Supplement: Praxis Computer
Pharmaunternehmen im Internet: Angebote auf dem Prüfstand
Dtsch Arztebl 2004; 101(11): [16]


Eine Studie hat Umfang, Qualität und Struktur der Online-Angebote von Pharmaunternehmen im Internet untersucht.
Viele Unternehmen der Pharmabranche stellen nicht nur unternehmens- und produktbezogene Informationen, sondern auch firmenübergreifende Informationsangebote und Services zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen ins Internet. Das Angebot an solchen Websites ist inzwischen groß, doch hinsichtlich der Qualität der Angebote kann sich der Nutzer nur schwer einen Überblick verschaffen. Mit der Studie „Pharmaunternehmen im Internet“ hat Consert Online Services, Vaterstetten, zum fünften Mal in Folge die Web-Angebote von 20 Arzneimittelherstellern untersucht und hinsichtlich Angebotsumfang, Qualität und Indikationsstruktur verglichen. Analysiert wurden im Auftrag der Firmen 714 Angebote, darunter 649 indikationsbezogene Websites für die Zielgruppen Patienten und Fachkreise (Ärzte und Apotheker). Die Rankingergebnisse (siehe
Tabelle) beziehen sich auf:
- die allgemeinen Inhalte der Firmen-Homepage,
- die Indikationsbereiche für Patienten und für Fachkreise, die von der Firmen-Homepage aus zu erreichen sind,
- die Indikationsbereiche für Patienten und für Fachkreise, die auf separaten Domain-Websites (wie etwa www.diabetes.de) zugänglich sind.
Die Analyse umfasst unter anderem Merkmale wie Informationsangebote, Aktualität, Services, News und Firmennachrichten, Add-ons und besondere Leistungen (wie Hintergrundinformationen), aktuelle und periodische Angebote („Tipp der Woche“), Datenbanken und Recherche-Möglichkeiten, Chats und Expertengespräche, Newsletter und Push-Channels, Bestell- und Abwicklungsangebote, E-Commerce-Aktivitäten, Download-Files und Shareware.
Zusätzlich zur inhaltlichen Qualität berücksichtigt die Studie auch Gestaltung und Bedienungsfreundlichkeit der Websites, wie zum Beispiel Design, Multimedia, Navigation, Personalisierung und Performance (Informationen unter www.consert.de/pharmastudien.htm).
Bei den Firmen-Homepages standen allgemeine Angebote im Vordergrund, wie Unternehmensnachrichten, Geschäftsberichte, Serviceleistungen, Kontaktadressen und Ansprechpartner. Die Spitzenreiter zeichnen sich vor allem durch die Aktualität der Information, ihr breites Servicespektrum und interaktive Angebote sowie durch die grafische und navigationsbezogene Gestaltung aus.
Das Indikationsangebot wurde nach Angebotsspektrum (Anzahl der Indikationen), -umfang (Bewertung der einzelnen Indikationen) und -qualität (Durchschnittswert) bewertet. Bei den Indikationssites für Patienten, die von der jeweiligen Firmen-Homepage aus zugänglich sind, umfasst die Bewertung vor allem die Struktur der Website, das Newsangebot, die Aktualität, patientenbezogene und interaktive Aspekte. Hier belegen die Unternehmen Roche, Stada und Boehringer Ingelheim die ersten drei Plätze. Im Bereich der eigenständigen Indikations-Websites für Patienten platziert die Studie die Seiten von Bayer Vital vor Pfizer und GlaxoSmithKline.
Bei den Indikationsangeboten für Fachkreise, die von den Firmen-Homepages aus zugänglich sind, belegen Aventis, Boehringer und Roche die ersten Plätze. Spitzenreiter bei den separaten Indikationssites für die Fachkreise sind MSD, Pfizer und Novartis. Allerdings realisieren die Angebote nach der Studie nur ein Viertel der Bewertungsmerkmale. Im Vordergrund standen neben den Fachinformationen vor allem Link-Sammlungen und Informationen zu klinischen Studien. Das breiteste Internet-Angebot für Fachkreise insgesamt unterhalten die Unternehmen Pfizer, Aventis und Roche. Heike E. Krüger-Brand
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