MEDIZIN

Multiple Chemical Sensitivity: Eine Darstellung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes aus arbeitsmedizinischer und umweltmedizinischer Sicht

Dtsch Arztebl 2002; 99(38): A-2474 / B-2116 / C-1981

Nasterlack, Michael; Kraus, Thomas; Wrbitzky, Renate

Zusammenfassung
Als Multiple Chemical Sensitivity (MCS) wird eine erhöhte Empfindlichkeit gegen verschiedene, chemisch meist nicht verwandte Substanzen bezeichnet, die Symptome in mehreren Organsystemen auslösen. Die beschwerdeauslösenden Konzentrationen liegen weit unterhalb der sonst jeweils bekannten Wirkschwellen. Zur Ätiologie und Pathogenese der Störung liegen zahlreiche Hypothesen, aber keine gesicherten Erkenntnisse vor. Bislang existieren keine allgemein akzeptierten diagnostischen Tests hinsichtlich physiologischer oder biochemischer Parameter, die mit den angegebenen Symptomen korrelieren. Die Bezeichnung eines Beschwerdebildes als MCS hat daher rein deskriptiven Charakter. Die Zuweisung einer Diagnose MCS im naturwissenschaftlichen Sinne ist nicht möglich. Wissenschaftlich begründete somatische Therapiekonzepte stehen für MCS bislang nicht zur Verfügung. Um so wichtiger ist es aus der Sicht der klinischen Umweltmedizin, die Patienten mit ihrem Beschwerdebild nicht allein zu lassen. Als Hilfsangebot kann eine kognitive Verhaltenstherapie zur Vermittlung geeigneter Bewältigungsstrategien wissenschaftlich begründet werden. Eine Anerkennung von MCS als Berufskrankheit ist angesichts des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben nicht möglich. Dessen ungeachtet kann das Vorliegen einer MCS-Symptomatik in den übrigen Sozialversicherungsbereichen berücksichtigt werden.

Schlüsselwörter: Multiple Chemical Sensitivity Umweltmedizin, Arbeitsmedizin, Chemophobie, Diagnosestellung, Berufskrankheit

Summary
Multiple Chemical Sensitivity
The term multiple chemical sensitivity describes an increased susceptibility towards multiple chemically unrelated substances which elicit symptoms in more than one organ system. The symptoms are triggered at concentrations well below NOAELs (no observed adverse effect levels) established in the general population. The multitude of theories on the etiology and pathogenesis of MCS contrasts with the paucity of sound scientific knowledge. There are no generally established diagnostic tests of physiological or biochemical parameters known to correlate with the reported symptoms. Thus, the term MCS is purely descriptive and not a scientifically established diagnosis. Consequently there are no scientifically founded somatic therapies available. In clinical environmental medicine it is most important not to leave these patients without help and understanding.
According to the scientific literature cognitive behavioural therapy can be used to develop coping strategies. MCS cannot be recognized as an occupational disease according to German law. However, the impairment caused by MCS symptoms can be acknowledged in other legal constructs.

Key words: multiple chemical sensitivity, environmental medicine, industrial medicine, chemophobia, occupational disease


Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ist ein Krankheitskonzept, das auf den klinischen Ökologen Theron G. Randolph zurückgeht („chemical susceptibility problem“) und seit der Publikation von Cullen (8)
vermehrt Aufmerksamkeit in der umweltmedizinisch interessierten Öffentlichkeit findet. Ungeachtet der fortbestehenden wissenschaftlichen Kontroverse über MCS wird von Betroffenenselbsthilfegruppen und einigen Vertretern politischer Parteien versucht, eine „politische Anerkennung“ der Erkrankung mit Zubilligung besonderer Behandlungsnotwendigkeiten und Schutzrechte zu erreichen. Von einigen Protagonisten des Konzepts wird dabei auch gefordert, MCS als Berufskrankheit anzuerkennen und betroffene Personen zu entschädigen.
Die Arbeitsgruppe „Klinische Umweltmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin hält es daher für angezeigt, zum derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand über MCS Stellung zu nehmen und den Standpunkt der Fachgesellschaft insbesondere zur Frage der Anerkennbarkeit als Berufskrankheit im Rahmen des deutschen Berufskrankheitsrechts zu vertreten.
Begriffsbestimmung
Als Multiple Chemical Sensitivity (MCS) wird eine erhöhte individuelle Empfindlichkeit gegen in der Umwelt vorkommende, überwiegend synthetische Substanzen bezeichnet, die Symptome in mehreren Organsystemen verursachen.
Die Symptome werden ausgelöst durch wahrnehmbare Exposition gegenüber einer Vielzahl unterschiedlicher, chemisch nicht verwandter Stoffe. Die auslösenden Konzentrationen beziehungsweise Dosen liegen weit unterhalb der Wirkschwellen, die in der Allgemeinbevölkerung als „no observed adverse effect level“ (NOAEL), das heißt als die Dosis, bei der eben noch keine schädliche oder belästigende Wirkung festgestellt werden kann, etabliert sind. Sowohl die Zahl der reaktionsauslösenden Substanzen als auch die Vielfalt der erlebten Symptome tendiert im Krankheitsverlauf zur Zunahme (5, 8).
Verschiedentlich wurde darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung MCS eine Festlegung bezüglich der vermuteten Ursache enthält, die durch den wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht gerechtfertigt wird. Der als MCS bezeichnete Symptomenkomplex ist nur eine Ausprägung einer Vielzahl ähnlicher Symptomenkomplexe, die ebenfalls auf Umwelteinflüsse zurückgeführt werden. Als Auslöser für solche sehr ähnlichen Beschwerdebilder werden beispielsweise Amalgam, Holzschutzmittel, elektromagnetische Felder und viele andere Umweltfaktoren angeschuldigt. Daher wurde auf einem WHO-Workshop in Berlin 1996 die Bezeichnung „idiopathic environmental intolerances“ (IEI) vorgeschlagen. Zur Benennung des jeweils vermuteten Auslösemechanismus kann dieser dann als Suffix angehängt werden, wie beispielsweise „IEI (chemical)“ (35).
Diese Begriffsbildung hat sich allerdings gegen den heftigen Widerstand von Betroffenen und verschiedenen Vertretern einer Sichtweise, die an einem undifferenzierten Chemikalienbegriff als unstreitigem Auslöser festhält, nicht durchsetzen können. Es wird daher im Folgenden trotz grundsätzlicher Einwände gegen diese Benennung weiterhin der Begriff MCS verwendet.
Symptomatik
MCS-Betroffene klagen über unspezifische Symptome, die in Abhängigkeit von wahrnehmbaren oder vermuteten Expositionen gegenüber einer Vielzahl unterschiedlicher Substanzen auftreten. Zumeist werden olfaktorisch wahrnehmbare Substanzen und hier wieder zumeist solche aus anthropogenen Quellen als Auslöser von MCS-Beschwerden angegeben. Die Nennungen unterscheiden sich aber durchaus, je nachdem, ob amerikanische oder deutsche Betroffene befragt wurden. In nordamerikanischen Quellen werden Pestizide, Abgase, organische Lösungsmittel und Lebensmittelzusatzstoffe am häufigsten genannt (5). In einer Umfrage bei deutschen Betroffenen wurden schlechte Luft, Lösungsmittel, Staub/ Rauch, aber auch Lärm und elektromagnetische Felder als Auslöser angegeben.
Als häufigste Symptome werden genannt (7, 19):
- Kopfschmerzen, Augenbrennen, Naselaufen,
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
- Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit,
- Schmerzen im Bewegungsapparat,
- ungerichteter Schwindel,
- Atemnot.
Kombinationen dieser und anderer Symptome sind die Regel, monosymptomatische Beschwerdebilder die Ausnahme. Das Ausmaß der subjektiven Beeinträchtigung variiert erheblich und kann bis hin zu erlebter vitaler Bedrohung gehen. Im Krankheitsverlauf wird oft eine Zunahme sowohl der Symptomintensität als auch der Anzahl der Beschwerden berichtet. Es liegen aber auch selbstberichtete Verläufe vor, in denen es zu einer allmählichen Rückbildung der erlebten Empfindlichkeit kam.
Ätiologische und pathogenetische Hypothesen
In der Literatur konkurrieren vorzugsweise vier unterschiedliche Auffassungen zur Ätiologie des MCS (39):
- MCS ist eine ausschließlich biologisch/physiologische Reaktion auf chemische Expositionen im Niedrigdosisbereich, deren Mechanismen im Einzelnen noch nicht erforscht sind (zum Beispiel immunologische oder neurotoxische Ursache, neurogene Entzündung).
- MCS-Symptome werden durch eine Attribution von Stresssymptomen auf Umweltexpositionen im Niedrigdosisbereich ausgelöst, gegebenenfalls auch nach einmaliger Triggerung durch eine Exposition in hoher Dosis. Die zunehmende Empfindlichkeit ist somit das Ergebnis einer „Konditionierung“.
- MCS ist eine Fehldiagnose und chemische Expositionen sind nicht die Ursachen. Die Symptome können auf einer nicht diagnostizierten körperlichen oder psychiatrischen Krankheit beruhen (zum Beispiel Depression, Angststörung, Somatisierungsstörung, Porphyrie).
- MCS ist ein Glaubenssystem, das sich durch kulturell geprägtes Krankheitsverhalten manifestiert.
Einerseits wird MCS also als psychoreaktive Erkrankung aufgefasst, in der primär neurotische Mechanismen zu einem uncharakteristischen Beschwerdebild führen, das sich in seiner Ausformung an derzeit gängigen, populären Schemata orientiert.
Andererseits wird eine somatisch begründete Fehladaptation vermutet an (vorzugsweise chemische) Umweltbelastungen, die zu einer nichtimmunologisch begründeten Empfindlichkeitsteigerung des zentralen Nervensystems führt.
Kombinationen der beiden Auffassungen im Sinne einer Kokausalität von anlagebedingten und Umweltfaktoren sind beliebig herstellbar.
Die Vielfalt der pathogenetischen Hypothesen zu MCS wurde in zahlreichen Übersichtsarbeiten dargestellt (11, 14, 17, 27, 34).
