POLITIK: Nachrichten - Aus Bund und Ländern
Mehrheit der Bischöfe für Verbleib in der Schwangerenberatung
Dtsch Arztebl 1999; 96(10): A-593 / B-497 / C-472


LINGEN. Die Mehrheit der katholischen Bischöfe hat sich offenbar für den Verbleib im staatlichen
System der Schwangerenkonfliktberatung ausgesprochen. Diesen Schluß lassen die Ausführungen des
Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Prof. Dr. Karl Lehmann, im Anschluß an die
Frühjahrsvollversammlung in Lingen zu. Die Bischöfe hatten sich dort Ende Februar mit der Zukunft der
katholischen Beratungsstellen befaßt. Das Ergebnis der internen Abstimmung wollte Lehmann nicht
bekanntgeben.
Er stellte vier Modelle vor, die von einer im vergangenen Jahr eingesetzten Arbeitsgruppe vorgeschlagen worden
waren. Besonders ausführlich erläuterte er das Modell für einen "Beratungs- und Hilfeplan". Danach soll ein
Schein ausgestellt werden, der die Integration von Beratung und Hilfe noch intensiviert. Er soll "im ganzen ein
Zeugnis für das Leben und in keinem Fall irgendein Hinweis für die Akzeptanz eines Abbruchs sein", so
Lehmann. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz räumte jedoch ein, daß auch dieser Schein mit Mängeln
behaftet sei, die ohne Gesetzesänderung nicht zu beseitigen seien. Über das Votum der
Frühjahrsvollversammlung soll jetzt der Papst informiert werden, der 1998 den Bischöfen den Ausstieg aus der
Schwangerenkonfliktberatung nahegelegt hatte. Kli
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