MEDIZIN: Originalarbeit

Schichtarbeit und Inzidenz von Prostatakarzinomen bei Industriearbeitern

Historische Kohortenstudie in einem deutschen Chemieunternehmen

Shift work and prostate cancer incidence in industrial workers—a historical cohort study in a German chemical company

Dtsch Arztebl Int 2015; 112(27-28): 463-70; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0463

Hammer, Gaël P.; Emrich, Katharina; Nasterlack, Michael; Blettner, Maria; Yong, Mei

Hintergrund: Die epidemiologische Evidenz für karzinogene Effekte von Schichtarbeit ist bislang inkonsistent. Insbesondere über eine Assoziation mit Prostatakrebs ist wenig bekannt.

Methode: Es wurde eine Kohorte von 27 828 männlichen Produktionsmitarbeitern mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, die zwischen 1995 und 2005 mindestens ein Jahr in einem Chemieunternehmen beschäftigt waren, untersucht. Daten zur Schichtarbeit und zu den potenziellen Confoundern wie Alter, Stellung im Beruf und Beschäftigungsdauer stammten aus den Personalakten sowie den Daten des Medizinischen Dienstes. Das Landeskrebsregister identifizierte inzidente Krebsfälle im Zeitraum von 2000 bis 2009. Risikounterschiede zwischen Wechselschicht- und Tagarbeitern wurden mit der Cox-Regression analysiert, nach Krebsstadium stratifiziert und für potenzielle Confounder adjustiert.

Ergebnisse: Unter 12 609 Wechselschicht- und 15 219 Tagarbeitern wurden 146 beziehungsweise 191 Fälle von Prostatakrebs beobachtet. Das mediane Geburtsjahr war 1960 beziehungsweise 1959. Im Vergleich zu Tagarbeitern lag bei Wechselschichtarbeitern keine erhöhte Hazard Ratio (HR = 0,93; 95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 0,73–1,18) vor. Abhängig vom Tumorstadium waren einzelne Unterschiede zu beobachten. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wiesen die Arbeiter eine erhöhte Inzidenz von Prostatakarzinomen auf (standardisierte Inzidenzrate [SIR] = 1,44; 95-%-KI: 1,22–1,70 bei Tagarbeitern und SIR = 1,51; 95-%-KI: 1,30–1,74 bei Beschäftigten in Wechselschicht).

Schlussfolgerung: In der vorliegenden gut dokumentierten, großen Kohortenstudie wurde kein unterschiedliches Risiko für Prostatakrebs zwischen Wechselschicht- und Tagarbeitern beobachtet. Nach Meinung der Autoren ist es erforderlich, die relativ junge Kohorte auch weiterhin zu beobachten.

Die International Agency for Research on Cancer (IARC) stufte 2007 Schichtarbeit mit Chronodisruption als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen ein (1). Die zugrundeliegende Evidenz beruht hauptsächlich auf tierexperimentellen Modellen und wenigen belastbaren epidemiologischen Studien. Bislang am besten beschrieben ist Brustkrebs, hauptsächlich bei Krankenschwestern und Flugbegleiterinnen (2, 3).

Auch die Inzidenz des Prostatakarzinoms kann durch Schichtarbeit gefördert werden, wie es in einer 2012 veröffentlichten Übersichtsarbeit plausibel beschrieben wird (4). Aus mechanistischer Sicht ist es plausibel, dass eine nächtliche Lichtexposition und eine gestörte zirkadiane Rhythmik Krebs verursacht oder das Tumorwachstum durch hormonelle Vermittlung begünstigt wird. Als Folge einer nächtlichen Lichtexposition wird die Sekretion von Melatonin in der Zirbeldrüse unterdrückt. Mit Hilfe von In-vitro- und In-vivo-Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass Melatonin das Tumorwachstum, insbesondere des Prostatakarzinoms, verhindert oder hemmt und eine Dosis-Wirkungs-Beziehung besteht (1, 5).

Die epidemiologische Evidenzlage für die Entwicklung eines Prostatakarzinoms basiert lediglich auf wenigen Studien, in denen individuelle Daten zur Schichtarbeit verwendet wurden (68) (Tabelle 1). In Untersuchungen über das Flugpersonal wurden die Beschäftigungsdauer oder die Flugstunden als Ersatzmaß verwendet (911). In einer großen skandinavischen Studie wurde die Expositionswahrscheinlichkeit mittels einer Job-Exposition-Matrix geschätzt (12).

Tabelle 1
Übersicht der bisherigen Studien zur Schichtarbeit und zum Prostatakrebs

Frühere Untersuchungen einer Kohorte von 31 143 männlichen Produktionsmitarbeitern in der chemischen Industrie, von denen 45 % im Schichtdienst arbeiteten, wiesen insgesamt keine erhöhte Mortalität an Krebs oder einzelnen Tumoren auf (13, 14).

Die vorliegende Arbeit untersucht die Inzidenz des Prostatakarzinoms in dieser Kohorte und vertieft bisherige Ergebnisse zur allgemeinen Tumorinzidenz (15). Der vollständige wissenschaftliche Bericht ist online verfügbar (16).

