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Krankenkasse: Bereitschaft zur Pflege von Angehörigen sinkt

Dtsch Arztebl 2014; 111(38): A-1542 / B-1330 / C-1262

Hillienhof, Arne

Die Bereitschaft und die Möglichkeit, Angehörige zu Hause zu pflegen, sinkt. Das berichtet das Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse (TK) nach einer Studie mit mehr als 1 000 pflegenden Angehörigen. Die Wissenschaftler fragten auch nach den Gründen, eine Pflegeaufgabe zu übernehmen. Fast die Hälfte der Pflegenden antwortete mit „Pflichtgefühl und Familienzusammenhalt“.

Pflichtgefühl und Familienzusammenhalt sind wichtige Gründe für Angehörige, die Pflege von Familienmitgliedern zu übernehmen. Foto: Ute Grabowsky/photothek.net

Die Studie zeigt jedoch auch, dass dieser soziale Kitt zunehmend bröckelt. Familiärer Zusammenhalt spielt umso weniger eine Rolle, je jünger die Befragten sind. Während bei den über 65-Jährigen 61 Prozent familiäres Pflichtgefühl als Hauptgrund angeben, sind es bei den 50- bis 65-Jährigen nur noch 45 Prozent, bei den 18- bis 49-Jährigen sogar nur noch 38 Prozent. „Das Pflegepotenzial von Familien wird kleiner“, sagte Dr. med. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. „Für die Zukunft müssen wir andere Antworten finden. Wir müssen Pflege anders als heute organisieren.“

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Die TK schlägt dafür ein träger- und sektorenübergreifendes Hilfs- und Betreuungsnetzwerk vor. „Wir müssen die informellen Leistungen der Angehörigen in professionelle Netzwerke überführen und Angebote integrieren, die es auch jetzt schon gibt. Unsere Studie zeigt, dass gerade Unterstützungsleistungen der Pflegeversicherung zwar bekannt sind, aber trotzdem wenig genutzt werden“, so Baas. Am stärksten nutzen die Pflegenden laut der Umfrage den ambulanten Pflegedienst: Fast 60 Prozent geben dies in der Befragung an. Hingegen werde die Nachtpflege nur von sieben Prozent der Befragten genutzt. hil

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