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THEMEN DER ZEIT

Medizinische Geräte: Im Südwesten sehr sicher

Dtsch Arztebl 2004; 101(16): A-1076 / B-892 / C-868

Erens, Oliver

Röntgengeräte in Baden-Württemberg werden regelmäßig überprüft. Foto: Caro
„Ärztliche Stelle vom TÜV zertifiziert“

Die „Ärztliche Stelle“ bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg überprüft regelmäßig alle Röntgeneinrichtungen. Sie wurde als bundesweit erste Institution vom TÜV zertifiziert. Seit 15 Jahren werden sämtliche Röntgengeräte in Baden-Württemberg – einschließlich Mammographie- und Computertomographie-Einrichtungen – durch die „Ärztliche Stelle“ nach der Röntgenverordnung bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg (Stuttgart) alle zwei Jahre überprüft. Landesweit werden derzeit rund 2 200 Betreiber von Röntgeneinrichtungen mit rund 4 600 Strahlern erfasst.
Jeder Betreiber einer Röntgeneinrichtung wird von der Landesärztekammer innerhalb des Prüfintervalls aufgefordert, bestimmte Röntgenaufnahmen von Patienten und Unterlagen der Qualitätssicherung bei der „Ärztlichen Stelle“ einzureichen. Dabei handelt es sich einerseits um Patientenbilder von Kindern und Erwachsenen, die unter anderem der Untersuchung der Bildqualität, dem Schutz der Fortpflanzungsorgane sowie der Untersuchungs- und Einstellungstechnik dienen. Andererseits werden auch Aufnahmen von bestimmten Prüfkörpern angefordert, mit denen zum Beispiel die korrekte Eichung der Geräte nachgewiesen wird. Diese Qualitätssicherungsmaßnahmen zählen im Rahmen des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung zu den Aufgaben der Landesärztekammer. Fachexperten und Medizinphysiker bei der Ärztekammer begutachten anhand des eingereichten Bildmaterials die Gerätetechnik und Bildqualität. Aufgrund dieser Analysen lassen sich auch Aussagen über die Indikation sowie die Einhaltung von Strahlenschutzbestimmungen treffen.
Nach jetzt veröffentlichten Ergebnissen kann den Patienten in Baden-Württemberg versichert werden, dass die Gerätetechnik und die Röntgenaufnahmen höchstem Standard entsprechen. Die Röntgenuntersuchungen werden daher als „sehr sicher“ eingestuft. Um das hohe Überprüfungsniveau auch künftig halten zu können, hat sich die „Ärztliche Stelle“ als bundesweit erste Einrichtung dieser Art selbst einer externen Zertifizierung gestellt, die durch TÜV-Auditoren erfolgte. Das TÜV-Siegel für das Qualitätsmanagement wurde über vier Etappen erworben: Im ersten Schritt sichtete ein TÜV-Experte in der „Ärztlichen Stelle“ alle Unterlagen, die Angaben zu Verantwortlichkeiten, Verfahren und Abläufen enthalten. Dann beurteilte er, ob die beschriebenen Abläufe im Arbeitsalltag umgesetzt werden. Nachdem die „theoretische und praktische Prüfung“ bestanden wurde, wurde das TÜV-Siegel für Qualitätsmanagement an die „Ärztliche Stelle“ vergeben. Im vierten Schritt werden TÜV-Mitarbeiter das Qualitätsmanagement-System jährlich erneut unter die Lupe nehmen. Nach Überzeugung der Kammer führt das TÜV-Siegel für die „Ärztliche Stelle“ zu mehr Akzeptanz bei den Betreibern von Röntgeneinrichtungen, und es erhöht die Transparenz der Überprüfungen. Darüber hinaus kommt dies auch den Patienten zugute. Denn die Prüfinstanz für Röntgeneinrichtungen und für die Arbeit mit den Geräten hat sich selbst erfolgreich auf den TÜV-Prüfstand gestellt.
Dr. med. Oliver Erens
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