Methoden

Studiendesign und -population

Diese Kohortenstudie basiert auf einer bereits von Oberlinner et al. (17) ausführlich beschriebenen Kohorte aller männlichen Produktionsmitarbeiter, die im Zeitraum von 1995–2005 mindestens ein Jahr am Standort Ludwigshafen der BASF SE beschäftigt waren. Informationen zur Schichtarbeit und zu potenziellen Confoundern wie Alter, Rauchverhalten, Stellung im Beruf und Beschäftigungsdauer wurden mit Hilfe von Personalakten sowie Akten des Medizinischen Dienstes erhoben. Der Vitalstatus dieser Personen ist der BASF SE bekannt, da ausgeschiedene Mitarbeiter eine Betriebsrente erhalten.

In der vorliegenden Studie wurde die Kohorte eingeschränkt auf die in Rheinland-Pfalz lebenden 12 609 Schicht- und 15 219 Tagarbeiter. Inzidente Krebsfälle im Zeitraum von 2000–2009 wurden durch das Krebsregister Rheinland-Pfalz identifiziert, indem pseudonymisierte Daten abgeglichen wurden (1820). Seit 2000 sind über 90 % der Prostatakarzinome registriert (21). Dokumentare des Krebsregisters überprüften alle potenziellen Treffer und stuften sie als gut, mittel oder schlecht ein.

Um zu untersuchen, inwiefern das Gesundheitsverhalten vom Schichtstatus abhängt, wurde die Auswertung nach Tumorstadium T aufgeschlüsselt (22). Das T-Stadium ist für 70–75 % aller registrierten Prostatakarzinome im Beobachtungszeitraum bekannt. Es ist meist dann unbekannt, wenn eine – durch einen auffälligen prostataspezifischen-Antigen (PSA)-Test angestoßene – Biopsie mit Stadium T1 durchgeführt wurde.

Entsprechend des Datenschutzkonzepts für den Abgleich von Kohortenstudien, genehmigt durch den Landesbeauftragten für den Datenschutz Rheinland-Pfalz (www.datenschutz.rlp.de), wurden pseudonymisierte epidemiologische Informationen über Exposition und Gesundheit zur Auswertung an das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz übermittelt. Zuvor wurden alle Datums- und Altersangaben auf ganze Jahre gerundet.

Schichtsysteme

Zwei verschiedene 12-Stunden-Schichtpläne sind für den Standort Ludwigshafen zugelassen. Die ältere Form (3 × 12 Stunden) wurde über fünf Jahrzehnte eingesetzt, das 4 × 12-Stunden-Schichtsystem wurde ab 1992 eingeführt und wird inzwischen fast ausschließlich genutzt. Im 3 × 12-Stunden-System folgen einer 12-stündigen Tagschicht von 6–18 Uhr eine 24-stündige Pause, eine 12-stündige Nachtschicht und eine erneute 24-stündige Pause. Im 4 × 12-Stunden-System dauert die zweite Pause 48 Stunden. Beide Systeme sind vorwärtsrotierend mit einer identischen Jahresarbeitszeit von 1 709 Stunden und der gleichen Anzahl Nachtschichten. Dies wird durch eine unterschiedliche Anzahl Freischichten und Urlaubstage erreicht.

Berufshistorie

Die Beschäftigung in Schicht- oder Tagarbeit zum Stichdatum 1. 1. 1995 beziehungsweise beim Eintritt in die Kohorte war für alle Beschäftigten bekannt. Dieser Status wurde in der vorliegenden Studie als konstant angenommen. Wechsel zwischen Tag- und Wechselschichtarbeit sind selten. In einer ersten Validierungsstudie wurde die dadurch entstehende (nichtdifferenzielle) Missklassifikation untersucht (15).

Für den Zeitraum ab 1995 änderte sich in einer Stichprobe von 921 Produktionsmitarbeitern der Status von vier unter 324 Tagarbeitern zur Wechselschichtarbeit und von 24 unter 597 Wechselschichtarbeitern zur Tagarbeit. Bei 893 (97 %) Arbeitern gab es keinen Wechsel (14). Informationen zum Schichtstatus aus der Zeit vor 1995 liegen nur in Papierform vor.

Die Autoren untersuchten eine Stichprobe von 300 Arbeitern, von denen am 1. 1. 1995 200 im Schicht- und 100 im Tagdienst arbeiteten. Ihr Schichtstatus wurde im Nachhinein über das ganze Berufsleben dokumentiert. Die durchschnittliche Dauer des missklassifizierten Schichtstatus wurde auf 3,3 % bei Tag- und 15,6 % bei Wechselschichtarbeitern geschätzt. Diese beiden Validierungsstudien legen nahe, dass die Missklassifikation die Studienergebnisse nicht wesentlich verzerrt.

Statistische Methoden

Die Anzahl beobachteter und aufgrund der Inzidenzraten in der Bevölkerung von Rheinland-Pfalz erwarteter Krebsfälle wurde mit der standardisierten Inzidenzrate (SIR) und den zugehörigen 95-%-Konfidenzintervallen (95-%-KI) verglichen.

