Zunehmend interessanter gestalten sich die Bedingungswerke der Anbieter von Dread Disease Policen
im deutschen Markt. Insbesondere Freiberuflern bietet diese Lebensversicherung, die generell bereits bei Eintritt
schwerer Erkrankungen leistet, eine wertvolle Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die aktuelle Studie (siehe Tabelle) der Rating-Agentur Franke & Bornberg dokumentiert, dass das
Leistungsgefälle im Dread Disease Markt zwar weiterhin erheblich ist, das Produkt aber insgesamt an
Attraktivität gewinnt. Ursprünglich wurde dieses in den angelsächsischen Ländern bereits seit längerem populäre
Vorsorge-Angebot in Südafrika konzipiert. Der Grund liegt auf der Hand: Dort gibt es historisch belegt eine
hohe Rate an Herzerkrankungen, jedoch keine mit Deutschland vergleichbare Sozialversicherung, welche die oft
erheblichen Spezial-Behandlungskosten übernimmt. Damit ist schon der erste Grund für den Abschluss einer
Dread Disease Versicherung erkennbar: die Möglichkeit, kostenintensive Operationen und Heilbehandlungen zu
finanzieren.
Aus kalkulatorischen Gründen beschränken die Dread Disease Anbieter die zu versichernden Erkrankungen.
Auch die Definition wird so getroffen, dass möglichst kein Missbrauch des Produktes seitens des Kunden
möglich ist. Diese kalkulatorischen Notwendigkeiten führten dazu, dass es durchaus Leiden gibt, die nur
teilweise gedeckt sind. Sowohl in der Beschreibung der Krankheiten als auch in den Ausschlüssen unterscheiden
sich die Angebote erheblich voneinander. Die medizinische Risikoprüfung erfolgt verständlicherweise bei
Abschluss einer Dread Disease Police detaillierter als bei anderen Lebensversicherungen. Weitergehender als
gewohnt sind auch die Antragsfragen. Einige der häufigsten Zivilisationserkrankungen können aktuell noch nicht
über eine derartige Police abgedeckt werde. So zum Beispiel Erkrankungen von Gelenken, der Wirbelsäule und
der Psyche.
Wertvoller Vorsorge-Baustein
Mit dem Abschluss einer Dread Disease Police erhält der Versicherungsnehmer im Leistungsfall eine dem
Beitrag entsprechend hohe Kapitalzahlung. Damit verfügt insbesondere der Freiberufler über die Möglichkeit,
Verluste im beruflichen Umfeld zu überbrücken oder durch personelle Maßnahmen zu kompensieren und zum
Beispiel Finanzierungen vorzeitig zu tilgen. Das sind Größenordnungen, die aus einer eventuell ebenfalls
fließenden Berufsunfähigkeitsrente nicht geleistet werden können. Diese befriedigt zumeist nur die Deckung des
Lebensunterhalts. Heute sind es in der Spitze bis über 20 schwere Erkrankungen, bei denen Versicherungsschutz
besteht. Hinzu kommt, je nach Gesellschaft, neben der Leistung im Todesfall auch die Leistung bei dauerhafter
Pflegebedürftigkeit sowie auch bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit. Der Marktführer offeriert zudem bei
bestimmten Krankheiten die kostenlose Mitversicherung von Kindern. Angesichts der aktuellen Beschlusslage
zur Besteuerung von Lebensversicherungen ist sicher die Risiko-Lebensversicherung mit integriertem Dread
Disease Schutz das richtige und zudem kostengünstigste Produkt. Als Ergänzung zur
Berufsunfähigkeitsversicherung verstanden, schafft sich der Freiberufler mit der Dread Disease Police einen
zusätzlichen, wertvollen Vorsorgebaustein. Klaus Barde
Tabelle
Versicherte Erkrankungen beziehungsweise versicherte schwere Erkrankungen, mit Anspruch auf
Auszahlung der Versicherungssumme - Übersicht
Conti- DBV- Futura Generali Gerling Gerling- LV 1871 Sali Swiss
nentale Winterthur E & L Konzern Life
AIDS durch Bluttransfusion - - - - - - - - ja
Alzheimer-Demenz - - - - - - - - ja
Angioplastie - - - - - - - - ja
Blindheit ja - - - ja - ja* ja ja
Bypass-Operation ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Erwerbsunfähigkeit ja - - - ja ja - ja ja
Gutartiger Hirntumor - - - - - - - ja ja
Herzinfarkt ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Herzklappen-Operation - - - - ja - ja* ja ja
HIV infolge Berufsausübung - - - - ja - - - ja
Koma - - - - - - - ja ja
Krebs ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Lähmung von Extremitäten - - ja - ja - ja* ja ja
Multiple Sklerose ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Nierenversagen ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Operation an der Aorta - - - - - - - ja ja
Parkinsonsche Krankheit - - - - - - - ja ja
Pflegebedürftigkeit ja - - - ja - - ja ja
Querschnittslähmung ja - ja - ja - ja* ja ja
Schlaganfall ja ja ja ja ja ja ja ja ja
Schwere Verbrennungen ja - - - ja - - ja ja
Sprachverlust - - - - - - - - ja
Taubheit - - - - ja - - ja ja
Transplantation von Organen ja - ja - ja - ja* ja ja
Funktionsverlust Gliedmaßen ja - - - - - - ja Verlust von Gliedmaßen ja - - - ja - - ja ja
Anzahl der Erkrankungen 14 6 9 6 17 7 11 21 25
* auf Antrag gegen Mehrbeitrag zusätzlich versicherbar, "-" bedeutet, dass die Gesellschaft diese Krankheit
nicht versichert. (Lähmung und Querschnittslähmung sowie Verlust von Gliedmaßen und Verlust der Funktion
von Gliedmaßen würde getrennt aufgeführt und gezählt.) Quelle: BU-Atlas 1999
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