SPEKTRUM: Leserbriefe
Antibiotika: Dauer-Kopfschütteln
Dtsch Arztebl 1999; 96(41): A-2554 / B-2180 / C-2043
Zu dem Medizinreport "Therapieentscheidung wider besseres Wissen: Warum Ärzte gegen Viren mit Antibiotika vorgehen" von Klaus Koch in Heft 27/1999:


Angesichts des Reports über schon untersuchte Fehlverschreibungen von armen, unter Druck gesetzten
Ärzten erscheinen Unkenrufe gegen die Gesundheitsreform wie ein Hohngelächter ins Angesicht des Patienten.
Wem wird bei dieser Lektüre nicht schlecht? Wir "verordnen" also, was der Patient vorgibt, nur um unsere
Pfründe so zu halten, wie wir es gewohnt sind. Ganz im Sinne des DÄ, das von Herrn Dr. Holdorff so schön
beweihräuchert wurde, als könne es das nicht selbst! Könnte sich denn die "Reichweite" (angeblich 70 bis 90
Prozent) des DÄ nicht zufällig mit den 80 Prozent decken, die verordnen, anstatt mit ihren Patienten zu
sprechen? Dies in Umfragen zu klären, erscheint aussichtslos.
Wie schon so oft, kann ich Ihr Blättchen nur mit einem Dauer-Kopfschütteln lesen. "Frau Fischer, ran an den
Augiasstall!"
Oliver Wagenknecht, Anstaltsarzt, Ganghoferstraße 106, 81373 München
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