Unterschiede zwischen der Krebsinzidenz von Wechselschicht- und Tagarbeitern wurden mit der Cox-Regression untersucht und als Hazard Ratio (HR) mit den zugehörigen 95-%-KI berichtet, wobei nach den potenziellen Confoundern Alter und Stellung im Beruf adjustiert wurde. Lebensstilfaktoren, die mit einem hohen Sozialstatus einhergehen, sind bekannte Risikofaktoren für Prostatakrebs. Wie in früheren Publikationen wurde die Stellung im Beruf in zwei Kategorien, Fachkraft/Aufsichtsfunktion sowie gewerbliche Arbeitnehmer, aufgeteilt und als Ersetzmaß für den Sozialstatus eingesetzt. Rauchen ist kein bekannter Risikofaktor für Prostatakrebs und wurde nur in einer Sensitivitätsanalyse eingeschlossen (23).

Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen der Beschäftigungsdauer bei Schichtarbeit und Prostatakrebs wurde auf zwei Weisen untersucht:

  • zeitabhängige dichotome Indikatorvariable: ≤ 20 Jahre oder > 20 Jahre beschäftigt
  • feinere Unterteilung: < 30, 30 bis < 35, 35 bis
    < 40, 40 bis < 45, 45 bis < 50 und ≥ 50 Jahre beschäftigt.

Um eine mögliche Latenz bis zur Entstehung von Prostatakrebs zu untersuchen, wurde in Sensitivitätsanalysen, die sich an den Studienergebnissen zu Brustkrebs orientierten, eine Latenzzeit von 20 Jahren angenommen.

Alle Auswertungen wurden mit SAS 9.4 durchgeführt (24).

Ergebnisse

Die Kohorte umfasste 27 828 Arbeiter. Zwei Personen mit identischen Daten zum Beschäftigungsanfang und -ende wurden ausgeschlossen. Im zehnjährigen Beobachtungszeitraum (270 068 Personenjahre) wurden bei Tag- und Wechselschichtarbeitern 555 beziehungsweise 518 Krebsfälle beobachtet, von denen 191 beziehungsweise 146 Prostatakarzinome waren (Tabelle 2).

Tabelle 2a
Verteilung der Merkmale einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern in einem großen deutschen Chemieunternehmen
Tabelle 2b
Verteilung der Merkmale einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern in einem großen deutschen Chemieunternehmen

Der Datenabgleich mit dem Krebsregister von Rheinland-Pfalz war erfolgreich und lieferte nur sechs unsichere Treffer, drei davon befanden sich unter den 337 Prostatakrebsfällen.

Die Mehrzahl der Prostatakrebsfälle (n = 322; 95,5 %) wurde bei Arbeitern, die 20 Jahre oder länger beschäftigt waren, beobachtet. Die Stadien T2 (n = 216; 64,1 %) und T3 (n = 71; 21,1 %) wurden am häufigsten diagnostiziert. Im Chi-Quadrat-Test wurde weder bei gewerblichen (p = 0,60), noch bei anderen (p = 0,21) Tag- und Wechselschichtarbeitern ein Unterschied in der Verteilung der T-Stadien festgestellt (p = 0,34).

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung hatten Tag- und Wechselschichtarbeiter eine erhöhte Inzidenz von Prostatakarzinomen (SIR = 1,44; 95-%-KI: 1,22–1,70 und SIR = 1,51; 95-%-KI: 1,30–1,74). In beiden Gruppen lagen die SIR für Prostatakarzinome im Stadium T1 oder undokumentierten Stadium < 1, für alle anderen Stadien > 1. Die höchsten Werte wurden im Stadium T2 verzeichnet (SIR = 2,05; 95-%-KI: 1,71–2,44 für Wechselschichtarbeiter beziehungsweise SIR = 1,73; 95-%-KI: 1,38–2,14 für Tagarbeiter) (Tabelle 3). Die angenommene Latenzzeit von 20 Jahren beeinflusste die Ergebnisse kaum, denn nur bei 15 Arbeitern wurde in den ersten 20 Berufsjahren ein Prostatakarzinom diagnostiziert.

Tabelle 3
Standardisierte Inzidenzrate (SIR) für Prostatakrebs in einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern in einem großen deutschen Chemieunternehmen

Im Vergleich zu Tagarbeitern hatten Wechselschichtarbeiter kein erhöhtes Prostatakrebsrisiko (HR = 0,93; 95-%-KI: 0,73–1,18) (Tabelle 4). Das Risiko einer Diagnose von Prostatakrebs im Stadium T1 oder T4 war nichtsignifikant erhöht (HR = 1,26; 95-%-KI: 0,44–3,86 beziehungsweise HR = 1,36; 95-%-KI: 0,25–6,18) und in den Stadien T2 sowie T3 erniedrigt (HR = 0,84; 95-%-KI: 0,62–1,15 beziehungsweise HR = 0,90; 95-%-KI: 0,53–1,52). Die Adjustierung für Rauchen veränderte das Ergebnis kaum (HR = 0,88; 95-%-KI: 0,69–1,13). Die angenommene Latenzzeit von 20 Jahren beeinflusste die Gesamt-HR (HR = 0,89; 95-%-KI: 0,69–1,14) und die stadienspezifischen Risikoschätzer nur schwach.

