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Palliativärzte: Mehrheit lehnt assistierten Suizid ab

Dtsch Arztebl 2015; 112(42): A-1693 / B-1405 / C-1377

Richter-Kuhlmann, Eva

Palliativärzte: Ein Sterbewunsch ist nicht absolut und ausschließlich. Foto: picture alliance

Mehr als die Hälfte der deutschen Palliativärzte lehnt grundsätzlich eine Suizidassistenz bei Patienten ab. Dies ist ein Ergebnis einer Online-Befragung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zum ärztlich assistierten Suizid und zur Sterbebegleitung, an der im Sommer mehr als 1 800 in der Palliativversorgung tätige Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Vertreter weiterer Berufsgruppen teilnahmen.

Auch den derzeit debattierten gesetzlichen Änderungen bezüglich der Sterbebegleitung stehen die DGP-Mitglieder skeptisch gegenüber. 34 Prozent sprechen sich lediglich für berufsrechtliche Änderungen aus, nur 21 Prozent befürworten eine strafrechtliche Änderung, lediglich 16 Prozent eine Änderung im Bürgerlichen Gesetzbuch. Eine gesetzliche Regelung, die die geschäftsmäßige Suizidbeihilfe verbietet, würden 56 Prozent der Befragten befürworten. „Eine Normalisierung des ärztlich assistierten Suizids wäre ebenso der falsche Weg wie dessen strafrechtliches Verbot“, betonte Prof. Dr. med. Lukas Radbruch, Präsident der DGP, anlässlich der öffentlichen Anhörung am 23. September im Deutschen Bundestag. „Töten ist keine ärztliche Aufgabe.“

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Nach Meinung von 94 Prozent der Palliativärzte ist ein Sterbewunsch nicht absolut und ausschließlich, sondern Ausdruck einer Ambivalenz. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin begrüßt deshalb den vorliegenden Entwurf für ein Hospiz- und Palliativgesetz. ER

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