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Telematikinfrastruktur: Gematik kritisiert zu kurze Fristen

Dtsch Arztebl 2015; 112(26): A-1158

Hillienhof, Arne

Intelligentere Karte: Künftig soll die elektronische Gesundheitskarte einen Medikationsplan und einen Notfalldatensatz enthalten. Foto: dpa

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) hat das neue E-Health-Gesetz grundsätzlich begrüßt, kritisiert aber wesentliche Punkte bei der Umsetzung der neuen Infrastruktur. „Das Gesetz eröffnet neue Möglichkeiten und fördert die sichere elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen“, betonten die Vertreter von Ärzten, Zahnärzten, Apothekern und Krankenhäusern in der Gematik Mitte Juni in Berlin. Sinnvolle Anwendungen wie der Medikationsplan und der Notfalldatensatz kämen damit auf den Weg. Im Gesetz angedrohte Sanktionen wie Honorarkürzungen lehnten die Gesellschafter der Gematik jedoch ab. Außerdem kritisierten sie erneut, dass Leistungserbringer die Versichertendaten auf den Gesundheitskarten aktualisieren sollen.

Die Gematik weist außerdem darauf hin, dass die Vernetzung mit Industrielösungen erprobt werden muss, um sicher zu gehen, dass in den Praxen praktikable und funktionierende Technik installiert wird. An dieser Stelle entstehe nach dem bisherigen Zeitplan des E-Health-Gesetzes ein Problem: Das Gesetz schreibe die Vernetzung der Leistungserbringer ab Juli 2016 vor. Sollte das nicht gelingen, drohten der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung sowie dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung Sanktionen. Dabei sei das Ende der Erprobung erst für Juli 2016 geplant. „Der Zeitplan lässt keine Auswertung der Erprobungsergebnisse zu. Dabei muss die Erprobung erst einmal zeigen, ob geeignete Lösungen für Praxen und Krankenhäuser entwickelt wurden, bevor ausgerollt werden kann. Bisher gibt es daran noch berechtigte Zweifel“, warnte Dr. rer. soc. Thomas Kriedel, Vorsitzender der Gesellschafter der Gematik. hil

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