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POLITIK

Gesundheitsmanagement: Fit fürs Netz

PP 1, Ausgabe Februar 2002, Seite 65

Gerst, Thomas

An der Netzakademie wurde der erste berufsbegleitende Studiengang „Management für Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen“ erfolgreich abgeschlossen.


Kaum eine Woche ohne ein neues Ärztenetz. Einige dieser Netze nutzen die nunmehr vom Gesetzgeber im SGB V vorgesehenen Möglichkeiten in Form von Modellvorhaben oder eigenen Strukturverträgen. Die meisten Ärztenetze formieren sich allerdings außerhalb der gesetzlichen Vorgaben als mehr oder minder straff organisierte Zweckbündnisse mit dem hehren Ziel, die ärztliche Versorgung in einem überschaubaren Bereich zu verbessern, oder aber mit der Absicht, durch engere Kooperation und Bündelung der Nachfrage etwa beim Praxisbedarf Einsparungen zu erzielen.
Getragen werden viele Netzgründungen vom Enthusiasmus einzelner Ärzte, die sich – nicht selten ohne ausreichende Vorbereitung – auf dieses Abenteuer einlassen und bald schon erkennen müssen, dass guter Wille allein nicht ausreicht. Wenn es darum geht, dauerhaft den Bestand und den Erfolg eines Ärztenetzes zu sichern, sind die Ärzte entweder auf das – mitunter recht kostspielige – Know-how externer Dienstleister angewiesen oder benötigen selbst eine solide Grundausbildung, um sich in der überaus komplexen Materie kassenärztlicher Vertragsbeziehungen und betriebswirtschaftlicher Strukturen zurechtzufinden. Nur professionelles Management sichert langfristig den Erfolg eines Ärztenetzes.
Vor diesem Hintergrund hatten die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Deutsche Ärzte- und Apothekerbank Ende des Jahres 2000 gemeinsam die Netzakademie gegründet, die das berufsbegleitende Studium „Management für Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen“ anbietet. Zwanzig Teilnehmer/innen beendeten soeben erfolgreich in Stuttgart den neunmonatigen Studiengang mit dem Abschlusszertifikat „Netz-Manager (Gesundheit)“. Sie werden mit realistischen Erwartungen hinsichtlich der Chancen und Fallstricke neuer Versorgungsstrukturen in ihren Job zurückkehren. In einem zweiten Studiengang werden zurzeit in Dortmund weitere Kandidaten fit für Netzstrukturen gemacht. Für weitere maximal 25 Teilnehmer beginnt im Mai in Hannover ein dritter Studiengang.
Um die berufsbegleitende Ausbildung zum Netzmanager zu absolvieren, braucht man eine gehörige Portion Arbeitsdisziplin und Engagement. In dreizehn Wochenendblöcken über zwei oder drei Tage vermitteln ausgewiesene Fachleute das fürs Netzmanagement nötige Wissen: Kooperationsformen und -partner, Betriebswirtschaftslehre, Rechtsnormen, Kommunikationstraining, Qualitätsmanagement, Gesundheitsökonomie und anderes mehr. Neben den Präsenzveranstaltungen werden zusätzlich etwa 30 Prozent der Inhalte online über das eigene Intranet in Form eines Fernstudiums angeboten. Das Fortbildungsangebot richtet sich vor allem an Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Psychologen, aber auch an Angehörige anderer Berufe mit leitenden Funktionen im Gesundheitswesen. Thomas Gerst


Informationen zum Studiengang „Management für Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen“ (ab Mai in Hannover/Kosten: 4 060 A)
unter:
Netzakademie e.V.
Fritz-Vomfelde-Straße 36
40547 Düsseldorf
E-Mail: info@netzakademie.dgn.de
Internet: www.netzakademie.dgn.de
Telefon: 0211/5 22 88 58-0
Fax: 0211/5 22 88 58-9
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