89 Artikel im Heft, Seite 37 von 89

BRIEFE

Arzneimittel: Sicheres Indiz für gute Verträglichkeit

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1815 / B-1536 / C-1432

Berger, Hartmut

Zu der Mitteilung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft „Blutbildveränderungen unter dem neueren atypischen Neuroleptikum Olanzapin“ in Heft 3/2001:
Unter Bezug auf die zu dem Thema Blutbildveränderungen unter dem neueren atypischen Neuroleptikum Olanzapin geführte Kontroverse vermögen wir uns, gestützt durch eine eigene Studie, den von der Arzneimittelkommission geäußerten Bedenken nicht anzuschließen, und zwar aus folgenden Gründen: Wir hatten uns bei der Einführung von Olanzapin Anfang des Jahres 1997 in unserer Klinik in Anbetracht der bei Clozapin bekannten Risiken und der strukturchemischen Verwandtschaft mit Olanzapin dazu entschlossen, bei allen mit Olanzapin behandelten Patienten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen durchzuführen wie bei Clozapin, also wöchentliche Blutbildkontrollen bis zur Entlassung. Eine in diesem Jahr durchgeführte Stichtagserhebung zu den Verordnungsgewohnheiten in unserer psychiatrischen Klinik zeigt nun, dass 17,1 Prozent aller Patienten mit schizophrenen beziehungsweise affektiven Psychosen (ICD 10 F2 und F3) mit Olanzapin allein oder in Kombination mit einem weiteren Neuroleptikum beziehungsweise Antidepressivum behandelt werden. Seit Einführung von Olanzapin im Jahr 1997 blicken wir also bis heute auf mehr als 1 385 Behandlungsfälle zurück, bei denen Olanzapin allein oder in einer Kombination unter den genannten engmaschigen Blutbildkontrollen gegeben wurde. Im Ergebnis ist nun festzuhalten, dass in unserer Klinik bei keinem einzigen der über 1 385 mit Olanzapin behandelten Patienten klinisch signifikante Blutbildveränderungen festgestellt wurden. Ergänzend gilt anzumerken, dass sich bei Olanzapin genau so wenig Blutbildveränderungen ergaben wie bei den anderen modernen Neuroleptika wie zum Beispiel Risperidon. Die große Zahl der sorgfältig kontrollierten und komplikationslosen Behandlungen gilt uns deshalb als ein sicheres Indiz für die gute Verträglichkeit von Olanzapin im Hinblick auf mögliche Blutbildveränderungen.
Dr. med. Hartmut Berger, Walter Picard Klinik, 64560 Riedstadt
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