Tabelle 4
Hazard Ratio (HR) für das Inzidenzrisiko von Prostatakrebs in einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern eines großen deutschen Chemieunternehmens

In der Dosis-Wirkungs-Analyse veränderte der dichotome Indikator für die Beschäftigungsdauer (< 20 beziehungsweise ≥ 20 Jahre) die Ergebnisse nicht qualitativ. Das Risiko für Prostatakrebs war allerdings bei denjenigen, die länger im Betrieb gearbeitet haben, signifikant höher als bei über einen kürzeren Zeitraum Beschäftigten. Die Auswertung nach feineren Kategorien der Beschäftigungsdauer (Grafik) deutet darauf hin, dass sich das Risiko eines Prostatakarzinoms im Stadium T2 mit steigender Beschäftigungsdauer erhöht.

Grafik
Hazard Ratio (HR) für Produktionsarbeiter, die 30 Jahre oder länger in einem großen deutschen Chemieunternehmen tätig waren, im Vergleich zu anderen Produktionsarbeitern nach Schichtstatus adjustiert

Schlussfolgerung

Die vorliegende Arbeit umfasste 337 Fälle unter 27 828 Beschäftigen und ist damit die bislang größte Kohortenstudie zum Risiko eines Prostatakarzinoms bei Wechselschicht- sowie Tagarbeitern. Erstmals wurden tumorstadiumspezifische Vergleiche vorgestellt. Die Kohorte wurde 1995 anhand von Personalakten und Daten des Medizinischen Dienstes zusammengestellt (17) und seitdem aktiv nachverfolgt. Die Gesundheit der Probanden war bereits gut dokumentiert (13, 14).

Während es in der Literatur Hinweise darauf gibt, dass Schichtarbeit mit Chronodisruption das Risiko von Brustkrebs erhöht, und in einigen Studien ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs berichtet wurde, konnte in dieser Studie kein Unterschied zwischen Wechselschicht- und Tagarbeitern beobachtet werden (HR = 0,93; 95-%-KI: 0,73–1,18) (68, 25).

Für Prostatakarzinome der Stadien T1 und T4 wurde in dieser Kohorte ein nichtsignifikant erhöhtes, für die Stadien T2 und T3 ein nichtsignifikant erniedrigtes Risiko bei Wechselschicht- gegenüber Tagarbeitern beobachtet. Dieses Muster blieb bestehen, wenn zusätzlich für die Confounder Rauchen oder Beschäftigungsdauer adjustiert oder eine Latenzzeit angenommen wurde. Obwohl die Anzahl der Karzinome im frühen Stadium T1 gering und SIR für Wechselschicht- sowie Tagarbeiter < 1 war, deutete dieses Muster auf eine Gruppe von Wechselschichtarbeitern hin, die gesundheitsbewusster als ihre tagarbeitenden Kollegen lebte. Die Anzahl der Prostatakarzinome mit dokumentiertem T-Stadium war in der Kohorte mit 90,8 % höher als der Durchschnitt in Rheinland-Pfalz. Ebenso sind SIR für Prostatakrebs von 1,44 und 1,56 bei Wechselschicht- sowie Tagarbeitern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bereits berichtet worden (15). Beides weist auf einen Detektionsbias aufgrund der guten medizinischen Versorgung, die allen Arbeitern der BASF gleichermaßen angeboten wird, hin. Ein Prostatakrebs-Screening wird den Arbeitern nicht aktiv angeboten, kann aber auf Nachfrage durchgeführt werden (26). Während erhöhte SIR für einige Krebsarten, zum Beispiel Blasenkrebs, in dieser Kohorte auf berufliche Expositionen zurückzuführen waren, wurden keine Faktoren dokumentiert, die ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs erklären könnten (27).

Neben der Größe der Kohorte zählte zu den Stärken dieser Studie die Dokumentation, die mit Hilfe der Personalakten und Daten des Medizinischen Dienstes erfolgte. Damit kann eine Erinnerungsbias ausgeschlossen werden. Eine Besonderheit der Kohorte ist die ausbalancierte Anzahl der Tag- und Wechselschichtarbeiter aus den gleichen Teilbetrieben mit gleichen Arbeitsbedingungen, so dass sie bezüglich des Risikoprofils, der Altersverteilung und des sozioökonomischen Status vergleichbar waren. Dadurch wurde die Power interner Vergleiche maximiert und zugleich das Risiko von Verzerrungen durch andere arbeitsbedingte Faktoren minimiert. Um die Vergleichbarkeit darüber hinaus zu verbessern, wurde für die Beschäftigungsdauer adjustiert, einem Ersatzmaß für berufsbedingte Gesundheitsrisiken wie zum Beispiel durch Chemikalienexposition. Krebsfälle wurden über einen Datenabgleich mit dem Krebsregister Rheinland-Pfalz identifiziert, das vollzählig ist und einen hohen Anteil histologisch verifizierter Fälle besitzt. Das Tumorstadium T war in über 90 % der Fälle bekannt. Dadurch wurden stadienspezifische Auswertungen ermöglicht, so dass das Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter und der Effekt betrieblicher Vorsorgemaßnahmen betrachtet werden konnten (28).

