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Krankenkassen-Umfrage: Bereitschaft zu häuslicher Pflege gering

Dtsch Arztebl 2015; 112(1-2): A-4 / B-4 / C-4

EB

Beim Eintritt eines Pflegefalles würde nur knapp jeder Dritte seine Angehörigen selbst zu Hause pflegen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Forsa-Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit durchgeführt hat. Einen Platz im Pflegeheim würden danach 17 Prozent wählen, während 43 Prozent eine andere Lösung, etwa eine Pflegekraft, die ins Haus kommt, suchen würden.

Angehörige pflegen: Von den unter 30-Jährigen können sich das nur 16 Prozent vorstellen. Foto: photothek

Die Bereitschaft zur häuslichen Pflege ist abhängig von Alter und Geschlecht der Befragten, wie die DAK am 22. Dezember mitteilte. So gaben bei den über 50-Jährigen knapp 40 Prozent an, Angehörige im Pflegefall selbst betreuen zu wollen. Bei den unter 30-Jährigen waren es nur 16 Prozent. Bei den Frauen zeigte sich ein gutes Drittel bereit, häusliche Pflege zu übernehmen, bei den Männern nur ein knappes Viertel. Als Grund dafür, dass häusliche Pflege nicht infrage kommt, sagte ein Drittel, dass ihre berufliche Situation es nicht zulasse, einen Angehörigen zu pflegen. Drei von zehn führten ihre private Situation an. Jeder Vierte lehnte es prinzipiell ab, selbst zu pflegen, bei den unter 30-Jährigen jeder Dritte. DAK-Pflegeexpertin Annett Saal hofft, dass die seit dem Jahreswechsel geltende Pflegereform die Situation verbessert. Sie soll die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf vereinfachen. Denn oft ließen die Rahmenbedingungen häusliche Pflege nicht zu. EB

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klausenwächter
am Montag, 5. Januar 2015, 22:22

Der Müntefering-Weise-Horizont trennt Arbeit und Fürsorge

Wie soll der berufstätige Angehörigen seinen terminal kranken Verwandten ohne professionelle Pflege versorgen? Nach einer krisenhaften Verschlechterung kann er vielleicht Urlaub nehmen - wenn die betrieblichen Erfordernisse dies zulassen. Dauerhaft pflegen könnte er im vorgezogenen Ruhestand - wenn dies nicht die verlängerte Lebensarbeitszeit einschränken würde.
Mit der Verschiebung des Rentenalters jenseits des Müntefering-Weise-Horizontes ("Rente ab 79") werden zunehmend Angehörige nicht für Pflegeleistungen verfügbar sein.

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