AKTUELL
Gesundheitsreform: Krankenkassen ziehen Bilanz
Dtsch Arztebl 2004; 101(22): A-1540 / B-1276 / C-1228


DAK und Barmer wollen Beiträge senken.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erhält indirekt Rückendeckung von der Barmer Ersatzkasse und der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Diese zogen Mitte Mai in Berlin Zwischenbilanz über die bisherigen Auswirkungen der Gesundheitsreform.
„Ohne das GKV-Modernisierungsgesetz unterlägen wir einem Minus von 500 Millionen Euro“, erklärte Barmer-Vorstandschef Dr. Eckart Fiedler. Allein 2003 verbuchte seine Kasse ein Minus von 280 Millionen Euro. Durch das Reformgesetz aber werde die Barmer in diesem Jahr voraussichtlich einen Überschuss von 340 Millionen Euro erzielen. So sei der Überschuss von 160 Millionen Euro aus dem ersten Quartal 2004 insbesondere auf ein Plus auf der Einnahmeseite von 2,1 Prozent zurückzuführen. Dieses resultiere primär aus der stärkeren Beitragsbelastung der Rentner. Allein 300 Millionen Euro bringe das der Barmer ein. Im Jahresschnitt rechnet Fiedler mit einem Einnahmewachstum von 1,2 Prozent. Zugleich seien die Ausgaben der Kasse im ersten Quartal um 0,81 Prozent gesunken. Insbesondere die Ausgaben für Arzneimittel (10,6 Prozent), für ärztliche Behandlung (4,9 Prozent), Krankengeld (11 Prozent) und Fahrkosten (8,7 Prozent) waren rückläufig. Dem entgegen sind die Kosten für die stationäre Versorgung um 3,7 Prozent und für Zahnersatz um 13 Prozent gestiegen. „Die Entlastungen der Barmer werden zum großen Teil durch enorme Belastungen der Versicherten getragen“, so Fiedler. Deshalb wolle man die Einsparungen über Beitragssatzsenkungen wieder an diese zurückgeben. Fiedler hofft, den Beitrag um 0,3 Prozentpunkte zum Jahreswechsel senken zu können.
Auch bei der DAK hofft man, Ende des Jahres den Beitrag noch einmal um 0,2 bis 0,3 Prozent reduzieren zu können. Obwohl die DAK erst zum Januar ihre Beiträge gesenkt hatte, konnte auch sie im ersten Quartal einen Überschuss von 133 Millionen Euro verbuchen. TB
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