VARIA: Schlusspunkt
Gut geschnarcht ist halb verloren
Dtsch Arztebl 2000; 97(8): [72] / [72] / [72]


Kürzlich schrieb mir Dr. Thomas Wessendorf, dass auch die nächste Deutsche Ärztemeisterschaft
wiederum mit dem Kongress für Pneumonologie zusammenfalle. Nun ist dieser Kollege zwar ein recht guter
Schachspieler, doch leider auch jung und ehrgeizig. So verzichtet er leider auch dieses Jahr auf die
Ärztemeisterschaft vom 31. März bis zum 2. April in Bad Homburg, um stattdessen auf dem Kongress einen Fall
zu präsentieren.
Dr. Wessendorf beschäftigt sich eingehend mit "nächtlichen, schlafbezogenen Atemstörungen", vulgo
Schnarchen. Und diese haben Auswirkungen auch auf kognitive Funktionen. So werde zum Beispiel gezeigt,
dass schnarchende Medizinstudenten schlechter bei der Prüfung in Innerer Medizin abschneiden. So weit, so gut
beziehungsweise schlecht.
Nun wird es bedenklich: Der Kollege will seine Untersuchungen auch auf Schachspieler ausdehnen. Seine Idee:
"Das Schachspiel kann als Beispiel für eine Tätigkeit angesehen werden, bei der mehrere kognitive Funktionen
vereint werden. Wenn nun Schnarchen eine Auswirkung darauf habe, sollte man bei Schachspielern, die
regelmäßig schnarchen, eine schlechtere Performance erwarten."
An dieser Stelle will ich nicht länger verhehlen, dass ich das Deutsche Ärzteblatt gebeten habe, den Termin für
die Ärztemeisterschaft immer auf den Pneumonologie-Kongress zu legen. Vor Jahren entschlüpfte mir nämlich
besagter Kollege bei einem Schnellschachturnier in verlorener Stellung in ein Remis durch ewiges Schach. Und
was lese ich in der beigefügten Arbeit über Schlafstörungen: "Es steht fest, dass Schnarchen zu Schläfrigkeit
tagsüber führt." Rühren meine sich häufenden Faux pas beim Schachspielen vielleicht von dieser wie das
fortschreitende Alter schwer zu therapierenden "nächtlichen Atemstörung" her? Nein, da will ich lieber nicht
dran rühren.
Ganz und gar nicht schläfrig agierten bei der letzten Ärztemeisterschaft die Kollegen Hartmann und Töllner.
In einem Parforceritt war der schwarze König Dr. Töllners auf a4 angelangt. Schwarz droht selbst, mit 1. . . .
Dxe4+ beginnend, zu gewinnen, doch Dr. Hartmann als Weißer am Zug kam ihm mit einem dreizügigen Matt
zuvor. Wie?
Lösung:
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