BRIEFE
Bundesbahn: Überleben – eine Frage der Zugklasse
Dtsch Arztebl 2004; 101(20): A-1418 / B-1180 / C-1134
Zur Erste-Hilfe-Situation in den Zügen der Bundesbahn:


„Sollte sich ein Arzt oder Ersthelfer im Zug befinden, kommen Sie bitte in Wagen 10!“ Wer viel Zug fährt, dem oder der ist dieser Satz vertraut. Und meistens findet sich auch zumindest ein Arzt/eine Ärztin mit Notfallerfahrung. Den Patienten kann geholfen werden, zumindest wenn sie das Glück haben, sich in einem ICE zu befinden. Diese sind mit einem akzeptablen Notfallkoffer ausgestattet, wie ich bereits mehrmals feststellen konnte. Haben die Kranken allerdings das Pech, im IC oder gar Regionalzug einen Herzinfarkt zu erleiden, stehen ihre Chancen ungleich schlechter. In diesen Zügen ist, wenn überhaupt, allenfalls ein Verbandskasten vorhanden, wie ich vor einigen Tagen feststellen musste. Auf Anfrage beim Kundendialog der Bahn wurde mir mitgeteilt, dass der IC ja den nächsten Bahnhof anfahren könne, wo dann ein Krankenwagen hinkäme. Hätte die Patientin einen Herzinfarkt erlitten, wären ihre Überlebenschancen durch die vergeudete Zeit drastisch gesunken. Sparen am falschen Platz kann Leben kosten!
BUKO Pharma-Kampagne,
Dr. med. Christiane Fischer,
August-Bebel-Straße 62, 33602 Bielefeld
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