Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Hans-Wolfgang Ocklitz, ehemaliger Direktor der 1. Kinderklinik in
Berlin-Buch, starb am 29. Dezember 1999 im Alter von 78 Jahren.
Prof. Ocklitz, Nestor der pädiatrischen Infektiologie in der ehemaligen DDR, begann seine wissenschaftliche
und berufliche Karriere 1953, als er sich an der Universität Rostock habilitierte und 1957 zum Professor mit
Lehrauftrag im Fach "Kinderheilkunde" ernannt wurde. Er gründete die Arbeitsstelle für Infektionskrankheiten
im Kindesalter der Akademie der Wissenschaften der DDR und das Institut für Infektionskrankheiten im
Kindesalter. Ocklitz war wesentlich an Auf- und Ausbau der Impfprophylaxe in der damaligen DDR beteiligt,
unter anderem am Maserneradikationsprogramm. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Bücher und
Publikationen, so das Standardwerk "Infektionskrankheiten" und die Keuchhusten-Monographie. Er war
Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR, Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher
Leopoldina und anderer internationaler Gesellschaften.
Dr. med. Gerhard Loewenstein, Facharzt für Allgemeinmedizin in Frankfurt am Main, starb am 9. Februar im
Alter von 84 Jahren.
Loewenstein, in Berlin geboren, war einer der "Männer der ersten Stunde" in der ärztlichen Berufs- und
Gesundheitspolitik. Bereits 1948 wurde er zum Mitglied der Prüfungskommission "Ersatzkassen", Frankfurt am
Main, berufen. 1953 ist er erstmals zum Mitglied der Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen
Vereinigung (KV) Hessen gewählt worden. 1969 ist er zum stellvertretenden Vorsitzenden dieser KV gewählt
worden. Loewenstein war von 1973 bis April 1987 ununterbrochen - und durch Wiederwahlen bestätigt -
Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und während dieser Zeit Mitglied des Vorstandes der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
Loewenstein hatte zahlreiche Funktionen und ehrenamtliche Mandate in der ärztlichen Selbstverwaltung auf
lokaler, regionaler und Bundesebene. So war er lange Jahre Mitglied des Kuratoriums des Zentralinstituts für die
kassenärztliche Versorgung (ZI), Köln, und Beiratsmitglied des Förderkreises "Bad Nauheimer Gespräche e.V.",
für die er sich in den letzten Jahren als Schriftführer und Organisator betätigt hatte. Für Fragen der
Gebührenordnung für Ärzte war er bis 1998 sowohl für die Landesärztekammer Hessen als auch die
Bundesärztekammer im Einsatz. Loewenstein zählte zu den aktiven Mitgliedern des BPA Berufsverband der
Praktischen Ärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin, des heutigen BDA, und im Hartmannbund (Verband der
Ärzte Deutschlands e.V.). Loewenstein, seit 1987 Ehrenvorsitzender der KV Hessen, war unter anderem Träger
der Ehrenplakette in Gold der Landesärztekammer Hessen, der Friedrich-Voges-Medaille der KBV und des
Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. EB
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