Auf das Konzept des „toxicant-induced loss of tolerance“ (TILT) soll gesondert hingewiesen werden (30, 31). Nach einem initialen Toleranzverlust aufgrund einer nicht näher bezeichneten „chemischen Exposition“ soll eine graduelle Zunahme der Empfindlichkeit mit Generalisierung auf andere Substanzen und mehrere Organe auftreten. Der Mechanismus dieser Generalisierung wird nicht spezifiziert. Die Symptome sollen sowohl beim Kontakt mit den ursächlich angeschuldigten Substanzen als auch bei deren Entzug auftreten („craving“), sodass im Alltag der Patienten die exogene Auslösung gleichsam verschleiert („maskiert“) wird. Durch die Einführung der Konzepte „masking“ und „craving“ soll folglich erklärt werden, dass die Symptome von MCS-Kranken keinen eindeutigen Bezug zu objektiv nachweisbaren Expositionen aufweisen müssen. Aus diesem Grund seien „negative“ Expositionsstudien an MCS-Betroffenen nicht ohne Weiteres verwertbar.
Diagnostik und Differenzialdiagnostik
Die ersten diagnostischen Maßnahmen bei ätiologisch unklaren Beschwerden, die im Sinne eines MCS vorgetragen werden, müssen dem Ausschluss bekannter und prinzipiell behandelbarer Erkrankungen dienen. Die durchzuführenden Maßnahmen sind nach den anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaft unter Berücksichtigung der vorwiegend vorgetragenen Symptome und erhobenen Zwischenbefunde im Sinne einer Stufendiagnostik auszuwählen. Die Differenzialdiagnostik sollte vorzugsweise interdisziplinär in engem räumlichem und zeitlichem Zusammenhang erfolgen (16). Hierbei müssen im Sinne einer ganzheitlichen Patientenbetrachtung mögliche psychische und somatische Faktoren gleichberechtigt betrachtet werden (41). Bedeutend ist in diesem Zusammenhang, dass bei Patienten mit umweltbezogenen Beschwerden in einem hohen Anteil psychosomatisch/psychiatrische Erkrankungen diagnostiziert werden können (15, 20, 24, 25, 36).
Bislang existieren keine allgemein akzeptierten diagnostischen Tests hinsichtlich physiologischer oder biochemischer Parameter, die mit den angegebenen Symptomen korrelieren (5, 21).
Dennoch werden zahlreiche diagnostische Verfahren angeboten und durchgeführt, um das Vorliegen eines MCS zu „beweisen“ (33).
Augenfällig ist, dass oft Untersuchungsverfahren eingesetzt werden, die in der allgemeinen diagnostischen Routine noch nicht etabliert sind und deren Resultate auch von Fachspezialisten mit größter Zurückhaltung interpretiert werden. Es bestehen beispielsweise Parallelen zwischen dem unkritischen Einsatz moderner immunologischer Verfahren für die MCS-Diagnostik und dem Missbrauch der damals gerade neu entwickelten Methode der Röntgenkontrastuntersuchung des Darmes in der Diagnostik der seinerzeit populären „Autointoxikation“ an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert. Aufgrund fehlender Erfahrungen wurden Normvarianten als pathologische Befunde missdeutet und teilweise weitgehende therapeutische Schlussfolgerungen hieraus abgeleitet. Hier wie dort wird die unbestreitbare Objektivität der erhobenen Befunde fälschlich gleichgesetzt mit der Richtigkeit der jeweils gezogenen Schlussfolgerungen.
Symptomfragebögen
Das Vorliegen eines MCS wird in Ermangelung objektiver Parameter überwiegend aufgrund „typischer“ Symptome vermutet, die mit Fragebögen erfasst werden können. Solche Erhebungsinstrumente liegen in großer Zahl und Variabilität vor (18, 23, 29, 32).
Zweifellos sind Fragebögen im Rahmen klinischer Studien zur Dokumentation und Quantifizierung unverzichtbar. Ein einheitliches Instrumentarium wäre im Hinblick auf die oft fehlen-
de Vergleichbarkeit einzelner Untersuchungen aufgrund unterschiedlicher operationaler Definitionen wünschenswert. Grundsätzlich sollte im Rahmen solcher Studien auch zusätzlich auf bereits vorliegende und validierte neuropsychologische Testinstrumente zurückgegriffen werden (9).
Eine Diagnose im naturwissenschaftlichen Sinn kann mithilfe eines Fragebogens natürlich nicht gestellt werden. Folglich obliegt es in der Praxis dem Untersucher zu beurteilen, bei welchen Symptomkonstellationen oder Indexpunktzahlen die Zuweisung der Bezeichnung MCS gerechtfertigt erscheint.
Als besonders problematisch erweist sich die Interpretation von Antworten auf Fragen, die so genanntes „masking“ erkennen lassen sollen. Sie liefern gleichsam den Vorwand dafür, einem Probanden auch dann eine MCS-Diagnose zukommen zu lassen, wenn sich weder eine besonders hohe Beschwerdeintensität erfragen noch ein eindeutiger Beschwerdebezug zu bestimmten Triggersituationen herstellen lässt.
In der Individualmedizin kann eine solche Handhabung von Fragebögen ein Gesundheitsrisiko für die Betroffenen darstellen. Je unschärfer und weniger restriktiv die Kriterien für die Zuweisung einer MCS-Diagnose gehandhabt werden, desto größer ist die Gefahr, dass Patienten iatrogen fixiert und in eine Krankheitskarriere hinein befördert werden.
Neuropsychologie/Neurophysiologie
Ein verbreitetes ätiologisches Konzept stellt die Annahme der MCS-Symptomatik als Ausdruck der Neurotoxizität von Umweltschadstoffen dar. Demzufolge werden neuropsychologische Testverfahren eingesetzt, um Symptome wie Konzentrationsminderung, Müdigkeit und Verwirrtheit als Ausdruck einer Hirnleistungsminderung auf eine quasi objektive Basis zu stellen. Selbst wenn – ungeachtet der methodischen Einschränkungen der Aussagefähigkeit eines schlechten Testergebnisses – damit das Vorliegen einer organischen Hirnleistungsstörung als belegt akzeptiert würde, wäre ein Rückschluss auf die Ätiologie einer solchen Störung aus den Testergebnissen jedoch nicht möglich (1).
Die gleiche Einschränkung gilt für geläufige neurophysiologische Untersuchungsmethoden wie EEG, Nervenleitgeschwindigkeit, evozierte Potenziale, Posturographie, um nur einige zu nennen. Alle diese Methoden können valide und spezifische Diagnosen nur ermöglichen, wenn sie mit entsprechend gezielter Fragestellung eingesetzt werden.
Aufgrund ihrer Quantifizierbarkeit und Objektivität sind neurophysiologische Methoden in der MCS-Forschung aber wichtige Methoden, um mögliche Unterschiede zwischen MCS-Patienten und Vergleichskollektiven zu suchen.
Bildgebende Verfahren
In den letzten Jahren wurden vermehrt funktionsabbildende Methoden individualdiagnostisch und in Studien eingesetzt. Es wurden SPECT- und PET-Befunde präsentiert, die Perfusionsstörungen und verminderte metabolische Aktivität in verschiedenen Hirnregionen als Korrelat einer MCS-Symptomatik darstellen sollen.
Die Grenzen der Aussagefähigkeit dieser Methoden aufgrund ihrer geringen Spezifität wurden von einer Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin ausführlich diskutiert (6).
Die Einwände gegen die vorliegenden PET- und SPECT-Studien richten sich jedoch nicht nur gegen die Interpretation der Ergebnisse, sondern auch gegen die Auswahl und unzureichende Charakterisierung der untersuchten Personen. In aller Regel handelt es sich um Berichte über konsekutiv untersuchte Betroffene, die im Hinblick auf eine Beschwerdesymptomatik vorselektiert waren und deren Angaben zur Exposition vorwiegend auf subjektiver Selbsteinschätzung beruhten. In jedem Fall ist schon aufgrund dieses Selektionseffekts eine Überhäufigkeit von krankheitswertigen Befunden im Untersuchungskollektiv zu erwarten. Ein Rückschluss auf die jeweiligen Ursachen dieser Pathologie kann jedoch angesichts der methodischen Unzulänglichkeit der Studien nicht vorgenommen werden.
