zu bedenken, daß das klinische Bild der Hypothyreose in der Schwangerschaft stark variiere und es praktisch keine Leitsymptome gebe.
Die Schilddrüsenfunktion kann in den meisten Fällen aus einem einzigen Röhrchen Blut festgestellt werden. Nur bei Schilddrüsenentzündungen und immunologisch bedingten Krankheiten der Schilddrüse sind weitere Antikörperbestimmungen nötig.
Untersuchung zur Früherkennung
Neugeborene werden heute im Rahmen der Früherkennung auf eine angeborene Hypothyreose untersucht. Etwa eines von 4 000 Neugeborenen ist betroffen. Das Screening kann als Kassenleistung von jedem Arzt durchgeführt werden. Allerdings, kritisierte Dr. Annette Grüters-Kieslich (Charité, Berlin), fehle derzeit der Überblick, ob tatsächlich bei allen Neugeborenen diese Untersuchung durchgeführt werde. Auch die Eltern seien oft über die Möglichkeiten dieser Vorsorgemaßnahme nicht informiert. Wahrscheinlich würden nur zwei Drittel aller Neugeborenen erfaßt.
Dr. med. Cornelia Herberhold
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