POLITIK: Aktuell
Nachgefragt
Dtsch Arztebl 1999; 96(10): A-601 / B-489 / C-461


DÄ: Die Laborreform ist von der KBV-Vertreterversammlung mehrfach beraten und mit großer
Mehrheit beschlossen worden. Jetzt regt sich Kritik. Halten Sie diese für berechtigt?
Köhler: Die Reform führt veränderte vertragsärztliche Vergütungsstrukturen wie zum Beispiel die
veranlasserbezogene "Haftung" für die Wirtschaftlichkeit der Veranlassung ein. Neue Strukturen füh-ren
zwangsläufig zu Unsicherheit und Kritik. Erst die realen Abrechnungsergebnisse werden zeigen, ob die Kritik
berechtigt ist.
DÄ: Nach vielen vergeblichen Anläufen soll die Mengenentwicklung endlich wirksam gebremst und Mißbrauch
soweit wie möglich ausgeschlossen werden. Ist damit jetzt "Ruhe an der Laborfront"?
Köhler: Wie der gesamte EBM ist auch das Labor und die damit verbundene Reform nicht ganz frei von der
Bezeichnung Dauerbaustelle. Auch wenn wir davon ausgehen, daß im Moment kein Änderungsbedarf zum
Labor besteht, müssen wir die ersten Abrechnungsquartale abwarten, um nach einer sorgfältigen Analyse der
Auswirkungen der Laborreform im Soll-Ist-Vergleich mit den gesetzten Zielen gegebenenfalls notwendige
Änderungen zu erkennen und durchzuführen.
DÄ: Gibt es Elemente in der Laborreform, die Schule machen könnten?
Köhler: Die Übernahme der Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit in Auftrag gegebener Leistungen durch
den Veranlasser ist zukunftsweisend und kann im Rahmen der Weiterentwicklung des EBM zum Beispiel auf
CT/MRT oder die Teilradiologie übertragen werden.
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