Individualdiagnostisch sind die Ergebnisse zur „Sicherung“ einer MCS-Diagnose nicht zu verwerten.
Laboruntersuchungen
Alle bisherigen explorativen Studien haben keine einheitlichen und reproduzierbaren Laborbefunde bei MCS-Patienten erbracht. Dennoch werden auch individualmedizinisch immer wieder umfangreiche Laboruntersuchungen durchgeführt und auch kleine Normabweichungen und solche von unbekannter Dignität als Beleg für eine somatisch begründete Entstehungsweise der Symptomatik angeführt. Am häufigsten finden sich hier extensive Bestimmungen von Parametern der zellulären und humoralen Immunität, Enzympolymorphismen, Parametern des Porphyrinstoffwechsels und Virustiter.
Die mangelhafte theoretische Fundierung für die Auswahl dieser Parameter, die häufig selbst noch experimentellen Charakter haben und allenfalls in Hypothesen testenden Studien auf Gruppenbasis neue Erkenntnisse liefern könnten, ist zu kritisieren. „Positive“ Befunde sind aufgrund der großen Parameterzahlen schon aus statistischen Erwägungen zu erwarten, wobei im Einzelfall viele der Ergebnisse klinisch nicht interpretierbar sind.
Besonders zu erwähnen ist das Biomonitoring (3, 4). Als Parameter werden in der Regel chlororganische Verbindungen, Pestizide, Lösungsmittel, Schwermetalle und andere mehr bestimmt. Durch eine ungerechtfertigte Gleichsetzung von Referenzwerten mit (toxikologisch begründeten) Grenzwerten wird den Betroffenen schon bei geringen Überschreitungen der statistischen Hintergrundbelastung suggeriert, dass ihre Beschwerden auf die gemessene Belastung zurückzuführen seien. Eine wissenschaftliche Basis für solche Aussagen fehlt.
Alternative Verfahren
Fast unüberschaubar ist die Zahl der so genannten alternativen Verfahren, für die Beispiele in Tabelle 1 aufgeführt sind.
Ihnen ist gemeinsam, dass sie in der wissenschaftlichen Medizin mangels hinreichender Belege für ihre Sensitivität und Spezifität sowie die Gültigkeit und Reproduzierbarkeit ihrer Ergebnisse nicht etabliert sind. Untersuchungsergebnisse, die mit solchen Methoden erhoben wurden, sind – nicht nur in der MCS-Diagnostik – bisher ohne belegte Relevanz.
Ähnlichkeiten mit anderen „Umweltkrankheiten“
Multiple Chemical Sensitivity wird häufig im Zusammenhang mit anderen ätiologisch unklaren Beschwerdebildern wie Chronic Fatigue Syndrome (CFS) und Fibromyalgie (FMS) als „Umweltkrankheit“ genannt. Tatsächlich weisen die vorherrschenden Symptombilder weitgehende Ähnlichkeiten auf (7). Selbstverständlich kann aus diesen inhaltlichen Überschneidungen der Symptomkataloge keinesfalls abgeleitet werden, dass es sich bei allen drei Syndromen um eine einheitliche Krankheitsentität handelt. Im Gegensatz zu MCS sind jedoch die Konzepte von FMS und CFS rein deskriptiv und enthalten a priori keine Ursachenvermutung.
Da, wie ausgeführt, ein positiver Nachweis für das Vorliegen einer Multiple Chemical Sensitivity bislang nicht geführt werden kann, ist auch die differenzialdiagnostische Abgrenzung gegen CFS oder FMS nur eingeschränkt möglich. In der Praxis basiert sie im Wesentlichen auf der Selbsteinschätzung der Patienten beziehungsweise ihrer medizinischen Berater und der Bevorzugung eines bestimmten ätiologischen Konzepts.
Die Entscheidung, welcher dieser Kategorien ein Patient mit einem grundsätzlich passenden unspezifischen Beschwerdebild letztlich zugeordnet wird, hängt nicht von objektiven Kriterien ab. In erster Linie dann, wenn der Patient selbst von der „Umweltgenese“ seiner Beschwerden überzeugt ist, wird es zur MCS-Diagnose kommen.
Therapie der Multiple Chemical Sensitivity
Aus dem bisher Beschriebenen folgt, dass wissenschaftlich begründete somatische Therapiekonzepte für MCS bislang nicht zur Verfügung stehen.
Diese methodisch bedingte und grundsätzlich unvermeidbare Unsicherheit liefert den Nährboden für nicht durch wissenschaftliche Daten abgesicherte Auffassungen, in denen sich Patienten und ihre Ansprechpartner (Ärzte, Heilpraktiker, „Umwelttoxikologen“, „klinische Ökologen“) gegenseitig in ihren Ängsten und Kausalitätsbedürfnissen bestätigen. Da die fachliche Qualität der Ansprechpartner von den Hilfesuchenden nicht nach objektiven Kriterien bewertet werden kann, richtet sich deren Akzeptanz danach, inwieweit der Ratgeber mit dem jeweiligen Krankheitskonzept des Patienten sympathisiert.
Um so wichtiger ist es aus der Sicht der klinischen Umweltmedizin, die Patienten mit ihrem Beschwerdebild nicht alleine zu lassen. Empathie und Verständnis, durchaus ohne unkritische Übernahme der jeweiligen Krankheitskonzepte, müssen eine tragfähige Basis für eine stabile Arzt-Patienten-Beziehung sein. Hierdurch kann dem von allen beteiligten Seiten als kontraproduktiv angesehenen „doctor hopping“ am ehesten vorgebeugt werden.
Eine stützende psychiatrische oder psychologische Behandlung macht unabhängig vom Krankheitskonzept Sinn, wenn sie die Vermittlung von Bewältigungsstrategien zum Ziel hat. Supportive Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie gehören zu den wenigen Therapieverfahren, die in der Literatur überwiegend positiv eingeschätzt werden (2, 12, 13, 22, 36, 38, 40). Auch die adjuvante Therapie mit psychotropen Substanzen unter ärztlicher Kontrolle ist im Hinblick auf die fast nie fehlende psychische Beeinträchtigung durch eine als invalidisierend empfundene Erkrankung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen (26). Beide Behandlungsstrategien werden jedoch von den meisten MCS-Patienten als unzulässige „Psychiatrisierung“ empfunden und daher abgelehnt. Bei diagnostizierten psychosomatischen oder psychiatrischen Erkrankungen ist dennoch auch bei diesen Patienten eine fachspezifische Therapie anzustreben.
„Vermeidung als Therapie“, die so genannte „avoidance“, ist außerordentlich kritisch zu sehen. Dazu wird den Patienten angeraten, alle nur denkbarerweise chemisch belasteten Stoffe und Teile aus ihrer Wohnung zu entfernen.
Zwar kann bei wenigen und gut identifizierbaren Auslösern eine begrenzte Vermeidungsstrategie sich als gangbarer Kompromiss erweisen. Vor dem Hintergrund eines kognitiv-behavioralen Krankheitskonzeptes wird genau diese Strategie jedoch als unterhaltendes Moment des pathogenetischen Teufelskreises angesehen. Aus dieser Sicht unterhält und verstärkt eine „avoidance“ die Beschwerden, die sie zu behandeln vorgibt.
Die Zahl der weiteren angewandten Therapieformen ist unüberschaubar. Die vermeintlich ursächliche Behandlung hängt dabei vom jeweils vorliegenden Krankheitskonzept ab.
