MEDIZIN: Originalarbeit

Sterbeorte

Veränderung im Verlauf eines Jahrzehnts: Eine populationsbasierte Studie anhand von Totenscheinen der Jahre 2001 und 2011

Place of death: trends over the course of a decade—a population-based study of death certificates from the years 2001 and 2011

Dtsch Arztebl Int 2015; 112(29-30): 496-504; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0496

Dasch, Burkhard; Blum, Klaus; Gude, Philipp; Bausewein, Claudia

Hintergrund: In Deutschland wird der Sterbeort in Todesbescheinigungen registriert, jedoch nicht ausgewertet. Daher fehlen zuverlässige Angaben, ob Menschen in Deutschland im häuslichen Umfeld, Krankenhaus, auf der Palliativstation, im Alten- oder Pflegeheim oder beispielsweise im Hospiz sterben.

Methode: Es erfolgte eine deskriptive Erfassung des Sterbeortes in den Jahren 2001 und 2011 anhand ausgewerteter Todesbescheinigungen ausgewählter Regionen in Westfalen-Lippe. Einflussfaktoren auf Sterbeorte wurden mittels binärer multivariater Regression berechnet.

Ergebnisse: Analysiert wurden 24 009 Todesbescheinigungen (11 585 im Jahr 2001; 12 424 im Jahr 2011). Für die Gesamtpopulation ergab sich folgende Sterbeortverteilung (2001 versus 2011): häusliches Umfeld 27,5 % versus 23,0 % (p < 0,001), Krankenhaus 57,6 % versus 51,2 % (p < 0,001), Palliativstation 0,0 % versus 1,0 %, Alten- oder Pflegeheim 12,2 % versus 19,0 % (p < 0,001), Hospiz 2,0 % versus 4,6 % (p < 0,001), sonstiger Ort 0,6 % versus 0,6 % (p = 0,985), keine Angabe 0,1 % versus 0,6 % (p < 0,001). Als unabhängige Einflussfaktoren erwiesen sich Alter, Geschlecht, Wohnort, Vorliegen einer Tumor- sowie Demenzerkrankung.

Schlussfolgerung: Die meisten Menschen sterben in Deutschland in Institutionen, wobei das Krankenhaus mit über 50 % den häufigsten Sterbeort darstellt. Nur jeder vierte Sterbefall ereignet sich zu Hause. Im zeitlichen Trend kann eine deutliche Sterbeortverlagerung weg vom häuslichen Umfeld sowie Krankenhaus, hin zu Alten- oder Pflegeheimen, aber auch zu Palliativstationen und Hospizen beobachtet werden.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes starben in Deutschland im Jahre 2011 852 328 Personen bei einer Bevölkerungsgröße von 80 3 Millionen (1). Demnach lag der Anteil Verstorbener an der Gesamtbevölkerung bei 1,1 Prozent.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Sterbeort zeigen, dass das häusliche Umfeld als der Ort des Sterbens präferiert wird (24). Demgegenüber wird das Sterben in Institutionen wie Krankenhaus oder Alten- oder Pflegeheim negativ bewertet. Hospize und Palliativstationen sind Institutionsformen, die sich ganz bewusst dem Thema würdevolles Sterben zuwenden. Seit Ende der 1990er-Jahre erfuhr Deutschland einen deutlichen Schub im Ausbau dieser Versorgungsstrukturen.

In Deutschland wird der Sterbeort in Todesbescheinigungen registriert, jedoch nicht ausgewertet. Offizielle Statistiken zum Sterbeort liegen ausschließlich für Krankenhaussterbefälle vor (5).

Diese Studie untersucht die Sterbeorte von natürlichen Todesfällen der Jahre 2001 und 2011 in ausgewählten städtischen und ländlichen Regionen Westfalens anhand ausgewerteter Todesbescheinigungen. Ziel ist es, Aussagen zur Sterbeortverteilung im zeitlichen Verlauf abzuleiten. Zudem werden soziodemografische Einflussfaktoren auf den Sterbeort analysiert.