Der Abgleich mit dem Krebsregister Rheinland-Pfalz bedingte, dass lediglich Arbeiter aus dem im Einzugsgebiet des Registers eingeschlossen und die Krebsinzidenz erst ab dem Jahr 2000 beobachtet werden konnte. Eine weitere Schwäche der Studie resultiert aus der Missklassifikation des Schichtstatus. Wie im Methodenteil beschrieben, wurde diese mit Validierungsstudien geschätzt und als gering beurteilt, so dass sie keinen großen Einfluss auf die Studienergebnisse haben konnte. Inzwischen wurde eine AZUBI-Kohorte ohne berufliche Vorbelastungen aufgebaut und die Zuteilung der zukünftigen Schicht- sowie Tagarbeiter im Hinblick auf das Rauchverhalten und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren untersucht (29).

Neben den offensichtlichen Störungen des Schlafrhythmus mit einhergehender Beeinträchtigung des Melatoninhaushalts kann die Arbeit in Wechselschicht weitere Effekte auf das Prostatakrebsrisiko haben. Es wird vermutet, dass Vitamin D, dessen Produktion in der Haut ultraviolette Strahlung benötigt, prostatakrebshemmend wirkt (23). Auch die Ernährung, insbesondere die Einnahme von Antioxidantien, beeinflusst die Karzinogenese und unterscheidet sich zwischen Tag- sowie Wechselschichtarbeitern (30, 31).

Eine Arbeitsgruppe der International Agency for Research on Cancer (IARC) diskutierte, dass die Beschäftigungsdauer ein grobes Ersatzmaß für die kumulativen Auswirkungen von Chronodisruption ist (32) und eine Arbeitsschicht als Abweichung vom natürlichen Tag gesehen werden könnte. Unterschiede in chronoregulierenden Genen können ebenfalls eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen. Andere Autoren argumentieren, dass der individuelle Chronotyp beziehungsweise „social jet lag“ ein geeigneteres Risikomaß ist (3, 33). Eine erste Querschnittsuntersuchung zu diesem Thema wurde kürzlich fertiggestellt (34).

Wechselschichtarbeiter dieser Kohorte arbeiteten in zwei sehr ähnlichen, vorwärts rotierenden Schichtsystemen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie lassen sich demnach nicht ohne Weiteres auf die Vielfalt unterschiedlicher in Europa eingesetzter Schichtsysteme übertragen (32, 35).

Eine Erfassung des individuellen Chronotyps gilt als Ansatz für weitergehende Untersuchungen in dieser Kohorte. Nach Meinung der Autoren ist ein weiteres Inzidenz-Follow-up dieser noch relativ jungen Studiengruppe wichtig. Darüber hinaus könnte ein Vergleich der vorliegenden Ergebnisse mit anderen Schichtsystemen in Hinblick auf Prostatakarzinome und andere Krebsarten aufschlussreich sein.

Danksagung
Die Autoren danken dem von der DGUV eingesetzten wissenschaftlichen Begleitkreis für die vielen guten Diskussionen und Hinweise.

Votum der Ethikkommission
Die Ethikkommission der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz erteilte für diese Studie ein positives Votum.

Finanzierung
Die vorliegende Studie wurde gefördert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Förderkennzeichen FP-0332.

Interessenkonflikt
Dr. Yong ist im Medizinischen Dienst der BASF SE beschäftigt.

Dr. Nasterlack war im Medizinischen Dienst der BASF SE beschäftigt. Er hält Aktien der BASF SE.

Prof. Blettner erhielt ein Honorar für die statistische Betreuung einer anderen Studie der BASF SE.

Dr. Hammer und Dr. Emrich erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 5. 11. 2014, revidierte Fassung angenommen: 7. 4. 2015

Anschrift für die Verfasser
Dr. Gaël P. Hammer
Registre Morphologique des Tumeurs
Laboratoire National de Santé E.P.
1, rue Louis Rech, 3555 Dudelange, Luxemburg
gael.hammer@lns.etat.lu

Zitierweise
Hammer GP, Emrich K, Nasterlack M, Blettner M, Yong M: Shift work and
prostate cancer incidence in industrial workers—a historical cohort study in a German chemical company. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 463–70.
DOI: 10.3238/arztebl.2015.0463