In der „klinischen Ökologie“ wird häufig das so genannte Provokations-Neutralisations-Verfahren angewandt, in dem nach strikter Vermeidung der als auslösend angeschuldigten Substanzen diese sublingual oder subkutan in ansteigender Dosierung appliziert werden, um eine Gewöhnung des Organismus zu erreichen.
In der ungezielten adjuvanten Therapie finden sich am häufigsten Enzympräparate, Johanniskraut, Vitamine und Antioxidanzien (Vitamin C, E et cetera).
In der Praxis muss der betreuende Arzt einen Kompromiss zwischen der gebotenen Zurückhaltung gegenüber empirisch nicht belegten Therapieformen und der Offenheit für Neues finden. Ein therapeutischer Nihilismus ist angesichts des Leidensdrucks der Patienten nicht gerechtfertigt. Der Grundsatz „nil nocere“ schließt jedoch auch ein, Patienten gegen offenkundige Scharlatanerie zu sensibilisieren und vor gegebenenfalls schädlichen Behandlungen wie zum Beispiel unnötigen „Entgiftungsmaßnahmen“ zu bewahren.
Multiple Chemical Sensitivity als Berufskrankheit
Multiple Chemical Sensitivity ist in der aktuellen BK-Liste nicht aufgeführt. Somit ist zur Frage der Anerkennung „wie eine Berufskrankheit“ eine Prüfung nach § 9 Abs. 2 SGB VII vorzunehmen:
„Die Unfallversicherungsträger haben eine Krankheit, die nicht in der Rechtsverordnung bezeichnet ist oder bei der die dort bestimmten Voraussetzungen nicht vorliegen, wie eine Berufskrankheit als Versicherungsfall anzuerkennen, sofern im Zeitpunkt der Entscheidung nach neuen Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft die Voraussetzungen für eine Bezeichnung nach Absatz 1 Satz 2 erfüllt sind.“
Nach Absatz 1 Satz 2 sind dies Krankheiten, „die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“.
Folgende Voraussetzungen müssen zur Anwendung des § 9 Abs. 2 erfüllt sein (37):
- Die Krankheit muss durch besondere Einwirkungen verursacht worden sein, die über die in der Arbeitswelt allgemein üblichen Einwirkungen qualitativ oder quantitativ hinausgehen.
Diese Voraussetzung trifft jedenfalls bei den Fällen zu, in denen ein MCS ursächlich auf eine örtlich und zeitlich bestimmbare unfallartige und hohe Exposition am Arbeitsplatz („chemisches Initialtrauma“) zurückgeführt wird und diese Exposition auch zweifelsfrei dokumentiert ist. In diesem Falle ist das Vorliegen eines Arbeitsunfalles und seiner Folgen zu prüfen.
Das Vorliegen der Voraussetzung ist diskutabel in den Fällen, in denen eine Langzeitexposition gegenüber ungewöhnlichen, in der allgemeinen Lebens- und Arbeitsumwelt nicht häufig anzutreffenden Stoffen vorgelegen hat. Es sind aber alle Fälle explizit auszuschließen, in denen eine kumulative oder chronische Einwirkung von „Niedrigdosen“ ubiquitärer oder nicht näher benennbarer Substanzen als Ursache angenommen wird.
Im konkreten Einzelfall muss nachgewiesen werden, dass die angeschuldigte Exposition am Arbeitsplatz nicht nur angenommen wird, sondern tatsächlich vorgelegen hat.
- Der Betroffene muss einer Personengruppe angehören, die durch ihre versicherte Tätigkeit der besonderen Einwirkung erheblich stärker ausgesetzt ist als die übrige Bevölkerung.
Die wenigen bisher vorliegenden Publikationen, die Kollektive von MCS-Patienten mit ihren Berufen beschreiben, greifen auf nicht validierte Datenbasen selbstberichteter Patienten zurück (28). Auch die dort dargestellten Schlussfolgerungen zu vermuteten auslösenden Ursachen sind aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Es liegen bisher keine Ergebnisse von Studien vor, in denen mit erkennbaren Qualitätsstandards versucht worden wäre, einheitliche Kollektive zu definieren und zu beschreiben. Aus einer derzeit unter Federführung des Robert Koch-Instituts laufenden Studie (10) liegen noch keine publizierten Ergebnisse vor. Prospektive Studien mit dem Ziel, in vermuteten Risikokollektiven ein vermehrtes Auftreten von MCS zu zeigen, wurden bisher nicht durchgeführt.
Es existiert somit keine wissenschaftlich akzeptable Datenbasis, anhand derer eine besondere Betroffenheit bestimmter Berufe oder das vermehrte Auftreten von MCS nach bestimmten Expositionen gezeigt werden könnte.
- Die Einwirkungen müssen nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft geeignet sein, Krankheiten solcher Art auch zu verursachen.
Wie bereits dargestellt, besteht in der medizinischen Wissenschaft derzeit kein Konsens darüber, ob MCS als eigenständige Krankheit überhaupt existiert. Die in deskriptiven Studien am häufigsten genannten Einwirkungen sind in der Regel von den Betroffenen selbst berichtet und wurden von den Untersuchern im Nachhinein nicht überprüft. Der Einfluss von Störfaktoren wie zum Beispiel selektive Erinnerung, Legendenbildung durch Medienpräsenz, suggestives Erfragen durch Untersucher kann in diesen Studien nicht ausgeschlossen werden. Es liegen somit zurzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die die generelle Eignung bestimmter Einwirkungen belegen, ein MCS zu verursachen. Das Vorliegen dieser Voraussetzung muss somit derzeit jedenfalls verneint werden.
- Diese Erkenntnisse müssen neu sein.
Die neuen Erkenntnisse haben zum Zeitpunkt der letzten Änderung der Berufskrankheitenliste noch nicht vorgelegen oder wurden nicht berücksichtigt. Dieser Punkt ist der Vollständigkeit halber angeführt.
Resümee
Patienten mit Gesundheitsstörungen im Sinne eines MCS, die auf die Umwelt bezogen werden, leiden unter einem Beschwerdebild, über dessen Ursachen und Entstehungsweise bisher keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. Die in der Begriffsbildung vorgenommene Festlegung, nicht nur auf Auslöser der Beschwerden, sondern auch auf die Ursache der Krankheit, ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht angemessen. Sie wirkt sich darüber hinaus hinderlich auf die Durchführung weiterer unvoreingenommener Forschung aus.
Die betroffenen Patienten leiden erheblich. Sie sind nach den Regeln der ärztlichen Kunst unter Berücksichtigung des vorliegenden Symptomprofils zum Ausschluss einer bekannten und gegebenenfalls behandelbaren Erkrankung differenzialdiagnostisch zu untersuchen. Die primäre Vermutung einer psychiatrischen Genese ohne Bestehen entsprechender Positivkriterien ist nicht gerechtfertigt. Ebenso wenig hilfreich ist allerdings die unkritische Zuweisung einer „Umweltdiagnose“ mit dadurch bedingter iatrogener Fixierung. Ist eine bekannte Ursache nicht auffindbar, kann nach derzeitigem Kenntnisstand eine supportive Behandlung zur Vermittlung geeigneter Bewältigungsstrategien wissenschaftlich begründet werden. Zurzeit liegen keine gesicherten Erkenntnisse über die Wirkung andersartiger Therapiemaßnahmen vor.
Die gesetzlichen Voraussetzungen, MCS unfallversicherungsrechtlich als Berufskrankheit anzuerkennen, sind derzeit nicht gegeben. Dessen ungeachtet kann das Vorliegen einer MCS-Symptomatik in den übrigen Sozialversicherungsbereichen berücksichtigt werden.

