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THEMEN DER ZEIT: Berichte

25 Jahre Deutsche Krebshilfe: Krebs vom Makel befreit

Dtsch Arztebl 1999; 96(41): A-2582 / B-2206 / C-1960

Koch, Klaus

Helfen, Forschen und Informieren sind die Schwerpunkte dieser einflußreichen und bedeutenden Organisation.
Ganz hat sich die Deutsche Krebshilfe noch nicht trennen können von ihrem Traum der Gründungstage - dem Sieg über den Krebs. Am 25. September 1974 hat Dr. Mildred Scheel die Bewegung gegründet, die schnell zur einflußreichsten deutschen Bürgerbewegung gegen die Krankheit wurde. 25 Jahre später scheint die Medizin, gemessen an der Todesursachenstatistik, von einem "Sieg über den Krebs" weiter entfernt als je: 1974 sind etwa 19 Prozent der Deutschen an Krebs gestorben, 1997 waren es 24 Prozent. Doch die Epidemiologie verschleiert die Bedeutung, die die Krebshilfe in Deutschland gewonnen hat.
"Das Engagement der Krebshilfe hat das öffentliche Bewußtsein und die medizinische Wirklichkeit verändert", würdigt Bundespräsident Johannes Rau während des Festaktes in Bonn. Ein altes Tabu sei durchbrochen: "Krebs ist befreit von dem Vorwurf, individuelle Krankheit sei eine persönliche Schuld", so Rau. Daß heute mehr Menschen an Krebs sterben als vor 25 Jahren, ist vor allem eine Frage des Lebensstils, der steigenden Lebenserwartung und des Rückgangs anderer Todesursachen. Nicht am Sieg über, sondern am Umgang mit dem einzelnen Patienten muß man die Krebshilfe daher messen.
Rund 1 600 Projekte hat die Bürgerbewegung unterstützt - mit dem Ziel, die Prävention, Früherkennung, Therapie und Nachsorge bei Krebs zu verbessern und die Forschung voranzutreiben. "Unsere erfolgreiche Arbeit war nur möglich dank der unermüdlichen Spendenbereitschaft zahlreicher Menschen", so Dr. Helmut Geiger, Präsident der Deutschen Krebshilfe. 4 000 Einzelspender und vor allem 6 600 Erbschaften und Vermächtnisse haben zu einem enormen Spendenaufkommen beigetragen; das lag 1998 bei 130 Millionen Mark. Die Organisation finanziert damit drei Tätigkeiten:
1. Helfen: Die Organisation hat bei dem Aufbau der Kapazitäten zur Knochenmarktransplantation geholfen. Noch Anfang der 90er Jahre war die Bundesrepublik auf diesem Gebiet - im weltweiten Maßstab gesehen - ein Entwicklungsland. Gezielte Förderung galt dem Aufbau von Spenderdateien, um im eigenen Land geeignete Stammzellspender für die Patienten zu finden.
2. Forschen: Als größte private Organisation zur Krebsbekämpfung spielt sie eine wichtige Rolle bei der Vergabe von Fördermitteln für die Forschung. Vor allem über ihre Tochterorganisation, die Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung, hat die Deutsche Krebshilfe seit ihrer Gründung zahlreiche Vorhaben und Therapiestudien unterstützt sowie den internationalen Erfahrungsaustausch gefördert. Insbesondere bei den Kinderkrebserkrankungen hat es in den 25 Jahren "Siege" gegeben. Heute überleben bei einigen Krebserkrankungen über 80 Prozent der Kinder, deren Diagnose vor 25 Jahren das Todesurteil bedeutet hätte.
3. Informieren: Der Hinweis auf vermeidbare Gesundheitsrisiken soll dazu beitragen, daß eine Krankheit erst gar nicht entsteht oder so spät wie möglich. Auch Werbung für Nichtrauchen, für eine ausgewogene Ernährung, sparsamen Alkoholkonsum und sportliche Betätigung sowie einen vernünftigen Umgang mit UV-Licht soll Leid vorbeugen. Information ist aber auch ein wichtiger Aspekt im Umgang mit der Erkrankung. Nur ein aufgeklärter Patient, der versteht, was mit ihm geschieht, kann aktiv an seiner Genesung mitarbeiten. Klaus Koch
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