BRIEFE
Hämochromatose: Kostenkalkulation sachgerecht bewerten
Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1814 / B-1559 / C-1445
Zu dem Medizinreport „Ist ein Screening mittels Gentest sinnvoll?“ von Rüdiger Meyer in Heft 11/2001:


. . Herr Meyer legt bei der genetischen Untersuchung eines Probanden Kosten von 10 DM zugrunde. Da Kosteneffizienz ein zentrales Anliegen der Studie ist, bedarf die veranschlagte Summe jedoch einer Korrektur. Mit 10 DM werden bestenfalls die Reagenzienkosten für den Nachweis einer Punktmutation im HH-Gen gedeckt. Nicht berücksichtigt sind die notwendigen Personalkosten. Bei einem weitgehenden Verzicht auf den Einsatz von Laborpersonal bei Verwendung von Pipettierrobotern sind entsprechende Investitionskosten zu berücksichtigen. Desweiteren sind eine Reihe von Analysegeräten und eine komplette molekularbiologische Laborausstattung zu berücksichtigen. Es schlagen weiterhin Aufwendungen wie Raumkosten, Elektrizität, Wartung etc. zu Buche. Die wissenschaftliche Betreuung der Testverfahren bedarf von der Etablierung über Qualitätssicherungsmaßnahmen, Literaturstudium, Kongressteilnahmen bis hin zu Interpretation und Befundung eines hoch qualifizierten akademischen Personals. Es muss unterstrichen werden, dass Qualitätsmanagement kostenaufwendig, aber sicher unabdingbar ist. In der Summe resultiert bei realistischer, kostendeckender Kalkulation ein Vielfaches der angegebenen Summe . . .
Dr. rer. nat. Peter Gohl, Priv.-Doz. Dr. med. Jochen Decker, Dr. med. Oliver Harzer, Prof. Dr. med. Bernd Heicke, Bioscientia, Institut für Laboruntersuchungen, Konrad-Adenauer-Straße 17, 55218 Ingelheim
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