MEDIZIN: Referiert
BRCA-2-Genmutation: hohes Brustkrebsrisiko
Dtsch Arztebl 1999; 96(3): A-136 / B-113 / C-110


Bei Patientinnen mit den vorwiegend erblichen BRCA-1- und BRCA-2-Genmutationen wurde
aufgrund bisheriger kasuistischer Beobachtungen von einem sehr hohen Risiko (80 bis 90 Prozent) für das
Auftreten von Brustkrebserkrankungen ausgegangen. Eine Untersuchung aus Amerika und Island überprüfte
anhand des umfassenden isländischen Krebsregisters bei Patientinnen mit Mammakarzinom und ihren erstgradig
Verwandten sowie bei Kontrollpersonen, ob das geschätzte Risiko tatsächlich in dieser Größenordnung
anzusiedeln ist.
Bei 0,6 Prozent der Gesamtbevölkerung sowie bei 10 Prozent der Mammakarzinompatientinnen fand sich die
Genmutation BRCA 2, bei männlichen Mammakarzinomen lag diese Quote mit 38 Prozent sogar deutlich höher.
Im Alter von 50 Jahren war es bei Trägern dieser Mutation dagegen erst in 17 Prozent zum Auftreten eines
Mammakarzinoms gekommen, im Alter von 70 Jahren bei 37 Prozent.
Trotz der in dieser Untersuchung festgestellten niedrigeren Raten für das Auftreten eines Mammakarzinoms bei
dieser erblichen Genmutation empfehlen die Autoren, beim Mammakarzinom weiterhin die Familienanamnese
für die individuelle Risikoabschätzung zu berücksichtigen. acc
Thorlacius S et al.: Population-based study of risk of breast cancer in carriers of BRCA 2 mutation. Lancet 1998;
352: 1337-1339.
Dr. J. Eyfjörd, Molecular and Cell Biology Research Laboratory, Icelandic Cancer Society, Reykjavik, Island.
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