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

1.
Erren TC, Morfeld P, Stork J, et al.: Shift work, chronodisruption and cancer?—The IARC 2007 challenge for research and prevention and 10 theses from the Cologne Colloquium 2008. Scand J Work Environ Health 2009; 35: 74–9 CrossRef MEDLINE
2.
Straif K, Baan R, Grosse Y, et al.: Carcinogenicity of shift-work, painting, and fire-fighting. Lancet Oncol 2007; 8: 1065–6 CrossRef
3.
Erren TC, Falaturi P, Morfeld P, et al.: Shift work and cancer: the evidence and the challenge. Dtsch Arztebl Int 2010; 107: 657–62 VOLLTEXT
4.
Sigurdardottir LG, Valdimarsdottir UA, Fall K, et al.: Circadian disruption, sleep loss, and prostate cancer risk: a systematic review of epidemiologic studies. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2012; 21: 1002–11 CrossRef MEDLINE PubMed Central
5.
Reiter RJ, Tan DX, Erren TC, et al.: Light-mediated perturbations of circadian timing and cancer risk: a mechanistic analysis. Integr Cancer Ther 2009; 8: 354–60 CrossRef MEDLINE
6.
Conlon M, Lightfoot N, Kreiger N: Rotating shift work and risk of prostate cancer. Epidemiology 2007; 18: 182–3 CrossRef MEDLINE
7.
Kubo T, Ozasa K, Mikami K, et al.: Prospective cohort study of the risk of prostate cancer among rotating-shift workers: findings from the Japan collaborative cohort study. Am J Epidemiol 2006; 164: 549–55 CrossRef MEDLINE
8.
Kubo T, Oyama I, Nakamura T, et al.: Industry-based retrospective cohort study of the risk of prostate cancer among rotating-shift workers. Int J Urol 2011; 18: 206–11 CrossRef MEDLINE
9.
Hammer GP, Auvinen A, De Stavola B, et al.: Mortality from cancer and other causes in commercial airline crew: a joint analysis of cohorts from ten countries. Occup Environ Med 2014; 71: 313–22 CrossRef MEDLINE
10.
Pukkala E, Aspholm R, Auvinen A, et al.: Incidence of cancer among Nordic airline pilots over five decades: occupational cohort study. BMJ 2002; 325: 567 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11.
Pukkala E, Helminen M, Haldorsen T, et al.: Cancer incidence among Nordic airline cabin crew. Int J Cancer 2012; 131: 2886–97 CrossRef MEDLINE
12.
Pukkala E, Martinsen JI, Lynge E, et al.: Occupation and cancer—follow-up of 15 million people in five Nordic countries. Acta Oncol 2009; 48: 646–790 CrossRef MEDLINE
13.
Yong M, Nasterlack M, Germann C, et al.: Shift work and risk of non-cancer mortality in a cohort of German male chemical workers. Int Arch Occup Environ Health 2014; 87: 763–73 CrossRef CrossRef
14.
Yong M, Nasterlack M, Messerer P, et al.: A retrospective cohort study of shift work and risk of cancer-specific mortality in German male chemical workers. Int Arch Occup Environ Health 2014; 87: 175–83 CrossRef CrossRef MEDLINE
15.
Yong M, Blettner M, Emrich K, et al.: A retrospective cohort study of shift work and risk of incident cancer in German male chemical workers. Scand J Work Occup Health 2014; 40: 502–10 CrossRef MEDLINE
16.
Hammer GP, Yong M, Blettner M: Kohortenstudie zur Untersuchung der Krebsinzidenz und Mortalität bei Schichtarbeitern in der BASF. Report no. FF-FP0332. Sankt Augustin: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV) 2014.
17.
Oberlinner C, Ott MG, Nasterlack M, et al.: Medical program for shift workers—impacts on chronic disease and mortality outcomes. Scand J Work Environ Health 2009; 35: 309–18 CrossRef MEDLINE
18.
Brenner H, Schmidtmann I: Effects of record linkage errors on disease registration. Methods Inf Med 1998; 37: 69–74 MEDLINE
19.
Michaelis J, Miller M, Pommerening K, et al.: A new concept to ensure data privacy and data security in cancer registries. Medinfo 1995; 8 Pt 1: 661–5 MEDLINE
20.
Pommerening K, Miller M, Schmidtmann I, et al.: Pseudonyms for cancer registries. Methods Inf Med 1996; 35: 112–21 MEDLINE
21.
Emrich K, Ressing M, Zeißig S, Seebauer G, Blettner M: Krebs in Rheinland-Pfalz 2011. Mainz: Krebsregister Rheinland-Pfalz, Registerstelle 2014.
22.
International Union Against Cancer: The TNM classification of malignant tumours. 7th edition. Chichester, West Sussex: John Wiley & Sons 2009.
23.
Platz EA, Giovannucci E. Prostate cancer. In: Schottenfeld D, Fraumeni JFJ (eds.): Cancer epidemiology and prevention. 3rd edition. New York: Oxford University Press 2006; 1128–50 CrossRef
24.
SAS 9.4. Cary, SAS Institute Inc. NC. USA: 2014.
25.
Wang F, Yeung KL, Chan WC, et al.: A meta-analysis on dose-response relationship between night shift work and the risk of breast cancer. Ann Oncol 2013; 24: 2724–32 CrossRef MEDLINE
26.
Ott MG, Oberlinner C, Lang S, et al.: Health and safety protection for chemical industry employees in a rotating shift system: program design and acute injury and illness experience at work. J Occup Environ Med 2009; 51: 221–31 CrossRef MEDLINE