Dieses Papier wurde als Positionspapier vom Arbeitskreis „Klinische Umweltmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin erarbeitet. Im Arbeitskreis wirkten mit: Dr. med. Karl-Heinz Antonin, Dr. rer. nat. Michael Bader, Prof. Dr. med. Axel Buchter, Dr. med. Michael C. Dietz, Prof. Dr. med. Hans Drexler, Prof. Dr. med. Thomas Eikmann, Dr. med. Dieter Eis, Dr. med. Annegret Jaekel-Reinhard, Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Stephan Letzel, Dr. med. Dipl.-Chem. Herbert Lichtnecker, Dr. med. Michael Nasterlack, Prof. Dr. med. Dennis Nowak, Dr. med. Andrea Otto, Dr. med. Alexander Petrovitch, Prof. Dr. med. Rainer Schiele, Dr. med. Markus Weihrauch, Prof. Dr. med. Renate Wrbitzky.

Manuskript eingereicht: 20.9.2001; revidierte Fassung angenommen: 21.5.2002

zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2002; 99: A 2474–2483 [Heft 38]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über das Internet (www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.

Anschrift für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Renate Wrbitzky
Abteilung Arbeitsmedizin
der Medizinischen Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
E-Mail: Wrbitzky.renate@mh-hannover.de
1.
Altenkirch H: Multiple Chemical Sensitivity (MCS) aus der Sicht der klinischen Neurologie und Neurotoxikologie. Allergologie 1999; 22: 709–718.
2.
Amundsen MA, Hanson NP, Bruce BK, Lantz TD, Schwartz MS, Lukach BM: Odor aversion or multiple chemical sensitivities: recommendation for a name change and description of successful behavioral medicine treatment. Reg Toxicol Pharmacol 1996; 24: 116–118. MEDLINE
3.
Angerer J, Göen T, Lehnert G: Mindestanforderungen an die Qualität von umweltmedizinisch-toxikologischen Analysen. Umweltmed Forsch Prax 1998; 3: 307–312.
4.
Angerer J, Lehnert G: Anforderungen an arbeitsmedizinisch-toxikologische Analysen. Dtsch Arztebl 1997; 94: A-2331–2338 [Heft 37]. VOLLTEXT
5.
Ashford N, Miller C: Chemical exposures – low levels and high stakes. 2. Auflage. New York: Van Nostrand Reinhold 1998.
6.
Bartenstein P, Grünwald F, Herholz K et al.: Rolle der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Single-Photon-Emissions-Tomographie bei der sogenannten „Multiple Chemical Sensitivity“ (MCS). Nuklearmedizin 1999; 38: 297–301. MEDLINE
7.
Csef H: Gemeinsamkeiten von Chronic Fatigue Syndrom, Fibromyalgie und multipler chemischer Sensitivität. Dtsch med Wschr 1999; 124: 163–169. MEDLINE
8.
Cullen MR: The worker with multiple chemical sensitivities: an overview. Occup Med 1987; 2: 655–661. MEDLINE
9.
Eikmann T, Herr C, Gieler U et al.: Forschungsstrategien zur Pathogenese der Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Forschungsansatz auf der Basis klinischer Befunde und Diagnosen. Umweltmed Forsch Prax 1997; 2: 101–105.
10.
Eis D, Altenkirch H, Beyer A et al.: Methodische Ansätze und Verfahren zur MCS-Diagnostik: Diagnosekriterien und Studiendesign. Umweltmed Forsch Prax 1997; 2: 148–156.
11.
Graveling RA, Pilkington A, George JPK, Butler MP, Tannahill SN: A review of multiple chemical sensitivity. Occup Environ Med 1999; 56: 73–85. MEDLINE
12.
Guglielmi RS, Cox DJ, Spyker DA: Behavioral treatment of phobic avoidance in multiple chemical sensitivities. J Behav Ther Exp Psychiatry 1994; 25: 197–209. MEDLINE
13.
Haller E: Successful management of patients with „multiple chemical sensitivities“ in an inpatient psychiatric unit. J Clin Psychiatry 1993; 54: 196–199. MEDLINE
14.
Heinzow B, Petzold G: Idiopathische Umweltintoleranz / Multiple Chemical Sensitivity – IEI/MCS. Allergologie 1999; 22: 555–564.
15.
Henningsen, P, Sack, M: Umweltbezogene Körperbeschwerden. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychoanalyse 1998; 44: 251–267
16.
Herr C, Eikmann T: Umweltmedizinische Diagnostik und Therapie. Fortschr Med 1998; 33: 26–29. MEDLINE
17.
Hornberg C: Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Allergologie 1999; 22: 527–537.
18.
Hüppe M, Ohnsorge P, Krauß B, Schmucker P: Der MCS-Fragebogen: Erste Befunde eines neuen Verfahrens zur Beschreibung MCS-auslösender Stoffe und Symptome. Umweltmed Forsch Prax 2000; 5: 143–153.
19.
Joffres MR, Williams T, Sabo B, Fox RA: Environmental sensitivities: prevalence of major symptoms in a referral center: the nova scotia environmental sensitivities research center study. Environ Health Perspect 2001; 109: 161–165. MEDLINE
20.
Joraschky P: Umweltbezogene Ängste. In: Henningsen P, Rudolf G, eds.: Somatoforme Störungen. Stuttgart: Schattauer Verlag 1998.
21.
Kehrl HR: Laboratory testing of the patient with multiple chemical sensitivity. Environ Health Perspect 1997; 105 (Suppl. 2): 443–444. MEDLINE
22.
Kipen HM, Fiedler N: A 37-year-old mechanic with multiple chemical sensitivities. Environ Health Perspect 2000; 108: 377–381. MEDLINE
23.
Kipen HM, Hallman W, Kelly-McNeil K, Fiedler N: Measuring chemical sensitivity prevalence: a questionnaire for population studies. Am J Public Health 1995; 85: 574–577. MEDLINE
24.
Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ am Robert Koch-Institut (RKI): Untersuchungsgang in der Umweltmedizin. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2001; 44: 1209–1216.
