

Elektronische Post ist die meist genutzte Kommunikationsform im Internet. Weltweit können via
E-Mail Nachrichten oder auch
Bilder verschickt und empfangen werden. Die Zustellzeit beträgt in der Regel nur wenige Sekunden und kostet
nicht mehr als ein
Ortsgespräch per Telefon. Somit ist die Kommunikation per E-Mail
schneller und billiger als die
traditionelle Briefpost.
Die Voraussetzung dafür, daß man E-Mails empfangen und versenden kann, ist zunächst eine eigene E-MailAdresse - die Postadresse im Internet. Diese erhält man kostenfrei vom jeweiligen Internet-Anbieter. Sie setzt
sich gewöhnlich zusammen aus Benutzername und Name des Providers. Die beiden Namen sind durch das
Klammeraffensymbol @ (englisch "at") getrennt - Beispiel: Name@t-online.de.
Darüber hinaus gibt es viele Internet-Dienste, die eine kostenfreie E-Mail-Adresse sogar mit Zusatzleistungen,
wie das Umleiten und Beantworten oder den weltweiten Abruf der E-Mails, anbieten (siehe Kasten mit Auswahl
kostenfreier E-Mail-Adressen, Seite 19).
Um Verbindungskosten zu sparen, ist es ratsam, die Briefe offline (ohne Verbindung zum Internet) zu schreiben.
Erst danach sollte die Verbindung zum Provider hergestellt werden, um die E-Mails zu versenden und zugleich
eingegangene Post abzurufen. Nachdem die Online-Verbindung wieder getrennt ist, kann die Post dann in aller
Ruhe gelesen werden.
Empfehlenswert ist es, die eigene E-Mail-Adresse eher vorsichtig bekanntzugeben, überwiegend an berufliche
Kontakte oder persönliche Freunde. Andernfalls läuft man Gefahr, viel unerwünschte E-Mail-Werbung zu
erhalten (siehe unten). Datendienste wie AOL stellen ihren Anwendern auch mehrere E-Mail-Adressen zur
Verfügung, so daß diese verschiedene E-Mail-Postfächer, beispielsweise getrennt für geschäftliche und private
Zwecke, einrichten können.
Nutzungsmöglichkeiten
für den Arzt
Neben der Verwendung für private Zwecke bietet die Kommunikation via E-Mail viele Einsatzmöglichkeiten im
ärztlichen Alltag. Beispiele:
n Über beliebige Rechner mit Internetzugang ist der Arzt überall in der Welt - beispielsweise auf Dienstreisen -
erreichbar.
n Bei schwierigen und dringenden Fällen kann der Arzt schnell die Meinung weiterer Experten und Kollegen
einholen.
n Der Arzt hat die Möglichkeit eines zusätzlichen Serviceangebotes für seine Patienten, indem er beispielsweise
Fragen zu Krankheiten per E-Mail beantwortet.
n Durch Eintrag in medizinische E-Mail-Verteilerlisten über bestimmte Fachgebiete kann sich der Arzt neueste
Informationen automatisch zustellen lassen. Eine Adresse für Listserver (Verteildienste von Informationen an
zahlreiche Empfänger) ist zu finden unter www.lsoft.com/lists/listref.html.
n An eine E-Mail können zusätzlich zum Text andere Dateien wie Dokumente, Bilder, Video- und
Audiosequenzen angehängt und mitverschickt werden.
Für die Nutzung der elektronischen Post ist ein E-Mail-Programm notwendig. Zu den bekanntesten zählen zur
Zeit Microsoft Outlook, Eudora, Outlook Express, Netscape Messenger, Opera und FoxMail. Internet-Dienste
wie AOL und T-Online bieten ebenfalls komfortable E-Mail-Programme.