27.
Parent ME, Siemiatycki J: Occupation and prostate cancer.
Epidemiol Rev 2001; 23: 138–43 CrossRef MEDLINE
28.
Ott MG, Yong M, Zober A, et al.: Impact of an occupational health promotion program on subsequent illness and mortality experience. Int Arch Occup Environ Health 2010; 83: 887–94 CrossRef MEDLINE
29.
Yong M, Germann C, Lang S, et al.: Primary selection into shift work and change of cardiovascular risk profile. Scand J Work Environ
Health 2015; DOI: 10.5271/sjweh.3487. Epub ahead of print CrossRef
30.
Pan A, Schernhammer ES, Sun Q, et al.: Rotating night shift work and risk of type 2 diabetes: two prospective cohort studies in women. PLoS Med 2011; 8: e1001141 CrossRef MEDLINE PubMed Central
31.
Lowden A, Moreno C, Holmback U, et al.: Eating and shift work—effects on habits, metabolism and performance. Scand J Work Environ Health 2010; 36: 150–62 CrossRef MEDLINE
32.
Stevens RG, Hansen J, Costa G, et al.: Considerations of circadian impact for defining ’shift work’ in cancer studies: IARC Working Group Report. Occup Environ Med 2011; 68: 154–62 CrossRef MEDLINE
33.
Erren TC: Shift work and cancer research: can chronotype predict susceptibility in night-shift and rotating-shift workers? Occup Environ Med 2013; 70: 283–4 CrossRef MEDLINE
34.
Yong M, Fischer D, Germann C, Vetter C, Lang S, Oberlinner C: Haben Früh- oder Spättyp einen Einfluss auf die Gesundheit, gemessen anhand des Work Ability Index? München: Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V. 2015.
35.
Harrington JM: Health effects of shift work and extended hours of work. Occup Environ Med 2001; 58: 68–72 CrossRef PubMed Central
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Dr. P. H. Hammer, Prof. Dr. rer. nat. Blettner
Registre Morphologique des Tumeurs, Laboratoire National de Santé, Luxembourg: Dr. P. H. Hammer
Krebsregister Rheinland-Pfalz, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Dr. rer. nat. Emrich
Occupational Medicine and Health Protection, BASF SE, Ludwigshafen: Dr. med. Nasterlack, Dr. med. Yong
Grafik
Hazard Ratio (HR) für Produktionsarbeiter, die 30 Jahre oder länger in einem großen deutschen Chemieunternehmen tätig waren, im Vergleich zu anderen Produktionsarbeitern nach Schichtstatus adjustiert
Tabelle 1
Übersicht der bisherigen Studien zur Schichtarbeit und zum Prostatakrebs
Tabelle 2a
Verteilung der Merkmale einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern in einem großen deutschen Chemieunternehmen
Tabelle 2b
Verteilung der Merkmale einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern in einem großen deutschen Chemieunternehmen
Tabelle 3
Standardisierte Inzidenzrate (SIR) für Prostatakrebs in einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern in einem großen deutschen Chemieunternehmen
Tabelle 4
Hazard Ratio (HR) für das Inzidenzrisiko von Prostatakrebs in einer Kohorte von Wechselschicht- und Tagarbeitern eines großen deutschen Chemieunternehmens
1.Erren TC, Morfeld P, Stork J, et al.: Shift work, chronodisruption and cancer?—The IARC 2007 challenge for research and prevention and 10 theses from the Cologne Colloquium 2008. Scand J Work Environ Health 2009; 35: 74–9 CrossRef MEDLINE
2. Straif K, Baan R, Grosse Y, et al.: Carcinogenicity of shift-work, painting, and fire-fighting. Lancet Oncol 2007; 8: 1065–6 CrossRef
3. Erren TC, Falaturi P, Morfeld P, et al.: Shift work and cancer: the evidence and the challenge. Dtsch Arztebl Int 2010; 107: 657–62 VOLLTEXT
4. Sigurdardottir LG, Valdimarsdottir UA, Fall K, et al.: Circadian disruption, sleep loss, and prostate cancer risk: a systematic review of epidemiologic studies. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2012; 21: 1002–11 CrossRef MEDLINE PubMed Central
5. Reiter RJ, Tan DX, Erren TC, et al.: Light-mediated perturbations of circadian timing and cancer risk: a mechanistic analysis. Integr Cancer Ther 2009; 8: 354–60 CrossRef MEDLINE
6. Conlon M, Lightfoot N, Kreiger N: Rotating shift work and risk of prostate cancer. Epidemiology 2007; 18: 182–3 CrossRef MEDLINE
7. Kubo T, Ozasa K, Mikami K, et al.: Prospective cohort study of the risk of prostate cancer among rotating-shift workers: findings from the Japan collaborative cohort study. Am J Epidemiol 2006; 164: 549–55 CrossRef MEDLINE
8. Kubo T, Oyama I, Nakamura T, et al.: Industry-based retrospective cohort study of the risk of prostate cancer among rotating-shift workers. Int J Urol 2011; 18: 206–11 CrossRef MEDLINE
9. Hammer GP, Auvinen A, De Stavola B, et al.: Mortality from cancer and other causes in commercial airline crew: a joint analysis of cohorts from ten countries. Occup Environ Med 2014; 71: 313–22 CrossRef MEDLINE