25.
Kraus T, Anders M, Weber A, HermeP, Zschiesche W: Zur Häufigkeit umweltbezogener Somatisierungsstörungen. Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin 1995; 30, 147–152.
26.
Kurt TL: Control of panic symptoms with tricyclics in odor-triggered „multiple chemical sensitivities“. Vet Hum Toxicol 1992; 34: 357.
27.
Lacour M, Dettenkofer M, Daschner F, Schwenk M: Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Internist 1998; 39: 105–109.
28.
Maschewsky W: MCS und Arbeitsumwelt. Z UmwMed 1998; 6: 279–285.
29.
McKeown-Eyssen GE, Sokoloff ER, Jazmaij V, Marshall LM, Baines CJ: Reproducibility of the University of Toronto self-administered questionnaire used to assess environmental sensitivity. Am J Epidemiol 2000; 151: 1216–1222. MEDLINE
30.
Miller CS: Toxicant-induced loss of tolerance – an emerging theory of disease? Environ Health Perspect 1997; 10 (Suppl. 2): 445–453. MEDLINE
31.
Miller CS: Are we on the threshold of a new theory of disease? Toxicant-induced loss of tolerance and its relationship to addiction and abdiction. Toxicol Ind Health 1999; 15: 284–294. MEDLINE
32.
Miller CS, Prihoda TJ: The Environmental Exposure and Sensitivity Inventory (EESI): a standardized approach for measuring chemical intolerances for research and clinical applications. Toxicol Ind Health 1999; 15: 370–385. MEDLINE
33.
Nasterlack M: Diagnostische Methoden bei MCS. Psycho 1999; 25: 324–330.
34.
Nasterlack M, Steffens W: Multiple Chemical Sensitivity (MCS) / Idiopathic Environmental Intolerances (IEI) – eine Übersicht. In: Coenen W, Kentner M, Schiele R, Valentin H, Zober A, eds.: Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz aktuell, Kap. 18.1. Stuttgart: Gustav Fischer 1998; 47–59.
35.
NN: Conclusions and recommendations of a workshop on Multiple Chemical Sensitivites (MCS). Reg Toxicol Pharmacol 1996; 24: 188–189.
36.
Röttgers R: Psychisch Kranke in der Umweltmedizin. Dtsch Arztebl 2000; 97: A-835–840 [Heft 13]. VOLLTEXT
37.
Schönberger A, Mehrtens G, Valentin H: Arbeitsunfall und Berufskrankheit. 6. Aufl. Berlin: E. Schmidt 1998.
38.
Simon GE, Daniell W, Stockbridge H, Claypoole K, Rosenstock L: Immunologic, psychological, and neuropsychological factors in multiple chemical sensitivity – a controlled study. Ann Int Med 1993; 19: 97–103. MEDLINE
39.
Sparks PJ, Daniell W, Black DW et al.: Multiple chemical sensitivity syndrome: a clinical perspective. I. Case definition, theories of pathogenesis, and research needs. J Occup Med 1994; 36: 718–730. MEDLINE
40.
Strehl U: Verhaltensmedizinische Behandlung bei Multipler Chemischer Sensibilität. Psycho 1999; 25: 307–314.
41.
Wrbitzky R, Drexler H, Letzel S, Gräf W, Lehnert G: Umweltmedizin – eine Standortbestimmung. Dtsch Arztebl 1996; 93: A-2456–2464 [Heft 39]. VOLLTEXT
1. Altenkirch H: Multiple Chemical Sensitivity (MCS) aus der Sicht der klinischen Neurologie und Neurotoxikologie. Allergologie 1999; 22: 709–718.
2. Amundsen MA, Hanson NP, Bruce BK, Lantz TD, Schwartz MS, Lukach BM: Odor aversion or multiple chemical sensitivities: recommendation for a name change and description of successful behavioral medicine treatment. Reg Toxicol Pharmacol 1996; 24: 116–118. MEDLINE
3. Angerer J, Göen T, Lehnert G: Mindestanforderungen an die Qualität von umweltmedizinisch-toxikologischen Analysen. Umweltmed Forsch Prax 1998; 3: 307–312.
4. Angerer J, Lehnert G: Anforderungen an arbeitsmedizinisch-toxikologische Analysen. Dtsch Arztebl 1997; 94: A-2331–2338 [Heft 37]. VOLLTEXT
5. Ashford N, Miller C: Chemical exposures – low levels and high stakes. 2. Auflage. New York: Van Nostrand Reinhold 1998.
6. Bartenstein P, Grünwald F, Herholz K et al.: Rolle der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Single-Photon-Emissions-Tomographie bei der sogenannten „Multiple Chemical Sensitivity“ (MCS). Nuklearmedizin 1999; 38: 297–301. MEDLINE
7. Csef H: Gemeinsamkeiten von Chronic Fatigue Syndrom, Fibromyalgie und multipler chemischer Sensitivität. Dtsch med Wschr 1999; 124: 163–169. MEDLINE
8. Cullen MR: The worker with multiple chemical sensitivities: an overview. Occup Med 1987; 2: 655–661. MEDLINE
9. Eikmann T, Herr C, Gieler U et al.: Forschungsstrategien zur Pathogenese der Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Forschungsansatz auf der Basis klinischer Befunde und Diagnosen. Umweltmed Forsch Prax 1997; 2: 101–105.
10. Eis D, Altenkirch H, Beyer A et al.: Methodische Ansätze und Verfahren zur MCS-Diagnostik: Diagnosekriterien und Studiendesign. Umweltmed Forsch Prax 1997; 2: 148–156.
11. Graveling RA, Pilkington A, George JPK, Butler MP, Tannahill SN: A review of multiple chemical sensitivity. Occup Environ Med 1999; 56: 73–85. MEDLINE
12. Guglielmi RS, Cox DJ, Spyker DA: Behavioral treatment of phobic avoidance in multiple chemical sensitivities. J Behav Ther Exp Psychiatry 1994; 25: 197–209. MEDLINE
13. Haller E: Successful management of patients with „multiple chemical sensitivities“ in an inpatient psychiatric unit. J Clin Psychiatry 1993; 54: 196–199. MEDLINE