Methode

Design

Querschnittserhebung mit Hilfe ausgewerteter Todesbescheinigungen der Jahre 2001 und 2011 ausgewählter Studienregionen in Westfalen-Lippe.

Studienregion

Die Studienregion umfasst die Städte Bochum und Münster sowie die Landkreise Borken und Coesfeld der Region Westfalen-Lippe (Nordrhein-Westfalen). Es wurden bewusst städtische und ländliche Regionen in die Untersuchung einbezogen, um Vergleichsanalysen durchführen zu können. Die Datenerhebung musste aus datenschutzrechtlichen Gründen vor Ort in den Gesundheitsämtern erfolgen.

Zum Stichtag 31. 12. 2000 lebten in der Studienregion 1 231 222 Personen. Innerhalb des 10-jährigen Beobachtungszeitraumes erhöhte sich die Einwohnerzahl um 1,03 %, wobei die Stadt Münster sowie die Landkreise Borken und Coesfeld steigende, die Stadt Bochum hingegen sinkende Einwohnerzahlen meldeten (6). Die Zahl aufgestellter Krankenhausbetten reduzierte sich von 8,1 auf 7,8 pro 1 000 Einwohner und die Zahl an Pflegeheimbetten stieg von 7,6 auf 8,9 pro 1 000 Einwohner an (7). Im Jahr 2001 existierten drei Hospize, deren Zahl sich bis 2011 auf 6 verdoppelte. Palliativstationen (n = 3) wurden erst im Verlauf der Studienbeobachtung gegründet.

Definition des Sterbeortes

In der Studie wurde der Sterbeort in die Kategorien häusliches Umfeld, Krankenhaus, Palliativstation, Alten- oder Pflegeheim, Hospiz und sonstiger Ort eingeteilt. Unter der Kategorie „häusliches Umfeld“ wurden die Privatwohnung des Verstorbenen sowie sonstige Privatwohnungen, die nicht gleichzeitig Wohnung des Verstorbenen waren, zusammengefasst. Krankenhäuser, psychiatrische Kliniken und Kurkliniken wurden zum Sterbeort Krankenhaus subsumiert. Palliativstationen zählten als eigenständiger Sterbeort. Die Kategorie „Alten- oder Pflegeheim“ umfasste alle Einrichtungen der Altenheime, Altenwohnheime, Altenpflegeheime, betreutes Wohnen sowie Kurzzeitpflegen. Sonstige Orte betrafen unter anderem öffentliche Plätze, Hausarztpraxen, Freizeiteinrichtungen.

Datenanalyse

Zum Zeitpunkt der Studiendurchführung standen alle Leichenschauscheine der Jahre 2001 und 2011 für die Untersuchung zur Verfügung. Eine Vernichtung von Dokumenten aufgrund von Archivierungsfristen lag nicht vor. Erhoben wurden Informationen zum Sterbeort, zur Todesart, soziodemografhische Angaben sowie ärztliche Angaben über eine Tumorerkrankung beziehungsweise Demenzerkrankung als zugrundeliegende oder mitverursachende Todesursache. In die Auswertung wurden alle Todesfälle einbezogen, bei denen eine natürliche Todesursache bei der Leichenschau dokumentiert worden war. Dokumente, bei denen keine Information zum Alter oder Geschlecht vorlagen, wurden von der Analyse ausgeschlossen. Dies war bei 126 Dokumenten der Fall. Bei 742 Todesfällen ergaben sich Anhaltspunkte für das Vorliegen eines nicht-natürlichen Todes.

Statistische Auswertungen

Die Studienpopulation wurde auf Unterschiede im zeitlichen Verlauf (2001 vs. 2011) bezüglich soziodemografischer Daten sowie der Verteilung der Sterbeorte untersucht. Zudem wurde die rohe sowie altersstandardisierte Mortalitätsrate ermittelt. Die Häufigkeitsverteilungen des Sterbeortes wurden prozentual und in absoluten Zahlen deskriptiv dargestellt. Es erfolgte eine Stratifikation nach Alter und Geschlecht.