10. Pukkala E, Aspholm R, Auvinen A, et al.: Incidence of cancer among Nordic airline pilots over five decades: occupational cohort study. BMJ 2002; 325: 567 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11. Pukkala E, Helminen M, Haldorsen T, et al.: Cancer incidence among Nordic airline cabin crew. Int J Cancer 2012; 131: 2886–97 CrossRef MEDLINE
12. Pukkala E, Martinsen JI, Lynge E, et al.: Occupation and cancer—follow-up of 15 million people in five Nordic countries. Acta Oncol 2009; 48: 646–790 CrossRef MEDLINE
13. Yong M, Nasterlack M, Germann C, et al.: Shift work and risk of non-cancer mortality in a cohort of German male chemical workers. Int Arch Occup Environ Health 2014; 87: 763–73 CrossRef CrossRef
14. Yong M, Nasterlack M, Messerer P, et al.: A retrospective cohort study of shift work and risk of cancer-specific mortality in German male chemical workers. Int Arch Occup Environ Health 2014; 87: 175–83 CrossRef CrossRef MEDLINE
15. Yong M, Blettner M, Emrich K, et al.: A retrospective cohort study of shift work and risk of incident cancer in German male chemical workers. Scand J Work Occup Health 2014; 40: 502–10 CrossRef MEDLINE
16. Hammer GP, Yong M, Blettner M: Kohortenstudie zur Untersuchung der Krebsinzidenz und Mortalität bei Schichtarbeitern in der BASF. Report no. FF-FP0332. Sankt Augustin: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV) 2014.
17. Oberlinner C, Ott MG, Nasterlack M, et al.: Medical program for shift workers—impacts on chronic disease and mortality outcomes. Scand J Work Environ Health 2009; 35: 309–18 CrossRef MEDLINE
18. Brenner H, Schmidtmann I: Effects of record linkage errors on disease registration. Methods Inf Med 1998; 37: 69–74 MEDLINE
19. Michaelis J, Miller M, Pommerening K, et al.: A new concept to ensure data privacy and data security in cancer registries. Medinfo 1995; 8 Pt 1: 661–5 MEDLINE
20. Pommerening K, Miller M, Schmidtmann I, et al.: Pseudonyms for cancer registries. Methods Inf Med 1996; 35: 112–21 MEDLINE
21. Emrich K, Ressing M, Zeißig S, Seebauer G, Blettner M: Krebs in Rheinland-Pfalz 2011. Mainz: Krebsregister Rheinland-Pfalz, Registerstelle 2014.
22. International Union Against Cancer: The TNM classification of malignant tumours. 7th edition. Chichester, West Sussex: John Wiley & Sons 2009.
23. Platz EA, Giovannucci E. Prostate cancer. In: Schottenfeld D, Fraumeni JFJ (eds.): Cancer epidemiology and prevention. 3rd edition. New York: Oxford University Press 2006; 1128–50 CrossRef
24. SAS 9.4. Cary, SAS Institute Inc. NC. USA: 2014.
25. Wang F, Yeung KL, Chan WC, et al.: A meta-analysis on dose-response relationship between night shift work and the risk of breast cancer. Ann Oncol 2013; 24: 2724–32 CrossRef MEDLINE
26. Ott MG, Oberlinner C, Lang S, et al.: Health and safety protection for chemical industry employees in a rotating shift system: program design and acute injury and illness experience at work. J Occup Environ Med 2009; 51: 221–31 CrossRef MEDLINE
27. Parent ME, Siemiatycki J: Occupation and prostate cancer.
Epidemiol Rev 2001; 23: 138–43 CrossRef MEDLINE
28. Ott MG, Yong M, Zober A, et al.: Impact of an occupational health promotion program on subsequent illness and mortality experience. Int Arch Occup Environ Health 2010; 83: 887–94 CrossRef MEDLINE
29. Yong M, Germann C, Lang S, et al.: Primary selection into shift work and change of cardiovascular risk profile. Scand J Work Environ
Health 2015; DOI: 10.5271/sjweh.3487. Epub ahead of print CrossRef
30. Pan A, Schernhammer ES, Sun Q, et al.: Rotating night shift work and risk of type 2 diabetes: two prospective cohort studies in women. PLoS Med 2011; 8: e1001141 CrossRef MEDLINE PubMed Central
31. Lowden A, Moreno C, Holmback U, et al.: Eating and shift work—effects on habits, metabolism and performance. Scand J Work Environ Health 2010; 36: 150–62 CrossRef MEDLINE
32. Stevens RG, Hansen J, Costa G, et al.: Considerations of circadian impact for defining ’shift work’ in cancer studies: IARC Working Group Report. Occup Environ Med 2011; 68: 154–62 CrossRef MEDLINE
33. Erren TC: Shift work and cancer research: can chronotype predict susceptibility in night-shift and rotating-shift workers? Occup Environ Med 2013; 70: 283–4 CrossRef MEDLINE
34. Yong M, Fischer D, Germann C, Vetter C, Lang S, Oberlinner C: Haben Früh- oder Spättyp einen Einfluss auf die Gesundheit, gemessen anhand des Work Ability Index? München: Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V. 2015.
35. Harrington JM: Health effects of shift work and extended hours of work. Occup Environ Med 2001; 58: 68–72 CrossRef PubMed Central

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Anzeige