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VARIA: Post scriptum

Er kann’s schnell und langsam

Dtsch Arztebl 2004; 101(11): [64] / [64] / [64]

Pfleger, Helmut

Sport ist, wenn man hinterher duscht.“ Bis auf diese Bedingung erfüllt Schach alle Kriterien des Sports, auch den der körperlichen Betätigung und des Wettkampfs. Im Übrigen sollen sogar schon Schachspieler nach ihrem Tagewerk beim Duschen gesehen worden sein. Insofern ist es nur folgerichtig, dass der Deutsche Schachbund auch Mitglied des Deutschen Sportbunds ist und hin und wieder auch einen Happen von dessen trotz aller Dopingskandale immer noch ordentlich gefüllten Fleischtöpfen zugeworfen bekommt. Natürlich bedarf man als regelrechtes Mitglied auch eines Verbandsarztes, der nicht zuletzt auch über die Sauberkeit seiner Schutzbefohlenen wachen muss – damit ist in diesem Fall eher Doping als Duschen gemeint. Zwar meinte einst Jean Paul: „Außer der Philosophie weiß ich kein so gutes Treibmittel des Gehirns wie Schach und Kaffee“, doch just der Kaffee kann in größeren Mengen unter das Dopingverdikt fallen, im Gegensatz beispielsweise zum explizit erlaubten Wodka.
Wie auch immer, der Verbandsarzt des Deutschen Schachbundes ist Dr. med. Hans-Joachim Hofstetter. Unter seiner Ägide wurde noch kein Dopingfall bekannt – das liegt sicher nicht nur daran, dass der Wert von Anabolika zur Stärkung der Zughand beim Schach äußerst strittig ist. Er hat inmitten eines konfusen Haufens im Weltschachbund klare Richtlinien ausgearbeitet und dafür verdientes Lob eingeheimst. Nun lese ich aber, dass der Augenarzt aus Bad Kissingen auch den Titel eines Internationalen Fernschach-Großmeisters errungen hat und Deutsch-
land im Olympiafinale vertritt.
Im Fernschach mahlen die Mühlen bekanntlich sehr langsam; das ist vor allem etwas für Menschen, denen Genauigkeit und wissenschaftliche Akribie auf den Leib geschrieben und alles Vorschnelle verpönt ist.
Doch Dr. Hofstetter hat offenbar mehrere Schachseelen in seiner Brust. Er ist auch im Blitz- und Schnellschach (beim Blitzschach hat man nur fünf Minuten Bedenkzeit für die ganze Partie) ein Virtuose, wie er bei den Ärzteschachturnieren immer wieder beweist.
Sehen Sie, mit welchem taktischen Schlag er als Schwarzer gegen Dr. med. Rainer Moog entscheidenden Vorteil erzielte?

Lösung:
Nach dem Turmeinschlag 1. ...
Txf3! musste der weiße Turm mit 2. Txf3 wiedernehmen, somit aber die Deckung des Läufers c2 aufgeben, sodass 2. ... Dxc2+ letztlich zwei Leichtfiguren für den Turm und damit siegbringenden Vorteil eroberte.
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