AKTUELL
Genpatente: Forschung gefährdet
Dtsch Arztebl 2004; 101(20): A-1365 / B-1137 / C-1097


Aktionsbündnis ist gegen EU-Richtlinie.
Die von der Bundesregierung geplante Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gen-Patentierung führt zu einer Rationierung der Medizin. Das befürchtet der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Dr. med. Otmar Kloiber. Er war einer der Referenten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Umweltorganisation Greenpeace und dem katholischen Hilfswerk Misereor. Bei der Veranstaltung wurde die Greenpeace-Studie „Die wahren Kosten der Gen-Patente“ vorgestellt.
Als Folge der Richtlinie, die die Patentierung von menschlichen, tierischen und pflanzlichen Genen zulässt, werde die Forschung eingeschränkt. Die Gewährung von Patenten auf Gene verursache für die nachgelagerten Bereiche – wie etwa die Forschung – erhebliche Kosten. In der Folge entstünde durch die Akkumulation der Patente „ein unübersehbares Minenfeld aus Monopolrechten und Lizenzforderungen“. Greenpeace, Misereor und Bundesärztekammer fordern die rot-grüne Koalition deshalb auf, dem Beispiel anderer EU-Länder zu folgen und die Patentrichtlinie nicht umzusetzen. Vielmehr solle man in Brüssel auf die Erarbeitung einer neuen Vorgabe drängen. Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich und Schweden haben sich der Umsetzung der EU-Richtlinie bisher verweigert. TB
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