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VARIA: Schlusspunkt

Weihnachtsrätsel

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): [92] / [92] / [92]

Pfleger, Helmut

Das Christkind steht vor der Tür – höchste Zeit also, Sie mit zwei Frühlingskreationen vom letzten Deutschen Ärzteturnier im März vertraut zu machen.
Andererseits wusste schon Stefan Zweig uns mitzuteilen, dass Schach in seinem ureigensten Wesen alterslos und ewig ist, also die damaligen Gedankenblitze der Kollegen auch über dieses Weihnachtsfest hinaus immer frisch und jung wie am ersten Tag sein werden und sich möglicherweise auch noch die Enkel der Protagonisten an ihrer Schönheit ergötzen werden.
Beim ersten Beispiel kam der Verlierer (!) Dr. Berendes zu mir, so begeistert war er von der Art und Weise seiner Niederlage. Die Diagrammstellung zeigt schon das Ende der Kombination. Sehen Sie, mit welchem Paukenschlag Dr. Ungar als Weißer seinen Gegner in Verliererjubel versetzte? Übrigens eine ideale Kombination in jedwedem Sinne, beide gehen befriedigt nach Hause, allerdings soll das selbst bei diesem „von den Göttern auf die Erde gebrachten Spiel“ (Stefan Zweig) gelegentlich nicht so sein.
Lösung 1:

Weiß nahm weder auf c3 den Läufer noch unmittelbar den Bauern h6 (1. Dxh6 Sxf6!), sondern opferte mit 1. Txd7! die Qualität. Danach ist Schwarz verloren, weil auf jegliches Nehmen des Turms mit 1. . . . Txd7 oder 1. . . . Dxd7 nun 2. Dxh6 schrecklich Matt auf g7 droht. Auch die gewaltsame Entfernung des „Pfahls im Fleische“ f6 hilft wegen 2. . . . Lxf6 3. Sxf6 matt nicht mehr.


Auch das zweite Beispiel wurde mir bemerkenswerterweise vom Verlierer Dr. Helmut Schröder mitgeteilt. Sogar mit Stolz in der Stimme, der allerdings der Pfiffigkeit seiner Frau Tamara galt. Diese konnte am Turnier der Angehörigen aufgrund mangelnden Zuspruchs nicht teilnehmen und hielt sich, so ist das nun einmal unter Ehepaaren, an ihrem Mann in einer freien Partie schadlos. Als Weiße hatte sie schon einen potenziellen „Sargnagel“ auf g6 in die Königsstellung ihres Gatten getrieben; dieser hoffte jedoch mit seinem Turmangriff auf die weiße Dame noch mit heiler Haut davonzukommen – so folgt auf 1. Dh2 (mit der Mattdrohung auf h8) einfach 1. . . . Dxg6, und besagter Sargnagel ist futsch. – Wie setzte Frau Schröder dennoch in wenigen Zügen matt?
Lösung 2:
Das Turmopfer 1. Th8+! gewann das entscheidende Tempo, um die Dame in Stellung gegen den schwarzen König zu bringen (zur tiefenpsychologischen Theorie des Schachspiels mit der Antinomie König – Dame, unter besonderer Berücksichtigung eines Kampfes unter Ehegatten, ein andermal mehr). Auf die erzwungene Opferannahme durch 1. . . . Kxh8 folgte 2. Dh2+, wonach das Matt durch Dh7+ nicht mehr zu verhindern war.
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