Beispiel Outlook Express: Das Mail- und News-Programm ist im Internet Explorer, der Browser-Software von
Microsoft, enthalten. Es steht nach der Standardinstallation von Windows 98 zur Verfügung und kann über die
Windows-Startleiste geöffnet werden. Das Programm bietet unter anderem die Möglichkeit, beim Versand von
E-Mails gezielt weitere Empfänger zu adressieren: Ins Adreßfeld CC (Carbon Copy) kommt der
Kopienempfänger. Das Adreßfeld BCC (Blind Carbon Copy) ist die Bezeichnung für eine E-Mail-Kopie, bei der
der Empfänger im Gegensatz zu CC nicht weiß, an wen diese noch geschickt worden ist.
Schutz vor Spam-Mails
Spam-Mails (Spam = Müll, Abfall) sind unaufgefordert zugesandte E-Mails, meist Werbung, die - sofern sie
zahlreich empfangen werden - nicht nur lästig und zeitraubend sind, sondern bei der Übertragung auf den
eigenen Rechner auch Kosten verursachen. Gängige E-Mail-Programme enthalten hierfür meist
Schutzfunktionen. So lassen sich E-Mails nach bestimmten Kriterien, wie Name, Dateigröße oder bestimmte
Begriffe, filtern und beispielsweise Absender, Betreffzeile oder Texteinträge der Mails daraufhin überprüfen.
Unerwünschte Nachrichten werden aussortiert und entweder nicht vom Server auf den Rechner übertragen oder
aber direkt vom Server gelöscht, verschoben oder weitergeleitet.
Wer stark von Spam-Mails betroffen ist und wem die üblichen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, kann auch
professionelle Anti-Spam-Programme nutzen. Diese arbeiten mit der üblichen E-Mail-Software zusammen und
sind über das Internet meist kostenfrei erhältlich. Leider gibt es hier vorwiegend englischsprachige Programme
(siehe auch Kasten "Anti-Spam-Adressen im Internet").
Sicherheit
Wer im Internet mit anderen Rechnern verbunden ist, setzt sich bestimmten Risiken aus. Da im Internet die
Kommunikation in beide Richtungen läuft, können Böswillige in den heimischen Rechner eindringen und
Schaden anrichten. Hier gilt: Der Arzt sollte den Praxisrechner nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen für den
Internet-Zugang verwenden. Andernfalls besteht die Gefahr, daß ein Dritter über das Internet Zugang zu
patientenbezogenen Daten findet.
Verschlüsselung von E-Mails
E-Mails haben im Internet den Sicherheitstatus einer Postkarte. Aus diesem Grund sollten E-Mails mit sensiblen
Informationen immer verschlüsselt verschickt werden. Die bekannten Browser bieten in der Regel eine
Verschlüsselungsfunktion an. Darüber hinaus kann aus dem Internet spezielle Verschlüsselungssoftware wie
PGP (Pretty Good Privacy) heruntergeladen werden.
PGP ist ein im Internet weitverbreitetes Verschlüsselungsprogramm für E-Mails und Dateien. Das System beruht
auf einem asymmetrischen Verfahren zur Chiffrierung der Daten. Hierbei besitzen die Anwender jeweils zwei
Schlüssel: einen strikt geheimen privaten Schlüssel und einen dazu passenden öffentlichen Schlüssel, der
gefahrlos an andere weitergegeben werden kann. Wenn eine E-Mail mit sensiblem Inhalt versandt wird,
verschlüsselt der Anwender die Mail mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers. Der Empfänger, der ein
PGP-Programm haben muß, kann die E-Mail-Nachricht nur mit seinem privaten Schlüssel dechiffrieren.
Darüber hinaus hat der Absender die Möglichkeit, die Mail über die Option "Sign" mit dem privaten Schlüssel
zu verschlüsseln. So kann der Empfänger mit dem passenden öffentlichen Schlüssel des Senders die Nachricht
auf Echtheit überprüfen. Vorher jedoch muß der Empfänger den öffentlichen Schlüssel des Senders und
umgekehrt erhalten haben. Falls der öffentliche Schlüssel des Empfängers nicht bekannt ist, kann der Anwender
seine E-Mail auch mit dem symmetrischen Verfahren "Conventional Encryption" über ein Paßwort schützen.
