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Bündnis für Gesundheit: Lieb und (zu) teuer
Dtsch Arztebl 1999; 96(3): A-89 / B-73 / C-72


Wenn die Politik zu einem Bündnis aufruft, dann macht sich das in jeder Hinsicht gut. Es zeigt den
Willen zum Dialog, zum Konsens und zur Verfolgung gemeinsamer Ziele. Keine Frage, der Begriff an sich ist
positiv besetzt.
Das Bündnis für Arbeit ist ein gutes Beispiel. Sein Ziel ist eindeutig und genießt höchste Priorität: Arbeit
schaffen! Sollte dies die Meßlatte sein, würde auch ein "Bündnis für Gesundheit" keine Fragen aufwerfen.
Gesundheit wäre das zentrale Anliegen. Alle Beschlüsse und Maßnahmen hätten sich daran auszurichten. Rudolf
Dreßler, einer der führenden Gesundheitspolitiker der SPD, hat jetzt ein solches Bündnis angeregt. Es soll der
Vorbereitung der Strukturreform dienen und von Vertretern der Ärzte, Krankenhäuser, Pharmahersteller,
Krankenkassen, Arbeitgeber und Gewerkschaften getragen werden.
Angesichts dieser Zusammensetzung kann man Zweifel hegen, ob alle Beteiligten tatsächlich dasselbe Ziel vor
Augen haben. Die Priorität Gesundheit, der Name als Programm, könnte teuer werden - teurer jedenfalls, als
dies einige der ausgesuchten Bündnispartner zugestehen wollen. Einem Bündnis für Gesundheit würden die
Ärzte vorbehaltlos zustimmen, andere wohl eher einem "Bündnis für stabile Beitragssätze".
Wie auch immer: Der Dialog ist wünschenswert, doch es ist auch Vorsicht geboten. Zu oft standen die Ärzte in
der Vergangenheit als Verlierer da, wenn Gesundheit und deren Finanzierung dann doch nicht ins Gleichgewicht
gebracht werden konnten. Josef Maus
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