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Fentanyl-Pflaster: Auch zugelassen für Nicht-Tumorpatienten
Dtsch Arztebl 1999; 96(47): A-3058 / B-2587 / C-2296


Fentanyl-TTS hat sich in rund 200 Millionen Anwendungstagen bei der Behandlung von
Tumorschmerzen bewährt. Jetzt wurde die Zulassung des Opioidpflasters in Deutschland auch zur Therapie
nichttumorbedingter chronischer Schmerzen erweitert. "Das aber ist der Hauptteil der Schmerzpatienten", sagte
Dr. Dietrich Jungck (Hamburg) bei einer Pressekonferenz von Janssen-Cilag in Köln.
"Es handelt sich durchweg um jüngere Menschen, von denen viele noch im Berufsleben stehen. Sie brauchen das
Analgetikum zum Teil jahre- und jahrzehntelang, und dieses muß deshalb besonders gut verträglich sein", so
Jungck. Vorteilhaft sei außerdem, daß unter der Behandlung mit Fentanyl-TTS (Durogesic®) deutlich weniger
gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten. Das gilt insbesondere für die Obstipation.
Die Ursache dieses Phänomens dürfte nach Angaben von Dr. Erich Richard Arens (Janssen-Cilag) darin
begründet sein, daß Fentanyl TTS zu 90 Prozent seinen eigentlichen Wirkort, das Zentralnervensystem, erreicht.
Nur zehn Prozent verbleiben in der Peripherie. Beim Morphin aber ist es genau umgekehrt: Nur etwa ein Zehntel
des Wirkstoffs besetzt Rezeptoren im ZNS, neun Zehntel dagegen bleiben in der Peripherie und können somit zu
verstärkten unerwünschten Effekten wie einer Obstipation führen. Der Unterschied und die bessere
Verträglichkeit wurden nach Arens ausnahmslos in allen klinischen Studien registriert und dürften mit ein Grund
für die gute Akzeptanz der Pflastertherapie bei den Schmerzpatienten sein.
Es handelt sich beim Fentanyl zudem um ein langwirksames Opioid, das aus dem Pflaster über eine
Steuermembran kontinuierlich freigesetzt wird, so daß für eine anhaltende Analgesie gesorgt wird, die
derjenigen unter oraler Morphintherapie vergleichbar ist. Das Pflaster selbst muß je nach Schmerzprofil nur alle
48 bis alle 72 Stunden gewechselt werden.
Gute Erfahrungen liegen nach Arens neben der Behandlung chronischer Schmerzen bei Tumorpatienten auch in
anderen Indikationsbereichen vor; vor allem bei chronischen Rückenschmerzen degenerativer Ursache,
Osteoporose, Arthrose und rheumatoiden Arthritiden, bei Radikulopathie und auch bei postzosterischer
Neuralgie. Die Dosierung erfolgt über vier verschiedene Pflastergrößen (25, 50, 75 und 100 µ/h). CV
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