14. Heinzow B, Petzold G: Idiopathische Umweltintoleranz / Multiple Chemical Sensitivity – IEI/MCS. Allergologie 1999; 22: 555–564.
15. Henningsen, P, Sack, M: Umweltbezogene Körperbeschwerden. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychoanalyse 1998; 44: 251–267
16. Herr C, Eikmann T: Umweltmedizinische Diagnostik und Therapie. Fortschr Med 1998; 33: 26–29. MEDLINE
17. Hornberg C: Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Allergologie 1999; 22: 527–537.
18. Hüppe M, Ohnsorge P, Krauß B, Schmucker P: Der MCS-Fragebogen: Erste Befunde eines neuen Verfahrens zur Beschreibung MCS-auslösender Stoffe und Symptome. Umweltmed Forsch Prax 2000; 5: 143–153.
19. Joffres MR, Williams T, Sabo B, Fox RA: Environmental sensitivities: prevalence of major symptoms in a referral center: the nova scotia environmental sensitivities research center study. Environ Health Perspect 2001; 109: 161–165. MEDLINE
20. Joraschky P: Umweltbezogene Ängste. In: Henningsen P, Rudolf G, eds.: Somatoforme Störungen. Stuttgart: Schattauer Verlag 1998.
21. Kehrl HR: Laboratory testing of the patient with multiple chemical sensitivity. Environ Health Perspect 1997; 105 (Suppl. 2): 443–444. MEDLINE
22. Kipen HM, Fiedler N: A 37-year-old mechanic with multiple chemical sensitivities. Environ Health Perspect 2000; 108: 377–381. MEDLINE
23. Kipen HM, Hallman W, Kelly-McNeil K, Fiedler N: Measuring chemical sensitivity prevalence: a questionnaire for population studies. Am J Public Health 1995; 85: 574–577. MEDLINE
24. Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ am Robert Koch-Institut (RKI): Untersuchungsgang in der Umweltmedizin. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2001; 44: 1209–1216.
25. Kraus T, Anders M, Weber A, HermeP, Zschiesche W: Zur Häufigkeit umweltbezogener Somatisierungsstörungen. Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin 1995; 30, 147–152.
26. Kurt TL: Control of panic symptoms with tricyclics in odor-triggered „multiple chemical sensitivities“. Vet Hum Toxicol 1992; 34: 357.
27. Lacour M, Dettenkofer M, Daschner F, Schwenk M: Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Internist 1998; 39: 105–109.
28. Maschewsky W: MCS und Arbeitsumwelt. Z UmwMed 1998; 6: 279–285.
29. McKeown-Eyssen GE, Sokoloff ER, Jazmaij V, Marshall LM, Baines CJ: Reproducibility of the University of Toronto self-administered questionnaire used to assess environmental sensitivity. Am J Epidemiol 2000; 151: 1216–1222. MEDLINE
30. Miller CS: Toxicant-induced loss of tolerance – an emerging theory of disease? Environ Health Perspect 1997; 10 (Suppl. 2): 445–453. MEDLINE
31. Miller CS: Are we on the threshold of a new theory of disease? Toxicant-induced loss of tolerance and its relationship to addiction and abdiction. Toxicol Ind Health 1999; 15: 284–294. MEDLINE
32. Miller CS, Prihoda TJ: The Environmental Exposure and Sensitivity Inventory (EESI): a standardized approach for measuring chemical intolerances for research and clinical applications. Toxicol Ind Health 1999; 15: 370–385. MEDLINE
33. Nasterlack M: Diagnostische Methoden bei MCS. Psycho 1999; 25: 324–330.
34. Nasterlack M, Steffens W: Multiple Chemical Sensitivity (MCS) / Idiopathic Environmental Intolerances (IEI) – eine Übersicht. In: Coenen W, Kentner M, Schiele R, Valentin H, Zober A, eds.: Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz aktuell, Kap. 18.1. Stuttgart: Gustav Fischer 1998; 47–59.
35. NN: Conclusions and recommendations of a workshop on Multiple Chemical Sensitivites (MCS). Reg Toxicol Pharmacol 1996; 24: 188–189.
36. Röttgers R: Psychisch Kranke in der Umweltmedizin. Dtsch Arztebl 2000; 97: A-835–840 [Heft 13]. VOLLTEXT
37. Schönberger A, Mehrtens G, Valentin H: Arbeitsunfall und Berufskrankheit. 6. Aufl. Berlin: E. Schmidt 1998.
38. Simon GE, Daniell W, Stockbridge H, Claypoole K, Rosenstock L: Immunologic, psychological, and neuropsychological factors in multiple chemical sensitivity – a controlled study. Ann Int Med 1993; 19: 97–103. MEDLINE
39. Sparks PJ, Daniell W, Black DW et al.: Multiple chemical sensitivity syndrome: a clinical perspective. I. Case definition, theories of pathogenesis, and research needs. J Occup Med 1994; 36: 718–730. MEDLINE
40. Strehl U: Verhaltensmedizinische Behandlung bei Multipler Chemischer Sensibilität. Psycho 1999; 25: 307–314.
41. Wrbitzky R, Drexler H, Letzel S, Gräf W, Lehnert G: Umweltmedizin – eine Standortbestimmung. Dtsch Arztebl 1996; 93: A-2456–2464 [Heft 39]. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

U.Hehl
am Sonntag, 10. März 2013, 15:19

Guter Bericht falsche Aussagen!!!

Über die Ursachen und die Enstehungen von und im Zusammenhang von MCS gibt es mehrere bewiesene wissenschaftliche Erkenntnisse.
Details dazu: Frau.Prof.Dr. Irene Witte Uni Oldenburg.
Ich glaube es nicht wenn ich solche Berichte lesen muss. Auch andere Länder haben genug wissenschaftliche Erkenntnisse darüber offen gelegt.
Nur in Deutschland wird das und die MCS nicht anerkannt.

Fachgebiet

Zum Artikel

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Anzeige