Das Paßwort muß dabei dem Empfänger gesondert mitgeteilt werden. PGP in englischer Version kann kostenfrei
als Freeware vom Internet unter www.pgpi.com/download heruntergeladen werden. Die Windows-Version
bietet auch Plug-Ins für gängige E-Mail-Programme wie Outlook. Die deutschsprachige Version ist
kostenpflichtig.
Schutz vor Viren
Wer eine Mail mit Dateianhängen von unbekannten Absendern erhält, sollte unbedingt Vorsicht walten lassen:
Die angehängte Datei sollte auf keinen Fall geöffnet werden, da sie einen Computervirus enthalten oder ein
Eindringling auf diese Weise versuchen kann, durch ein verstecktes Programm (Trojanisches Pferd) wichtige
Paßwörter und sonstige Daten auszuspähen. Dieser Gefahr läßt sich mit Anti-Viren-Programmen begegnen, die
die Festplatte schützen. Bekannte Programme sind beispielsweise Norton Antivirus von Symantec oder
Virusscan von McAfee. Neuere Anti-Viren-Softwareversionen bieten:
n automatischen Schutz beim Herunterladen von Dateien und E-Mail-Nachrichten;
n Virenschutzaktualisierungen über das Internet gegen neu entdeckte Computerviren.
E-Mail-Netiquette
"Netiquette" ist ein zusammengefügtes Kunstwort aus Network und Etiquette. Gemeint ist das korrekte
Verhalten in einem Netzwerkverbund wie einer Newsgroup oder einem Chat-Raum. Selbst für E-Mails gibt es
bestimmte Benimmregeln. Häufig wird ein lockerer Schreibstil bevorzugt. Dennoch sollten folgende Regeln
beachtet werden:
n Falsche Betreff-Zeilen sollten vermieden werden.
n Mit privaten E-Mails sollte ebenso verfahren werden wie mit normalen Briefen. So sollten Mails niemals ohne
Zustimmung des Verfassers an dritte Personen weitergegeben werden.
n In eine Antwort muß nicht der vollständige Text der ursprünglichen E-Mail eingefügt werden. Kurze
Ausschnitte der wichtigen Textteile reichen.
n Zitierte Stellen in der Antwort sollten in spitze Klammern > und < eingegeben werden.
n Oft werden am Ende einer E-Mail die Adresse und Telefonnummer des Absenders als Signatur im kleinen
Textblock eingefügt. Fevzi Koc
Kontaktadresse: Dr. Fevzi Koc, Toppheideweg 54, 48161 Münster, E-Mail: koc@muenster.de
Kostenfreie E-Mail-Adressen
Bigfoot: www.bigfoot.de
Eudora Mail: www.eudoramail.com
Lycos Mail: de.lycosmail.com/signup/signup.page
My Web.de: www.myweb.de/home/index.html
Topmail: www.topmail.de
Yahoo: www.yahoo.de
Global Message Exchange: www.gmx.de
Anti-Spam-Adressen im Internet
Liste der Anti-Span-Software: http://members.aol.com/jobfindr/spam.htm
Spam Hater: www.cix.co.uk/~net-services/
spam/spam_hater.htm
Spammer-Slammer: www.spammerslammer.com/
Sicherheitstips für E-Mails
© Die eigene E-Mail-Adresse sollte im Internet wegen Spam-Mail nur vorsichtig bekannt gemacht werden.
© Es ist empfehlenswert, eine private und eine geschäftliche E-Mail-Adresse anzulegen.·
© Zum Schutz vor Viren beim Herunterladen von Dateien und E-Mail-Nachrichten aus dem Internet sollte ein
Anti-Viren-Programm verwendet werden.
© E-Mails haben im Internet den Sicherheitsstatus einer Postkarte. E-Mails mit sensiblem Inhalt sollten daher
immer verschlüsselt versendet werden.
© E-Mails mit Dateianhängen von unbekannten Absendern sollten niemals geöffnet werden.
© Der Arzt sollte den Praxisrechner nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen für den Internetzugang
verwenden.
Leserkommentare
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