Stetige Daten wurden mit Hilfe des Kolmogorov-Smirnov-Tests auf Normalverteilung getestet und bei gegebener Normalverteilung mit Hilfe des unverbundenen t-Tests analysiert. Lag keine Normalverteilung vor, wurde der nichtparametrische Wilcoxon-Mann-Whitney-Test verwendet. Kategorielle Daten wurden mit dem Chi-Quadrat-Test untersucht. Um die globale Erhöhung der Alpha-Fehler-Wahrscheinlichkeit durch multiples Testen derselben Stichprobe zu minimieren, wurde das Signifikanzniveau bei p < 0,01 (zweiseitig) festgesetzt.

Hinsichtlich der Mortalitätsrate wurde eine direkte Altersstandardisierung durchgeführt. Als Standardpopulation wurde die alte Europa Standardbevölkerung herangezogen.

Einflussgrößen auf den Sterbeort wurden mit Hilfe binärer logistischer Regression ermittelt, mit dem Sterbeort als abhängige Variable. Als unabhängige Variablen wurden in das statistische Model aufgenommen:

  • das Alter
  • das Geschlecht
  • der Wohnort
  • Tumorerkrankung sowie
  • Demenzerkrankung (im Totenschein dokumentiert als zugrundeliegende oder mitbeeinflussende Todesursache) .

Als Maßzahl der multivariaten Analyse wurden Odds Ratios (OR) mit zugehörigem 95-%-Konfidenzintervall (KI) generiert. Die Auswertungen erfolgten mit SPSS-Version 21.

Ethikvotum und Datenschutz

Unter Wahrung gesetzlich vorgeschriebener Datenschutzbedingungen wurde die Einsicht in archivierte Todesbescheinigungen sowie Datenerhebung und -auswertung von Seiten der Gesundheitsämter erlaubt. Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Ruhr-Universität Bochum genehmigt (Votum-Nr.: 4338–12).

Ergebnisse

Insgesamt wurden 24 009 Totenscheine ausgewertet, hiervon 11 585 des Jahres 2001 und 12 424 des Jahres 2011. Das durchschnittliche Sterbealter der Studienpopulation lag bei 75,1 Jahren im Jahr2001 und stieg innerhalb von 10 Jahren auf 77,2 Jahre an. Im Jahre 2001 starben im Mittel Männer mit 70,9 und Frauen mit 78,7 Jahren. Zehn Jahre später lag das mittlere Sterbealter bei 73,8 (Männer) beziehungsweise 80,4 (Frauen) Jahren. Das Geschlecht war annähernd gleichverteilt. Bei jedem dritten Sterbefall war ein Tumorleiden dokumentiert. Der Anteil Verstorbener mit einer Demenzerkrankung verdoppelte sich zwischen 2001 und 2011 von 6,3 % auf 13,2 % (Tabelle 1).

Charakteristika verstorbener Personen mit natürlicher Todesursache
Tabelle 1
Charakteristika verstorbener Personen mit natürlicher Todesursache

Die rohe Mortalitätsrate eines natürlichen Todes stieg über den 10-jährigen Beobachtungszeitraum von 940,9 auf 998,7 Todesfälle pro 100 000 Einwohner an. Die altersstandardisierte Sterberate reduzierte sich von 723,2 auf 648,3 Todesfälle je 100 000 Einwohner.

