80 Artikel im Heft, Seite 55 von 80

MEDIZIN: Referiert

Beruhigende Unfallstatistik in den USA

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): A-3459 / B-2916 / C-2712

goa

Nach lebensbedrohenden ventrikulären Tachyarrhythmien, die medikamentös oder mittels eines implantierten Defibrillators behandelt wurden, ist es nicht nötig, die Fahrerlaubnis zu entziehen.
Bisher gab es innerhalb der USA noch keine einheitlichen Richtlinien über ein eventuelles Fahrverbot bei diagnostizierten kardialen Arrhythmien.
Um diesen Missstand aufzuheben, aber auch um zuverlässigere Daten über das tatsächliche Unfallrisiko, das für die Betroffenen besteht und von ihnen ausgeht, zu erhalten, interviewten Akiyama et al. anonym die Teilnehmer der Antiarrhythmics versus Implantable Defibrillators (AVID) Study zu ihren Fahrgewohnheiten.
Auch ohne die Empfehlungen der behandelnden Ärzte zu beachten, hatten von den Patienten, welche die Interviews beantworteten, 57 Prozent schon nach drei Monaten und 88 Prozent spätestens nach zwölf Monaten wieder begonnen, Auto zu fahren.
Zwei Prozent der Befragten erlitten beim Fahren eine Synkope und elf Prozent hatten Schwindelanfälle oder Palpitationen und mussten das Fahrzeug anhalten. 22 Prozent der Patienten mit Schwindel und Palpitationen konnten unbeeinträchtigt weiterfahren. Bei acht Prozent der 295 Patienten, die Kardiodefibrillatoren implantiert bekamen, wurde dieser aktiviert. Insgesamt meldeten aber nur 50 Patienten mindestens einen Verkehrsunfall. Aus dieser kleinen Menge errechnet sich eine Unfallwahrscheinlichkeit von 3,4 Prozent pro Patientenjahr. Zum Vergleich: Die allgemeine Unfallwahrscheinlichkeit in den USA beträgt 7,1 Prozent und bereinigt nach Alter und Geschlecht der Studiengruppe 4,9 Prozent. Wenn auch diese Zahlen wegen der geringen Zahl an Unfällen insgesamt noch nicht repräsentativ sein können, so zeichnet sich nach Meinung der Autoren ab, dass eine frühe Wiederaufnahme der Fahrpraxis keine Gefahr für die Patienten oder die anderen Verkehrsteilnehmer darstellt. goa

Akiyama T et al.: Resumption of driving after live-
threatening ventricular tachyarrhythmia. N Engl J Med 2001; 345: 391–397.

Toshio Akiyama, University of Rochester, Medical
Center, Rochester, NY, USA.

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