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VARIA: Personalien

Geburtstag

Dtsch Arztebl 2004; 101(22): A-1611 / B-1339 / C-1291

Engst, Reinhard

Siegfried Borelli
Foto: Archiv
Prof. Dr. med. Dr. phil. Siegfried Borelli, Dipl.-Psych., emeritierter Ordinarius der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, wird am 2. Juni 70 Jahre alt.
In Berlin-Wilmersdorf geboren, studierte Borelli zunächst in Berlin, nachfolgend in Prag und Hamburg. Unterbrochen durch die Dienstzeit im Zweiten Weltkrieg, wurde das Medizinstudium 1948 beendet und mit der Promotion 1948 in Medizin sowie einer Promotion 1950 in Psychologie und Geschichte abgeschlossen. Die Facharztweiterbildung absolvierte er in Hamburg und München bei Alfred Marchionini, der auch seine weitere wissenschaftliche Laufbahn maßgeblich beeinflusste. Besonders widmete sich Borelli der Berufsdermatologie, einem bis dahin wenig beachteten Gebiet, und habilitierte sich über die Entwicklung von Kontaktekzemen im Frisörberuf.
Wesentlich beschäftigte sich Borelli mit Atopien, Neurodermitis und allergologischen Fragestellungen, Psyche und Haut sowie mit der Wirkung des Klimas im Hochgebirge auf chronische Dermatosen, was schließlich zur Eröffnung einer Abteilung für chronisch Hautkranke und Allergiker in der Deutschen Höhenklinik Valbella Davos, später Deutsche Klinik für Dermatologie und Allergie – Alexanderhausklinik – Davos, führte.
1967 wurde Borelli auf den Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie an der Fakultät für Medizin der Technischen Universität München berufen. Nach mühevoller Arbeit wurde in den ehemaligen Hansaheimen am Biederstein eine voll funktionsfähige universitäre Einrichtung für Dermatologie und Venerologie bereits Ende 1969 eröffnet.
Das wissenschaftliche Werk von Borelli umfasst circa 500 wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften, Büchern, Handbüchern sowie das sieben Bände und 16 000 Seiten umfassende Nachschlagewerk „Krankheiten der Haut und Schleimhaut durch Kontakte in Beruf und Umwelt“, Dermatologischer Noxenkatalog, das er bis heute als „Datenbank Noxenkatalog, Krankheiten des gesamten Menschen durch Kontakte“ fortführt. Neben den intensiven Forschungsarbeiten arbeitete Borelli in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, wie als Vorsitzender des Kuratoriums der Bayerischen Akademie Arbeit-, Sozial- und Umweltmedizin, im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Unfallheilkunde, Vorstand der DDG, der KGV, der KVB, der STD-Gesellschaft.
Sein wissenschaftliches und berufspolitisches Lebenswerk wurde mehrfach durch Ehrungen gewürdigt: Berufung in ausländische dermatologische Gesellschaften, Verleihung der Ernst-von-Bergmann-Plakette 1987, 1991 Franz-Kölsch-Preis, goldene Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie 1993, Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 1976, Bayerischer Verdienstorden 1980, Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 1986, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens 1991 sowie 1994 die Verleihung des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, litteris et artibus, der Republik Österreich. Reinhard Engst
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