Zwischen 2001 und 2011 sank die Rate der häuslichen Sterbefälle um 4,5 %. Mit 23,0 % starb weniger als jeder vierte Mensch im Jahr 2011 im häuslichen Umfeld. Das Krankenhaus blieb mit über 50 % der häufigste Sterbeort, aber auch hier konnte ein Rückgang um 6,4 % beobachtet werden. Im Gegensatz dazu starben 2011 mehr Menschen auf einer Palliativstation oder in einem Hospiz. Im Hospiz Verstorbene machten im Jahr 2011 weniger als 5 % aller Fälle aus. Alten- und Pflegeheime verzeichneten den stärksten Anstieg als Sterbeort (12,2 % vs. 19,0 %; p < 0,001). Demnach starb im Jahr 2011 nahezu jeder fünfte Bürger in einem Alten- oder Pflegeheim (Tabelle 2).

Zeitlicher Trend der Sterbeorte
Tabelle 2
Zeitlicher Trend der Sterbeorte

In absoluten Zahlen gesehen traten mehr männliche Sterbefälle im häuslichen Umfeld, Krankenhaus oder sonstigen Orten auf. Im Gegensatz dazu waren die weiblichen Sterbefälle im Alten- oder Pflegeheim sowie Hospiz häufiger. Stratifiziert nach Alter ergab sich, dass bei einem Sterbealter unter 80 Jahren prozentual gesehen der männliche den weiblichen Anteil überwog. Ab einem Sterbealter von 80 Jahren und älter starben im Geschlechtervergleich hingegen vorwiegend Frauen (Tabelle 3).

Sterbeorte stratifiziert nach Alter und Geschlecht
Tabelle 3
Sterbeorte stratifiziert nach Alter und Geschlecht

Die Wahrscheinlichkeit im häuslichen Umfeld zu sterben war bei Männern gegenüber Frauen 1,2-fach erhöht. Hingegen lag die Wahrscheinlichkeit im Alten- oder Pflegeheim zu sterben für Männer im Vergleich zu Frauen um 50 % niedriger. Für Krankenhauspatienten unter 80 Jahren war die Sterbewahrscheinlichkeit annähernd zweifach erhöht gegenüber Patienten mit einem Sterbealter von 80 Jahren und mehr. Städtische Bewohner wiesen gegenüber ländlichen Bewohnern eine höhere Wahrscheinlichkeit auf im Krankenhaus zu sterben und eine niedrigere Wahrscheinlichkeit im häuslichen Umfeld sowie im Alten- oder Pflegeheim zu versterben.

Eine Tumorerkrankung war stark mit der Sterbewahrscheinlichkeit im Hospiz assoziiert. Ebenso ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Demenzerkrankung und erhöhter Sterbewahrscheinlichkeit im Alten- oder Pflegeheim (Tabelle 4).

Einflussfaktoren auf den Sterbeort
Tabelle 4
Einflussfaktoren auf den Sterbeort

Schlussfolgerung

In der Studie konnte gezeigt werden, dass das Krankenhaus den weitaus häufigsten Sterbeort darstellt, gefolgt vom häuslichen Umfeld, Alten- oder Pflegeheim, Hospiz sowie Palliativstation. Im zeitlichen Vergleich (2001 vs. 2011) starben 2011 weniger Menschen im häuslichen Umfeld und im Krankenhaus, jedoch mehr Menschen im Alten- oder Pflegeheim, im Hospiz oder auf einer Palliativstation. Hierbei nahm die Zahl der Menschen, die im Alten- oder Pflegeheim starben, am deutlichsten zu.

Sterbeortuntersuchungen in Deutschland

Es liegen vereinzelt Daten aus populationsbezogenen Untersuchungen zum Sterbeort in Deutschland vor (819). Tabelle 5 gibt einen Überblick über diese Studien. Die bislang umfangreichste Studie wurde von Ochsmann et al. (10) durchgeführt. Schwerpunktmäßig wurden 12 217 Leichenschauscheine aus dem Jahre 1995 in ausgewählten Gesundheitsamtsbezirken in Rheinland-Pfalz ausgewertet. Für Hospize und Palliativstationen lagen keine Informationen vor. In der Studienregion starben im Beobachtungsjahr 39,8 % im häuslichen Umfeld, 44,1 % im Krankenhaus, 12,8 % im Altenheim und 1,7 % an sonstigen Orten. Bei 1,7 % lagen keine Sterbeortangaben vor. In dieser Studie wurde mit 39,8 % ein bemerkenswert hoher Anteil von Sterbefällen im häuslichen Umfeld nachgewiesen.

