SPEKTRUM: Nachrichten - Aus Bund und Ländern
Ärzte "paralegal" beschäftigt
Dtsch Arztebl 2000; 97(1-2): A-14 / B-10 / C-10


DÜSSELDORF. "Paralegale" Formen der Beschäftigung von jungen Ärzten im Krankenhaus hat der
Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, kritisiert. Hoppe, der zugleich Präsident
der Ärztekammer Nordrhein ist, sprach anlässlich des Kongresses "Via medici - Zukunftschancen für junge
Mediziner", den die Ärztekammer Nordrhein Ende Dezember zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung
Nordrhein in Düsseldorf veranstaltet hat.
Mitunter teilten sich zwei bis drei Ärztinnen oder Ärzte eine Planstelle, bezögen anteilig das Gehalt, arbeiteten
aber Vollzeit. Die jungen Mediziner müssen sich Hoppe zufolge häufig auf solche Konstellationen einlassen,
weil sie keine andere Möglichkeit sehen, ihre Weiterbildung abzuschließen. Zudem werde das Arbeitszeitgesetz
nicht einmal in der Hälfte aller Krankenhäuser umgesetzt. Ärztinnen und Ärzte leisteten mehr als 50 Millionen
Überstunden pro Jahr ohne Bezahlung oder Freizeitausgleich. Hoppe verlangte, die Stellenpläne in den
Krankenhäusern aufzustocken, um die tatsächlich geleistete Arbeit angemessen vergüten zu können: "Dann wäre
die Klinikversorgung in Deutschland allerdings zehn Milliarden DM teurer." EB
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