SPEKTRUM: Leserbriefe
Mifepriston: Vollstrecker
Dtsch Arztebl 1999; 96(41): A-2552 / B-2194 / C-2041
Zu dem Beitrag "Trotz Zulassung noch viele offene Fragen" in Heft 33/ 1999:


Bisher übertrug der operative Abbruch in den Augen der Schwangeren dem Arzt wenigstens einen Teil
der Last, nun braucht er/sie "nur noch" Schreibtischtäter zu sein.
Vom hippokratischen Eid - eines seiner wesentlichen Gebote ist nun expressis verbis gebrochen - will ich gar
nicht sprechen (das endende Millennium scheint ihn sowieso der historischen Lächerlichkeit preisgeben zu
wollen), aber wenigstens Goethe zitieren: "Ihr laßt den Menschen schuldig werden, dann überlaßt Ihr ihn der
Pein." Unser 250jähriger Geburtstagsheros müßte seine prometheische Anklage heute anders adressieren - nicht
die Olympier sind es, sondern wir Ärzte als unglückliche, von der Gesellschaft zu "Halbgöttern in Weiß"
hochstilisierte Vollstrecker.
Prof. Dr. med. Otto P. Hornstein, Danziger Straße 5, 91080 Uttenreuth
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