Populationsbezogene Sterbeortdaten national
Tabelle 5
Populationsbezogene Sterbeortdaten national

Internationale Studien

Internationale Studien bestätigen das überwiegend institutionalisierte Sterben, differieren jedoch in ihren Angaben (2036). Tabelle 6 gibt eine kurze Zusammenstellung wichtiger internationaler Studien zum Sterbeort (Tabelle 6). Cohen et al. (28) untersuchten schwerpunktmäßig den Anteil von Krankenhaussterbefällen an der Gesamtheit aller Todesfälle des Jahres 2003 in verschiedenen europäischen Ländern. Der Prozentsatz variierte von 33,9 % (Niederlande) bis 62,8 % (Wales). Der Sterbeort Alten- oder Pflegeheim gewinnt immer mehr an Bedeutung. Beispielhaft seien die Daten aus Belgien angeführt (27), wo zwischen 1998 und 2007 eine Zunahme der Sterbefälle im Alten- oder Pflegeheim von 18,3 % auf 22,6 % registriert werden konnte. Ebenfalls variieren die Studienzahlen zu häusliche Sterbefällen, jedoch liegen diese zumeist zwischen 20–30 % (2022, 2427, 3032). In den vergangenen Jahrzehnten konnten unterschiedliche Tendenzen hinsichtlich der Sterbeortverteilung beobachtet werden. So stieg beispielhaft in Kanada (31) und den USA (33) die Zahl häuslicher Sterbefälle, wohingegen in mehreren europäischen Ländern dieser Anteil abfiel. Zeitgleich verringerte sich die Häufigkeit von Krankenhaussterbefällen in Kanada zwischen 1994 und 2004 von 77,7 % auf 60,6 % und in den USA zwischen 1980 und 1998 von 54 % auf 41 %. Untersuchungen von Gomes et al. (25) belegen für England seit den 1970er-Jahren einen steten Abfall der häuslichen Sterbefälle bis auf 18,3 % zum Jahr 2004. In England wurde das staatliche End of Life Care Programme (2003–2006) besonders finanziell gefördert, um unter anderem diesem Trend entgegen zu wirken. Tatsächlich stieg der Anteil häuslicher Sterbefälle bis zum Jahr 2010 wieder auf 20,8 % an.

Populationsbezogene Sterbeortdaten international
Tabelle 6
Populationsbezogene Sterbeortdaten international

Untersuchte Einflussfaktoren auf den Sterbeort

Für Männer war die Wahrscheinlichkeit größer im häuslichen Umfeld oder Krankenhaus, für Frauen größer im Altenheim oder Hospiz zu sterben. Männer haben aufgrund ihrer niedrigeren Lebenserwartung eine höhere Wahrscheinlichkeit bei bestehender Partnerschaft vom Lebenspartner überlebt zu werden. Damit steigt gleichzeitig ihre Chance, am Lebensende von Angehörigen im häuslichen Umfeld betreut zu werden. Bedingt durch das höhere Lebensalter steigt andererseits bei Frauen die Wahrscheinlichkeit im höheren Alter verwitwet oder alleinlebend zu sein und mit zunehmenden Beschwerden auf fremde oder institutionelle Hilfe angewiesen zu sein. Ergebnisse des Mikrozensus 2011 des Statistischen Bundesamtes zeigen eine stete Zunahme der Zahl alleinlebender Personen in Deutschland (37). Diese stieg gegenüber 1991 um rund 4 Millionen an. Mit 80 Jahren wohnte mehr als die Hälfte der Frauen (56 %) allein, bei den Männern waren es 22 %.

