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Erika Ober: Einsatz für ein Tabuthema

Dtsch Arztebl 2014; 111(19): A-853 / B-731 / C-693

Rieser, Sabine

Erika Ober, Foto: privat

Bereits als SPD-Bundestagsabgeordnete hat sich Dr. med. Erika Ober (63) für eine bessere Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung eingesetzt. „Die lebe ich jetzt“, sagt die Gynäkologin aus dem hessischen Michelstadt im Odenwald. Nach dem knapp verpassten Wiedereinzug in den Bundestag 2005 kehrte sie in die Gemeinschaftspraxis mit ihrem Mann zurück und suchte sich neue Herausforderungen.

Ober hat mit ihm und Kollegen der Region das Beckenbodenzentrum Südhessen gegründet, das den Preis für Gesundheitsnetzwerker 2014 erhalten hat. Niedergelassene Gynäkologen und Urologen kooperieren mit Spezialisten aus Kliniken, um Menschen mit Beckenbodenproblemen, Blasenschwäche und Inkontinenz dauerhaft zu helfen. Die Not ist groß, aber das Thema tabuisiert. „Es fragt auch kaum ein Arzt danach“, kritisiert Ober. „Das gehört zum Älterwerden, denken viele, und kaufen Binden.“

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Ober hat sich bereits während der Weiterbildung mit Urologie und Chirurgie befasst. Zurück aus dem Bundestag in der Praxis, fand sie die Therapien für inkontinente Patienten nicht optimal. Als der Einsatz von Netzen als Option hinzukam, nahm sie Kontakt zu einem renommierten Kliniker, einem Urogynäkologen, auf und legte den Grundstein für das Beckenbodenzentrum.

Es könnte ruhig anderswo kopiert werden, findet die Ärztin. „In einer alternden Gesellschaft müssen so etwas noch viel mehr Kollegen anbieten“, sagt Ober. Noch einen Hinweis gibt die ehemalige Gesundheitspolitikerin: Gute Urogynäkologie füllt auch Betten in einem kleinen Kreiskrankenhaus. Sabine Rieser

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