Stadtbewohner wiesen gegenüber Bewohnern in ländlichen Regionen eine höhere Wahrscheinlichkeit auf im Krankenhaus zu sterben. Andererseits war die Sterbewahrscheinlichkeit in Bezug auf das häusliche Umfeld sowie das Alten- oder Pflegeheim erniedrigt. Unterschiede im Angebot von Gesundheitsstrukturen könnten ursächlich sein. Ist die Zahl von Krankenhausbetten eher gering, wie in den ausgewählten ländlichen Regionen zu beobachten, so steigt die Wahrscheinlichkeit im häuslichen Umfeld zu sterben. Nimmt das Angebot an Dauerpflege-, Hospiz- oder Palliativstationsbetten zu, so wird dieses auch in zunehmendem Maße in Anspruch genommen. Auch hier mag der Anteil Alleinlebender zudem eine Rolle spielen, weil insbesondere in den Städten viele alte Leute allein wohnen.

Wie zu erwarten, ergab sich eine deutliche Assoziation zwischen dem Vorliegen einer Tumorerkrankung und erhöhter Sterbewahrscheinlichkeit im Hospiz. Ebenso starben Demenzerkrankte häufiger im Alten- oder Pflegeheim. Studiendaten geben Hinweise darauf, dass Patienten mit nicht-soliden Tumoren (Leukämie, Lymphome) mit einem erhöhten stationären Sterberisiko behaftet sind (38).

Nicht zuletzt können auch finanzielle Gesichtspunkte des Gesundheitswesens mit der beobachteten Sterbeortverteilung in Zusammenhang gebracht werden, konkret mit der Abnahme der Krankenhaussterbefälle. Mitunter könnte der wachsende Kostendruck im Krankenhaussektor einen mitursächlichen Faktor darstellen, der seit Einführung der DRGs zu einer Abnahme der stationären Liegezeitdauer, jedoch auch gleichzeitig zu einer frühzeitigeren Entlassung pflegeaufwendiger oder austherapierter Patienten geführt hat.

Zum Thema Einflussfaktoren auf den Sterbeort geben Gomes und Higginson (38) sowie Thönnes (39) einen prägnanten Literaturüberblick.

Stärken und Schwächen der Arbeit

Diese Studie zeichnet sich durch die hohe Anzahl (N=24 009) ausgewerteter Totenbescheinigungen aus. Damit basiert diese Studie auf dem bislang größten Datensatz, der in Deutschland zu diesem Thema ausgewertet wurde. Bei lediglich 0,4 % der ausgewerteten Dokumente fehlten Informationen zum Sterbeort. Die Sterbeortangaben waren nur in seltenen Einzelfällen unleserlich oder nicht eindeutig formuliert und somit überwiegend sehr valide. Eine systematische Missklassifikation dieser Einzelfälle war nicht ersichtlich. Hinsichtlich der Todesursache wurde lediglich auf das Vorliegen einer Tumor- sowie Demenzerkrankung fokussiert. Es bleibt unklar, wann die stationär verstorbenen Patienten ins Krankenhaus kamen und ob dies gar wegen lebenserhaltender Therapien präfinal geschah. Die Aussagekraft der Untersuchung ist eingeschränkt, weil sich die Studie auf ausgewählte Studienregionen in Westfalen-Lippe beschränkt und somit keine Repräsentativität für die Gesamtbevölkerung Deutschlands darstellt.

Perspektive

Das Sterben findet überwiegend in Institutionen statt. Nicht zuletzt durch die demografische Entwicklung mit einer zunehmenden Lebenserwartung und einem Anstieg der absoluten Zahl von Sterbefällen in den nächsten Jahrzehnten (40) ist zu erwarten, dass das institutionalisierte Sterben zumindest konstant bleibt, jedoch eher noch zunimmt.

Die Hospizbewegung und Palliativmedizin setzen sich für ein Sterben im häuslichen Umfeld ein. Deren Akzeptanz und Bedeutung nehmen in der deutschen Gesellschaft kontinuierlich zu. In diesem Kontext wird es wissenschaftlich von Interesse sein, ob dies in der Zukunft auch zu einer Trendwende hin zum häuslichen Sterben führt.

Danksagung

Die Datenerhebung unterstützten tatkräftig Laila Boutakmant, Hartmut Hofmeister, Marievonne Hofmeister und Viola Willeke. Zudem gilt der Dank den jeweiligen Leitern der Gesundheitsämter Bochum, Borken, Coesfeld und Münster.

Interessenkonflikt

Herr Blum erhielt Erstattung für Kongressgebühren sowie Reise- und Übernachtungsksoten von Mundipharma.

Dr. Dasch, Dr. Gude und Prof. Bausewein erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 20. 2. 2015, revidierte Fassung angenommen: 22. 4. 2015

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Burkhard Dasch; MSE, MPH
Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin
Klinikum der Universität München
Marchioninistraße 15, 81377 München
Burkhard.Dasch@med.uni-muenchen.de

Zitierweise
Dasch B, Blum K, Gude P, Bausewein C: Place of death: trends over the course of a decade—a population-based study of death certificates from the years 2001 and 2011. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 496–504. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0496

@The English version of this article is available online:
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Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Klinikum der Universität München:
Dr. med. Dasch, MSE, MPH; Prof. Dr. med. Bausewein
Palliativnetz Bochum e. V., Bochum: Klaus Blum
Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, St.-Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum: Dr. med. Gude
Charakteristika verstorbener Personen mit natürlicher Todesursache
Tabelle 1
Charakteristika verstorbener Personen mit natürlicher Todesursache
Zeitlicher Trend der Sterbeorte
Tabelle 2
Zeitlicher Trend der Sterbeorte
Sterbeorte stratifiziert nach Alter und Geschlecht
Tabelle 3
Sterbeorte stratifiziert nach Alter und Geschlecht
Einflussfaktoren auf den Sterbeort
Tabelle 4
Einflussfaktoren auf den Sterbeort
Populationsbezogene Sterbeortdaten national
Tabelle 5
Populationsbezogene Sterbeortdaten national
Populationsbezogene Sterbeortdaten international
Tabelle 6
Populationsbezogene Sterbeortdaten international
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Irobri
am Dienstag, 28. Juli 2015, 23:29

wichtiger Aspekt "Kinder" nicht erwähnt

In Ihrer sehr lesenswerten Analyse wird geschildert, dass ein (noch) vorhandener (Ehe-) Partner das Leben und Sterben zu Hause eher möglich macht, da präfinal Versorgung und Pflege nötig sind.

Mit keiner Silbe erwähnt wird, dass im Alter zwischen 20 und 40 Jahren DIE Weiche gestellt wird, ob man im hohen Alter ausschließlich auf fremde, institutionelle Pflege und Unterstützung angewiesen sein wird, nämlich wenn man bewusst auf eigene Kinder verzichtet (und "sich einen schönen Vormittag macht", wie meine Schwiegermutter, Jahrgang 1910, stets bemerkte!). Dies ist der stärkste einzelne Risikofaktor für Einsamkeit und Ausgeliefertsein im Alter, der dazu von jedem und jeder Einzelnen individuell beeinflusst werden kann. Hier setzt Kinderfreundlichkeit in der Gesellschaft an, wenn man den individuellen und gesellschaftlichen Mehrwert von Familie benennt und hochschätzt!

Die pflegerischen Höchstleistungen von Kindern und Schwiegerkindern an alten und sterbenden Menschen in unserer Gesellschaft sollten gerade in einem Organ wie dem deutschen Ärzteblatt ihren Platz finden, denn sie halten die Gesellschaft mehr zusammen als alle Pflegeheime und Hospize, die zur Unterstützung sehr wertvoll sind.

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